Wirtschaft

Nach einem schlechten Start ins Geschäftsjahr hat Siemens-Chef Joe Kaeser viel Arbeit vor sich. (Foto: dpa)

27.01.2015

Siemens-Gewinn bricht ein

Probleme im Energiegeschäft

Ein Gewinneinbruch zum Start ins Geschäftsjahr hat die Siemens-Aktionäre zur Hauptversammlung aufgeschreckt. Konzernchef Joe Kaeser musste den Anlegern heute über anhaltende Probleme im Energiegeschäft und nun auch in der Medizintechnik berichten. Neue Führungsmannschaften sollen jetzt das Ruder herumreißen. Auch die Milliarden-Übernahme des US-Industriezulieferers Dresser-Rand gilt wegen des Ölpreisverfalls derzeit nicht gerade als Glücksgriff. Die Siemens-Aktien verbuchten am Morgen zeitweise kräftige Kursabschläge - reichlich Zündstoff für das Aktionärstreffen.
Unterm Strich verdiente Siemens zwischen Oktober und Dezember knapp 1,1 Milliarden Euro und damit ein Viertel weniger als im Vorjahreszeitraum. Siemens begründete den Einbruch unter anderem mit Zinseffekten. Der Auftragseingang blieb um13 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück, der einenmilliardenschweren Metro-Auftragin Saudi-Arabien enthalten hatte. Den Umsatz konnte Siemens im ersten Quartal um drei Prozent auf 17,4 Milliarden Euro steigern.
In den einzelnen Geschäftsfeldern lief es sehr unterschiedlich: Während die Sparten Digitale Fabrik, Energiemanagement und Mobilität zulegen konnten, blieb das Geschäft mit Stromerzeugung und Gasturbinen sowie die Medizintechnik hinter dem Vorjahr zurück. Sowohl Medizintechnik-Chef Hermann Requardt, als auch Power & Gas-Chef Roland Fischer räumen ihre Posten. "Es gibt kein anderes Geschäft im Hause mit einem vergleichbar großen Handlungsbedarf - auch deshalb, weil die Zeichen der Zeit nicht ausreichend erkannt wurden, zum Beispiel wachsender Preisdruck und Überkapazitäten", sagte Kaeser.
Die Ziele für das laufende Jahr bekräftigte der Konzernchef. Der Gewinn soll um mindestens 15 Prozent zulegen - auch weil der Verkauf der Sparten für Haushaltsgeräte und Hörgeräte rund drei Milliarden Euro in die Kassen spülen soll.
Kaeser will Siemens mit einem radikalen Umbau wieder auf Trab bringen. Über die Folgen für die Jobs beraten Siemens-Führung und Arbeitnehmervertreter am 4. und 5. Februar im Wirtschaftsausschuss, wie Kaeser bestätigte. Danach würden die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit informiert.
(Christine Schultze, dpa)

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Kommentare (1)

  1. Roland am 28.01.2015
    Gibt's wohl wieder Personalabbau
    und eine Erhöhung der
    Vorstandsgehälter!

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