Wirtschaft

Die DB, die im Februar in einer BEG-Ausschreibung National Express Deutschland unterlegen war, kommt womöglich doch noch zum Zug. (Foto: dpa)

28.04.2015

Wird die Nürnberger S-Bahn doch nicht britisch?

Überraschende Wende im Streit um den künftigen Betreiber

Die Vergabe der Nürnberger S-Bahn an National Express ist vorerst gestoppt: Die Vergabekammer Südbayern hat der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) die Übertragung des S-Bahn-Netzes an das britische Unternehmen National Express untersagt. BEG-Geschäftsführer Johann Niggl bestätigte heute einen entsprechenden Bericht der "Nürnberger Nachrichten". Bisher betreibt die Deutsche Bahn (DB) das S-Bahn-Netz.

Zu Einzelheiten wollte sich Niggl zunächst nicht äußern. "Wir müssen die Entscheidung erst in Ruhe mit unseren Anwälten prüfen", sagte er. Das Votum der Vergabekammer hat noch keine Rechtskraft. Es kann von National Express gerichtlich angefochten werden. Die Vergabekammer ist bei der Regierung von Oberbayern angesiedelt. Die DB, die im Februar in einer BEG-Ausschreibung National Express Deutschland unterlegen war, kommt damit womöglich doch noch zum Zug.

Es geht um den Betrieb der S-Bahn Nürnberg von 2018 bis 2030. Die Entscheidung der Eisenbahngesellschaft zugunsten des britischen Unternehmens hatte vor allem bei den 450 betroffenen DB-Mitarbeitern Proteste ausgelöst. Sie befürchten den Verlust von Jobs.

"Wenn die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens tatsächlich bezweifelt wird, ist diese Entscheidung nur konsequent", kommentiert Thorsten Glauber, verkehrspolitischer Sprecher der Freien Wähler", die Entscheidung. "Es darf nicht sein, dass das Rückgrat des fränkischen Nahverkehrs – das S-Bahn-Netz Nürnberg mit Tausenden von täglichen Fahrgästen – zum Versuchsfeld für Verkehrsunternehmen wird.“

Glauber vergleicht das Verfahren mit den Vorgaben in einem Architekturbüro: „Schon jedes Ingenieur- und Architekturbüro muss bei der Vergabe von Aufträgen für öffentliche Bauvorhaben seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Das ist auch richtig so, denn es geht bei solchen Projekten um öffentliche Steuergelder.“

Die BEG hatte im Januar mitgeteilt, dass das britische Unternehmen den Zuschlag für den Betrieb des S-Bahn-Verkehrs im Großraum Nürnberg erhalten soll. Das Unternehmen wäre damit der erste private Betreiber eines größeren S-Bahn-Netzes in Deutschland gewesen. (dpa/BSZ)

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