Wirtschaft

Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky kommt ins Landgericht in München. Er war als Zeuge im Prozess gegen seinen ehemaligen Steuerberater Gerald T. geladen. (Foto: dpa)

14.01.2015

Wiedersehen vor Gericht

Ex-Banker Gribkowsky sagt als Zeuge aus

Für den Richter ist er schon ein alter Bekannter:Der ehemalige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky hatte heute erneut einen Auftritt vor dem Landgericht München. In einem Strafprozess gegen seinen ehemaligen Steuerberater war er der wichtigste Zeuge. Gribkowsky war 2012 zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er beim Verkauf der Formel-1-Mehrheit 44 Millionen Dollar von Rennserien-Chef Bernie Ecclestone angenommen und nicht versteuert hat.
Gribkowkys damaligem Steuerberater in Österreich wirft die Anklage  Beihilfe zur Steuerhinterziehung vor. Der 45-Jährige hatte von Gribkowsky den Auftrag erhalten, einen "klügeren Weg" für die Millionen zu finden als dies in Deutschland möglich gewesen wäre. "Der Auftrag an ihn war, eine saubere steuerliche Struktur zu entwickeln", sagte Gribkowsky als Zeuge. Eine im Mai 2007 gegründete Stiftung hatte aus Sicht der Staatsanwaltschaft letztlich aber nur das Ziel, die Millionen von Ecclestone zu kaschieren. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.
Nach Darstellung von Gribkowsky waren die konkreten Pläne der Stiftung in den Gesprächen mit seinem Steuerberater kein großes Thema. Auch die Herkunft der Millionen habe nicht viele Fragen aufgeworfen. Der Vorsitzende Richter Peter Noll zeigte sich verwundert: "Das klingt alles sehr blutleer."
Noll hatte bereits den Prozess gegen Gribkowsky geführt und ihn im vergangenen Jahr als Zeugen im Verfahren gegen Ecclestone vernommen. Ecclestone kam aber mit einer Geldauflage davon, da sich die Vorwürfe vor Gericht nicht klar beweisen ließen. Ecclestone hatte die Zahlung an Gribkowsky als eine Art Schweigegeld dargestellt, da er Angst gehabt habe, der Banker könne ihn bei den Steuerbehörden verpfeifen. Nach der Zahlung von 100 Millionen Dollar war Ecclestone ein freier Mann.
Auch Gribkowsky kann vier Jahre nach seiner Verhaftung bald auf seine Entlassung hoffen: Im April hat er die Hälfte seiner Haftstrafe abgesessen, so dass die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Seit eineinhalb Jahren ist Gribkowsky bereits Freigänger und muss nur noch nachts und an den Wochenenden in die Justizvollzugsanstalt. (Daniela Wiegmann, dpa)

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