Wirtschaft

Berichteten gute Zahlen von der NürnbergMesse (v. l.): Pressechef Thomas Koch sowie die Messechefs Peter Ottmann und Roland Fleck. (Foto: Wraneschitz)

16.12.2015

Schon wieder eine Erfolgsbilanz

Messe Nürnberg sieht sich auf dem richtigen Weg

Ob 2016 ein bullen- oder bärenstarkes Jahr werden wird, da konnte sich Roland Fleck nicht entscheiden. Doch der Messe-Nürnberg-Chef ist sicher: „Wir starten in das mit Abstand stärkste Geschäftsjahr unserer Firmengeschichte hinein. Wir erwarten einen Umsatz von 250 Millionen plus X.“ Im zurückliegenden, „ungeraden“, historisch schwächeren Jahr 2015 wurden 195 Millionen Euro umgesetzt.

Doch im Jahr 2016, dem jeweils umsatzstärkeren „geraden“, werde die „magische Schwelle Viertelmilliarde Euro“ übersprungen, da ist sich Fleck sicher. Vor allem wegen der Großveranstaltungen, die nur alle zwei Jahre anstehen, schließt die Bilanz der Messegesellschaft auch üblicherweise mit einem Plus. Und weil heuer „viel weniger als der bislang übliche Verlust von 5 Millionen Euro“ erwartet werde, werde für das Doppelgeschäftsjahr 2014/15 „eine deutliche Schwarze Null“ in der Bilanz stehen, sagt Fleck das Ergebnis der wirtschaftlichen Zahlen noch im alten, nicht abgelaufenen Jahr voraus.

NürnbergMesse ist auf dem Internationalisierungspfad

Doch der Messechef verhehlt nicht: „Wir sind an einer Art Schwelle. Krisen und Bedrohungen nehmen zu, Kriege rücken näher heran. Aber nur wenn Menschen sich ohne Furcht treffen können, kommen sie auch, um Geschäfte abzuwickeln.“ Zumal die Nürnberg Messe auf dem Internationalisierungspfad ist: Der Ableger der Beviale in Moskau fand heuer erstmals statt. In Brasilien, im Irak, Iran, Aserbeidschan: Überall wollen die Nürnberger noch stärker wahrgenommen werden als bisher. Oft nur mit Niederlassungen, aber auch mit neuen, oft exportierten eigenen Veranstaltungsformaten.

Die weltweite Ausrichtung stellt auch Peter Ottmann heraus, Flecks Co-Geschäftsführer. „Erstmals in einem ungeraden Jahr über 10.000 internationale Aussteller“ hat er gezählt. Und auch wenn ohnehin alle Messeplätze Deutschlands gegen den globalen Trend wachsen: Nürnberg wachse noch stärker als die hiesige Veranstalter-Konkurrenz. Vor allem, weil „die Fläche stärker wächst als die Ausstellerzahl, die Besucherzahl stärker als die Fläche, liegt man richtig“, ist Ottmann überzeugt.

Trotzdem ist er mit dem Spitzenwert von 195 Millionen Euro Umsatz für 2015 „nicht zufrieden: Brasilien hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der extrem volatile Währungskurs dort macht sich stark bemerkbar“; ansonsten hätten also ein paar Euro-Millionen mehr sein können, rechnet er vor.

 

In Deutschland entwickeln sich die Veranstaltungen prächtig

Und in Deutschland, da „entwickeln sich die Veranstaltungsformate prächtig, laufen wie geschnitten Brot. Beispiele: Die Fachpack hatte 28 Prozent, die IT-SA 22 Prozent mehr Besucher. Obwohl Bahn und Lufthansa viel dagegen tun wollten. Aber wir haben die unzähligen Streiktage gut ausgehalten“, resümiert ein milde lächelnder Peter Ottmann.

Deshalb ist er auch überzeugt, die Messe bleibe weiterhin „der Wirtschaftsmotor Nürnbergs“. Die Münchner IFO-Wirtschaftsforscher haben festgestellt: 1,65 Milliarden Euro Kaufkraft generiert die Messe jährlich in Deutschland, daraus stammen 300 Millionen Euro Steuereinnahmen, von denen wiederum ein Drittel nach Bayern fließen. Außerdem stecken hinter jedem Arbeitsplatz bei der Messegesellschaft weitere 40 Beschäftigungsverhältnisse außerhalb; 15.000 Vollzeitstellen hängen also direkt oder indirekt mit der fränkischen Messe zusammen. Und nicht zu vergessen: 800.000 Übernachtungen jährlich in und um Nürnberg herum.

Damit das auch künftig so bleibe, müsse man „organisch und gesund weiterwachsen“, erklärt Ottmann. Der nächste Schritt: Bis 2018 soll eine neue Halle 3C fertig sein mit 10.000 qm Ausstellungsfläche. Den Auftrag dafür hat die irakisch-britische Architektin Zaha Hadit bekommen, die bereits für die Halle 3A mehrfach ausgezeichnet wurde.

Doch „3C“ solle nicht nur die heutige Gesamtfläche von 170.000 qm erhöhen, sondern sei „auch eine Pufferhalle. In fünf bis zehn Jahren müssen die ersten Bestandshallen erneuert werden“, erläutert Roland Fleck. Denn immerhin hätten die „Alten“ bereits jetzt 40 Jahre auf Dach und Wänden. Im Frühling beginne der Bau von 3C. „70 Millionen Euro Bruttoinvestition zeigen das Zukunftsvertrauen in den Messestandort Nürnberg“, so Fleck. Der ist im Übrigen stolz darauf, dass es „dank der Geschäftsentwicklung beim Ergebnis möglich ist, den Neubau ohne Gesellschafterleistung zu stemmen, also aus Eigenmitteln und Kredit“.
(Heinz Wraneschitz)

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