Wirtschaft

08.11.2013

Schub für den Außenhandel

EU-Freihandelsabkommen mit Kanada steht

Während die Verhandlungen mit den USA erst am Anfang stehen, ist sich die EU mit Kanada einig geworden: Nach vierjährigen Verhandlungen steht das EU-Freihandelsabkommen mit Kanada. Es soll 2015 in Kraft treten. Bayern, insbesondere der Automobilhersteller BMW, dürfte davon profitieren, exportiert er dorthin vor allem Fahrzeuge und Fahrzeugteile.
Aber auch mit Maschinen, Datenverarbeitungsgeräten, Elektrotechnik und chemischen Erzeugnissen verzeichnet Bayern Außenhandelsüberschüsse. Zwar ist Kanada reich an Öl und Erdgas – immerhin hat es die zweitgrößten Ölvorkommen der Erde nach Saudi-Arabien–, aber davon dürfte auch in naher Zukunft im EU-Kanada Außenhandel nichts zu spüren sein. Von Kanadas Energie (Strom, Öl, Erdgas ) profitieren bislang nur die USA, mit der es seit 1988 ein Freihandelsabkommen gibt.
Markus Ferber bayerischer Europaabgeordnete (CSU) sieht Vorteile für Bayern: „Der Handel mit Kanada hat sich in den vergangenen Jahren sehr dynamisch entwickelt. Durch die im Abkommen vereinbarte verbesserte gegenseitige Anerkennung von Standards und Normen im Automobilbereich werden die Handelsbeziehungen sicherlich noch einmal einen deutlichen weiteren Schub erfahren.“
Im Vergleich zu dem, was sich durch einen Handels-Pakt mit den USA erzielen ließe, sind die erwarteten Wohlfahrtsgewinne wohl relativ gering. EU-Kommissions-Präsident José Manuel Barroso nannte die erzielte Übereinkunft dennoch geschichtsträchtig. Es sei das erste Mal, dass die EU mit einem Land aus den G 8 (Zirkel der größten Industrie-Nationen der Welt) ein solches Handelsabkommen schließt. Kanada ist der zwölftgrößte Handelspartner der EU. Umgekehrt ist die EU der zweitgrößte Handelspartner Kanadas nach den USA. Das Abkommen mit Kanada solle als Blaupause für die Verhandlungen mit den USA stehen. Die Übereinkunft mit Kanada, hoffen viele aus der Wirtschaft, könne als Beschleuniger wirken.
Experten erwarten, dass in Zukunft vermehrt kanadisches Rindfleisch auf europäischen Tellern landet. Dafür wird es für europäische Milchprodukte nicht mehr so teuer sein, die kanadische Grenze zu passieren. Die französischen Landwirte kritisierten das Abkommen. Vom bayerischen Bauernverband war keine Kritik zu hören. (Rainer Lütkehus)

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