Wirtschaft

Haushalte und Unternehmen erzeugen ihren Strom zunehmend selbst. (Foto: Bilderbox)

11.10.2013

Staat fördert Entsolidarisierung

Volkswirtschaftlicher Schaden durch Photovoltaik beträgt 2013 schon über 350 Millionen Euro

Immer mehr private und gewerbliche Photovoltaik- und Blockheizkraftwerksbetreiber optimieren ihre Stromkosten, indem sie Strom selbst erzeugen und verbrauchen. „Somit entgehen sie den stetig wachsenden staatlich organisierten Abgaben und Umlagen, die zur Finanzierung der Energiewende benötigt werden, die aber nur für Stromlieferungen aus dem öffentlichen Netz anfallen“, sagt Wolfgang Brandl, Vorsitzender des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (VBEW). Die Folge ist ein schnelles Auseinanderbrechen der seit mehr als 100 Jahren bestehenden Solidargemeinschaft in der Stromversorgung. „Landes- und Bundespolitik schauen derzeit ratlos zu, wie immer mehr Geschäftsmodelle entstehen, welche der Finanzierung der Energiewende die Grundlage entziehen“, so der VBEW-Vorsitzende.
Die Finanzierung der Energiewende läuft im Grunde nach einem einfachen Muster: Alle Kosten für den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, wie die finanzielle Förderung des Stroms aus Windkraft-, Biomasse- und Photovoltaikanlagen und für den Netzausbau werden auf den Strompreis umgelegt. Das immer größer werdende Problem dabei: Diese Aufschläge sind nur für den Strombezug aus dem öffentlichen Netz zu entrichten. Alle Steuern, Abgaben und Umlagen machen derzeit zusammen rund 50 Prozent des Strompreises für Haushaltskunden aus. Im Jahr 2014 wird mit der Abschaltumlage eine weitere Abgabe eingeführt. Diese wird von den Stromverbrauchern dafür zu entrichten sein, dass Unternehmen dafür eine Vergütung erhalten, wenn sie sich bereit erklären, ihren Stromverbrauch bei „Stromarmut“ zu reduzieren. Wer seinen Strom selbst erzeugt und verbraucht, ist von dieser – wie von allen bisherigen Umlagen – befreit. Er muss dafür auch keine Netzentgelte und regelmäßig keine Stromsteuer entrichten. Meistens wird die Eigenerzeugung sogar noch zusätzlich vom Staat gefördert, was den wirtschaftlichen Vorteil gegenüber dem Strombezug aus dem Netz nochmals erhöht...(BSZ)

Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung vom 11. Oktober 2013.

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Kommentare (1)

  1. UliH am 17.10.2013
    "Meistens wird die Eigenerzeugung sogar noch zusätzlich vom Staat gefördert", nur ist diese Person " Staat " keine anonyme Masse, sondern das sind die Abgaben derer, die Strom kaufen müssen. Wenn die Politik dabei ratlos zusehen muß ist das traurig. Daß Inverstoren sofort jeden Zug, der sich in der Ferne ankündigt, zum Aufspringen nutzt ist nichts Neues und sollte nicht ratlos machen. Diese Gefahr - so sie überhaupt als solchen gesehen werden soll - ist planbar.
    Hier sieht es meiner Ansicht nach eher nach einer durchaus in Kauf genommenen Umsetzung der Energiewende um jeden Preis aus, für alle - mit Ausnahme der Verbraucher - kostenneutral. Leider wohl auch für die Umwelt eher kostenneutral ( hier Kosten mit Nutzen gleichgesetzt ).

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