Wirtschaft

Der Solarberg in Fürth am Main-Donau-Kanal ist schon lange zum Symbol der „Solarstadt“ geworden. (Foto: Wraneschitz)

08.11.2013

Wieder ein Stück „Solarstadt Fürth“ in Gefahr

Centrosolar Glasfabrik Fürth in Insolvenz

„Solarstadt Fürth“ – SPD-Oberbürgermeister Thomas Jung höchstselbst hat sie vor einem guten Jahrzehnt ausgerufen. Doch inzwischen ist von der erhofften Zukunftsperspektive Sonnenenergie in der mittelfränkischen Stadt nicht mehr viel übrig.

„Das bedeutendste Projekt für regenerative Energie in der Kleeblattstadt, Nordbayerns größte Photovoltaik-(PV-)Anlage und neues umweltpolitisches Wahrzeichen der Stadt Fürth: Das Solarkraftwerk auf dem ehemaligen Müllberg Atzenhof“ ist heute noch bei fuerth.de nachzulesen. 2005 wurde die Ein-Megawatt-Anlage eingeweiht. Mit ihr schoss Fürth schnell in der Solarbundesliga ganz nach oben.
„Vom Bau des Solarkraftwerks profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch die Fürther Wirtschaft“, stand für Jung fest. Immerhin hatte ein ortsansässiger Großhändler das Kraftwerk gebaut, die Sparkasse hatte es finanziert. Es folgten eine ganze Menge weiterer PV-Anlagen, viele davon mit angeschoben durch den städtischen Solarbeauftragten Johann Gerdenitsch und sein Team der Umweltplanung.
Gut für Fürth, dass zum Beispiel Siemens seine Großwechselrichter hier produzierte; dass sich die einstige Fabrik der Flachglas AG als „Centrosolar Glas“ auf Solargläser für Wärmekollektoren und Solarstrommodule konzentrierte.
Der erste Rückschlag kam 2007 durch einen österreichischen „Investor“. Für 50 Millionen Euro wollte der eine „Solarfabrik“ am Fürther Hafen bauen. Aber das Projekt erwies sich als Luftblase. Danach ging es bergab mit der „Solarstadt Fürth“. In der Solarbundesliga-Tabelle wurde man bald von der Nachbarstadt Erlangen überholt, liegt heute gerade noch auf Rang 8 – direkt hinter Regensburg, aber meilenweit von den führenden Großstädten Ulm und Ingolstadt entfernt. Von jenem, sogar im Ausland aktiven Solargroßhändler, der einst den Solarberg baute, ist heute nur noch ein recht kleiner Betrieb übrig. Siemens produziert keine Wechselrichter mehr. Und die jüngste Hiobsbotschaft: Vor Kurzem wurde vom Amtsgericht für die Centrosolar Glas GmbH & Co. KG, Sitz in Fürth ein Anwalt als „vorläufiger Insolvenzverwalter“ eingesetzt...(Heinz Wraneschitz)

(Lesen Sie den vollständigen Artikel  in der gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung vom 8. November 2013)

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