Wirtschaft

17.12.2010

Rekord im Neugeschäft

LBS Bayern blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück

Worin liegt nun eigentlich das Erfolgsgeheimnis des Bausparens? Folgt man der Argumentation von Franz Wirnhier, Sprecher der Geschäftsleitung der LBS Bayern, dann ist es der Dreiklang aus Sicherheit, Vorsorge und der Wunsch nach einem Eigenheim. Selbstverständlich trage aber auch die staatliche Förderung zur Attraktivität bei. „Mit Wohn-Riester, Wohnungsbauprämie und der Arbeitnehmersparzulage auf vermögenswirksame Leistungen erhalten Bausparer hilfreiche staatliche Zuschüsse für ihre Spar- und Tilgungsleistungen“, so Wirnhier.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass die LBS Bayern ihre Marktführerschaft im Jahr 2010 ausgebaut hat. Beim Neugeschäft erwartet die mit 1,5 Millionen Kunden größte Bausparkasse im Freistaat das höchste Volumen, das je in der gut 80-jährigen Unternehmensgeschichte erreicht wurde. Demnach werden laut Wirnhier bis Jahresende rund 227.000 neue Bausparverträge (+ 11,4 Prozent) mit einer Rekord-Bausparsumme von insgesamt 7,8 Milliarden Euro vermittelt worden sein (2009: 6,9 Milliarden Euro). Erstmals wird die LBS Bayern der Prognose zufolge auch einen Marktanteil nach Bausparsumme von 40 Prozent erreichen, den die Bausparkasse im Stückbereich schon länger regelmäßig erreicht.
Die in Aussicht stehende Bausparsumme von 7,8 Milliarden Euro entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 13,1 Prozent. Sie übertrifft den bisherigen Rekordwert von 7,76 Milliarden Euro aus dem Jahr 2003, der wegen Diskussionen um Wohnungsbauprämie und Eigenheimzulage von einem Sondereffekt geprägt war, erklärte Wirnhier. Auch bei der durchschnittlichen Bausparsumme ist eine klare Steigerung zu erkennen. Der erwartete Wert von 34.500 Euro bedeutet ein Plus von 24,4 Prozent gegenüber 2009. „Dies dokumentiert, dass die meisten Abschlüsse entweder mit einer akuten Wohnbaufinanzierung verbunden oder auf eine spätere wohnwirtschaftliche Investition ausgerichtet sind“, sagte der LBS-Chef.
Gerade das Riester-Bausparen, vom Gesetzgeber erst vor zwei Jahren ermöglicht, erweist sich laut Wirnhier als Volltreffer. Die deutschen Bausparkassen haben mittlerweile über 700.000 Wohn-Riester-Verträge vermittelt. Mehr als die Hälfte sind LBS-Riester-Bausparverträge. Die LBS Bayern wird 2010 etwa 33.000 Riester-Bausparverträge über 1,44 Milliarden Euro vermitteln, so der LBS-Vorstand. „Damit trägt das Riester-Bausparen in diesem Jahr 18,5 Prozent zum Neugeschäftsvolumen bei. Es hat sich als stabiles Marktsegment etabliert.“

75.000 Wohn-Riester-Verträge

Die Kunden hätten hier ein klares Finanzierungsinteresse, abzulesen an der durchschnittlichen Bausparsumme, die bei den Riester-Verträgen um acht Prozent auf 43.600 Euro anstieg und damit deutlich höher ausfällt als im gesamten Neugeschäftsschnitt, berichtete Wirnhier. „Unser Wohn-Riester-Vertragsbestand wird sich zum Jahresende auf etwa 75.000 Verträge und eine Bausparsumme von rund 3,1 Milliarden Euro belaufen. Dabei haben wir schon fast 12.000 Riester-Finanzierungen in unseren Büchern.“
Rückenwind erhalten die Wohn-Riester-Angebote der LBS durch die Stiftung Warentest, die in der jüngsten Dezember-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest zu dem Schluss kommt: „Günstiger geht es nicht ins Eigenheim. Die Riester-Darlehen der Bausparkassen sind erste Wahl für Bauherren und Immobilienkäufer.“ Die Riester-Kombi-Kredite der Bausparkassen werden von Finanztest eindeutig besser bewertet als Riester-Bankdarlehen. Die LBS Bayern zählt dabei zu den Test-Siegern.
Die steigende Nachfrage nach Wohnimmobilien zeigt sich nach Wirnhiers Worten auch im Geschäft der Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-Gesellschaft. Sie habe bis Ende November 9841 Objekte vermittelt (+ 13,1 Prozent). Beim Objektwert von insgesamt 1,45 Milliarden Euro betrage der Zuwachs sogar 20,4 Prozent.
An der Dynamik des Wohnimmobilienmarkts partizipiert laut Wirnhier sogar der jahrelang schwächelnde Neubau. Er zeige sichtbare Erholungstendenzen. Im Freistaat liegen die Baugenehmigungen nach zehn Monaten um 17,6 Prozent (31.289 Objekte) über dem Wert von 2009. „Hier zeigt sich hoffentlich der Anfang einer anhaltenden Trendwende.“
Das rege Interesse an Wohnimmobilien spürt die LBS Bayern bei den Vorfinanzierungskrediten. Man wird das Auszahlungsvolumen der Vor- und Zwischenfinanzierungskredite mit etwa 485 Millionen Euro ebenfalls noch einmal leicht steigern können, nachdem es 2009 um fast 30 Prozent auf 480 Millionen Euro zugelegt hatte, betonte Wirnhier. Die Zusagen von Sofortkrediten verzeichnen in den ersten elf Monaten 2010 sogar einen Zuwachs von 17,5 Prozent auf 582,8 Millionen Euro.
„Die aktuelle Niedrigzinsphase bietet dem Bausparen hervorragende Geschäftschancen“, erklärte Wirnhier. „Mit LBS-Bausparen kann sich ein Immobilienerwerber die derzeit minimalen Darlehenszinsen dauerhaft absichern, bis zum Ende der Gesamtlaufzeit einer Wohnbaufinanzierung. Der Preis dafür – der Zinsverzicht in der Sparphase – ist bei niedrigen Kapitalmarktzinsen besonders günstig. Und wer später bauen, kaufen oder modernisieren will, sichert sich heute mit einem LBS-Bausparvertrag gegen höhere Zinsen in der Zukunft ab.“
Während die sehr niedrigen Zinsen die Marktpotenziale stärken, beeinträchtigen sie die Ertragsmöglichkeiten einer Bausparkasse. „Unsere Einlagen“, so Wirnhier, „lassen sich gegenwärtig nur mit einer relativ geringen Rendite anlegen. Dadurch verringert sich der Zinsüberschuss.“ Gleichzeitig erhöhen sich die Provisionsaufwendungen der LBS Bayern, weil das Neugeschäft deutlich wächst. Aus der Summe dieser Effekte erwartet die Bausparkasse ein Betriebsergebnis vor Risikovorsorge von etwa 40 Millionen Euro, nach 75,1 Millionen Euro im Jahr 2009. Wirnhier wertete das mit Blick auf die extern verursachten Restriktionen als respektabel: „Mehr ist in dieser Zinssituation nicht drin.“


Investitionsbedarf
bei Modernisierungen

Durch billige Kredite und die lukrative Wohn-Riester-Förderung werde der Erwerb von Wohneigentum für viele Menschen machbar, sagte der LBS-Chef. In fast 70 Prozent aller kreisfreien Städte und in über 90 Prozent der Landkreise in Deutschland genüge ein Durchschnittseinkommen für den Erwerb eigener vier Wände, so das Ergebnis einer empirica-Studie. Die LBS Bayern sieht insbesondere bei Modernisierungen einen erheblichen Investitionsbedarf, vor allem bei der energetischen Optimierung. Der LBS-Bausparvertrag ist für diese Verwendungszwecke das ideale Vorsorge- und Finanzierungsinstrument, sagte Wirnhier. „Es gibt viele Chancen und deshalb allen Anlass zur Zuversicht, dass die gute Stimmung für Bausparen und Wohneigentum weiter anhalten wird.“  (Friedrich H. Hettler)

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