Wirtschaft

2013 kauften erstmals mehr als zehn Millionen Verbraucher ein Auto, bei elf Prozent handelte es sich um Neuwagen. (Foto: dpa)

04.07.2014

Steigende Nachfrage nach Neuwagen

Im ersten Quartal 2014 verzeichnete das Kfz-Gewerbe in Bayern ein Umsatzplus von sechs Prozent - nicht zuletzt wegen der vielen Neuwagen-Portale im Internet

Die Automobilbranche scheint die Folgen der Finanzkrise, die zu massiven Einbrüchen bei Autokäufen geführt hat, überwunden zu haben. Das deuten zumindest die Zahlen an, die das bayerische Landesamt für Statistik für das erste Quartal 2014 ermittelt hat. Demnach verzeichnete das Kfz-Gewerbe in den ersten drei Monaten ein Umsatzplus von sechs Prozent. Dass in Bayern vor allem die Nachfrage nach Neuwagen steigt, führt Klaus-Dieter Breitschwert, Präsident des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes, auf die günstigen Finanzierungsbedingungen zurück. Ein bundesweiter Trend lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Denn in Rheinland-Pfalz beispielsweise ist die Zahl der Neuzulassungen rückläufig, wie das dortige statistische Landesamt im Januar mitteilte. Das Minus betrug im Jahr 2013 immerhin 3,1 Prozent.

Der größte Teil der Kunden kauft zwar lieber beim Händler, wo sich Rabatte oder kostenlose Extras aushandeln lassen. Auch Sonderkonditionen für Wartung und Reparatur sind im persönlichen Gespräch leichter vereinbaren als in einer anonymen Plattform im Netz. Trotzdem steigt der Anteil an Online-Autoverkäufen. Das ist auch einer der Gründe, warum renommierte Mietwagen-Unternehmen wie Sixt inzwischen erfolgreich Neuwagen-Portale betreiben. Beliebt ist vor allem die Variante, das Fahrzeug über einen Online-Anbieter zusammen- und bestellen zu lassen und anschließend vom örtlichen Händler ausgeliefert zu bekommen.

In erster Linie schätzen die Autokäufer im Netz den Preisvorteil: Denn weil die Online-Autohäuser keine aufwändigen Vorführräume, keinen Fuhrpark an Vorführwägen und weniger Personal benötigen, können sie den Kunden zum Teil hohe Rabatte von bis zu 40 Prozent bieten. Käufer haben außerdem die Wahl, ob sie ihr neues Auto direkt im Werk oder beim nächstgelegenen Autohaus abholen möchten. Grund: Online-Autohäuser treten oftmals lediglich als Vermittler auf und erhalten von den Herstellern für jedes verkaufte Fahrzeug eine Provision. Zudem sind keine umständlichen Verhandlungen notwendig, sondern Interessierte bekommen kostenlose Vergleichsangebote sofort per Email. Darüber hinaus finden sie beispielsweise bei Abenteuer Auto auch zahlreiche besondere Tests und Ideen, die dem Interessenten anschaulich mit vielen Hintergrundinformationen bei der Entscheidungsfindung unterstützen.

Informieren im Netz, kaufen vor Ort

Die Käufer von Neuwagen haben im Prinzip drei Möglichkeiten, das neue Auto zu finanzieren: Barzahlung, Finanzierung oder Leasingverträge. Die Variante der Barzahlung schätzen vor allem Autokäufer, die das Geld für das neue Auto angespart haben und angesichts des historischen Zinstiefs keine attraktive Anlagemöglichkeit für ihr Erspartes finden können. Aus diesem Grund lohnt es sich aktuell auch, statt einem Gebrauchten ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Die Autokäufer können die Finanzierung entweder über die Autobank abwickeln oder bei ihrer Hausbank ein Darlehen über den Betrag aufnehmen und anschließend beim Autohändler über einen Rabatt verhandeln. Die Autokäufer sollten allerdings vorher gründlich durchrechnen, welche Variante für sie günstiger ist.

Attraktiv ist ein Leasingvertrag für Autokäufer, die ihre jährliche Fahrleistung relativ genau einschätzen können. Beim Leasing zahlen die Autokäufer, ähnlich wie bei der Finanzierung, einen monatlichen Betrag und können das Fahrzeug nach dem Ablauf des Vertrages zum Restwert übernehmen oder den Leasingvertrag für einen Neuwagen verlängern. Fahren sie jedoch mehr als vertraglich vereinbart, müssen sie hinzu zahlen.

Obwohl es regionale Unterschiede gibt, steigt die Zahl der Neuwagen-Käufer. So kauften sich 2013 erstmals mehr als zehn Millionen Verbraucher ein Auto, bei elf Prozent handelte es sich um Neuwagen. Allerdings hängt der langfristige Trend stark von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Schrumpft die Wirtschaft oder steigt die Zahl der Arbeitslosen, wird der Kauf eines neuen Autos gerne auch nach hinten verschoben. (BSZ)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 50 (2017)

Soll das Handyverbot an Bayerns Schulen gelockert werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 15. Dezember 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Simone Fleischmann, Präsidentin des bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV)

(JA)

Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes 1987 bis 2017

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.