Wirtschaft

Das eigene Zuhause ist und bleibt für viele Menschen ein zentrales Lebensziel. foto lbs bayern

25.07.2014

Wohnriester boomt

LBS Bayern erzielte 2013 zum dritten Mal in Folge ein Neugeschäft von über 8 Milliarden Euro

Die LBS Bayern hat im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Folge ein Neugeschäft nach Bausparsumme von über 8 Milliarden Euro erreicht. Mit 8,08 Milliarden Euro liegt die LBS etwas unter dem Rekordwert des Jahrs 2012 (8,42 Milliarden Euro), das auch von einem Sondereffekt begünstigt war, wie der Vorstandsvorsitzende Franz Wirnhier erklärte. „Aber wir haben erneut ein sehr hohes Niveau und unsere Ziele erreicht.“ Auch im laufenden Jahr liege die LBS Bayern auf Kurs. Nach sechs Monaten wurden über 122.000 Bausparverträge mit einer Summe von 4,375 Milliarden Euro vermittelt (- 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum). Damit bewege sich das Haus laut Wirnhier in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs.

Das eigene Zuhause als Lebensziel

Begünstigt werde das Bausparen durch drei Einflussfaktoren: „Das eigene Zuhause ist und bleibt für viele Menschen ein zentrales Lebensziel. Sie sehen darin eine stabile Geldanlage, eine verlässliche Altersvorsorge und nicht zuletzt die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen und ihr Lebensumfeld nach eigenen Wünschen zu gestalten. Die Wirtschaftsstärke Bayerns sorgt für gute Gehälter und eine hohe Arbeitsplatz- und Einkommenssicherheit. Und schließlich bietet das anhaltende Niedrigzinsumfeld Finanzierungsbedingungen, wie es sie noch nie in Deutschland gab. Dieses historisch günstige Zinsniveau möglichst langfristig zu sichern, ist das Gebot der Stunde. Und genau darin liegt der Kernnutzen des Bausparens.“
Der LBS-Chef geht daher aus heutiger Sicht davon aus, „dass wir unser Ziel für 2014 von 8,1 Milliarden Euro Bausparsumme erreichen und damit die Serie erfolgreicher Bausparjahre für die LBS fortsetzen werden“.
Besonders erfolgreich gestalte sich das Neugeschäft mit LBS-Wohnriester-Verträgen, mit zweistelligen Zuwachsraten. Von Januar bis Juni ist das Wohnriester-Neugeschäft mit 12.500 Verträgen und 653 Millionen Euro Bausparsumme im Vorjahresvergleich um 23,9 beziehungsweise 25,6 Prozent gewachsen. Die gesetzlichen Verbesserungen beim Wohnriester, die zum Jahreswechsel wirksam wurden, tragen zu diesem Aufschwung bei. Die LBS Bayern hat bereits 133.000 Wohnriester-Verträge im Bestand. Tendenz laut Wirnhier: deutlich steigend.
Auch das Darlehensgeschäft konnte in den vergangenen Jahren spürbar ausgeweitet werden. Eine starke Nachfrage erfahren LBS-Sofortfinanzierungen. 2013 wurden entsprechende Darlehen in Höhe von über 750 Millionen Euro ausgezahlt, was ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 18 Prozent und einen Rekordwert bedeutet. Demgegenüber waren die Auszahlungen bei den Bauspardarlehen rückläufig. 2013 betrug das Volumen 510 Millionen Euro – 11 Prozent weniger als 2012. „Angesichts der gesunkenen Zinsen entscheiden sich insbesondere Kunden mit älteren Verträgen häufiger für kapitalmarktabhängige Angebote von uns oder den Sparkassen“, sagte der LBS-Chef.
In den ersten sechs Monaten 2014 lagen die Auszahlungen bei Sofortkrediten (334 Millionen Euro; - 3,7 Prozent) und den Bauspardarlehen (157 Millionen Euro; - 7,1 Prozent) geringfügig unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Dies entspreche der Entwicklung auf dem bayerischen Wohnimmobilienmarkt, der nach mehreren Boom-Jahren eine Stabilisierung erkennen lasse, betonte Wirnhier.
Anfang Mai 2014 hat die LBS Bayern eine neue Tariffamilie eingeführt. Diese ermöglicht Bauspardarlehen für klassische Immobilienfinanzierungen ab einem Sollzins von 2,2 Prozent und für Modernisierungen ab 1,5 Prozent. „Das sind die günstigsten Zinsen, die es jemals gab in der über 84- jährigen Geschichte unseres Unternehmens“, sagte Wirnhier.
Das niedrige Kapitalmarktzinsniveau hat sich 2013 auf das Ergebnis der Landesbausparkasse ausgewirkt. Dennoch wurde das Ziel für das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge mit einem Wert von 54,9 Millionen Euro erreicht. Der Wert des Jahres 2012 (73,9 Millionen Euro) war, wie bereits erwähnt, von einem Sondereffekt beeinflusst. Dieser bestand darin, dass die in Pension befindlichen früheren Mitarbeiter der LBS im Zuge des Betriebsübergangs bei der BayernLB verblieben und dadurch die LBS von Pensionsverpflichtungen entlastet wurde. Die niedrigen Zinsen werden nach Wirnhiers Worten auch im laufenden Jahr das Ergebnis beeinträchtigen. Die LBS Bayern erwartet für 2014 ein Betriebsergebnis vor Risikovorsorge in der Größenordnung von 35 Millionen Euro.
Mittel- und langfristig setzt die LBS Bayern auf mehr Bausparneugeschäft und mehr Darlehensgeschäft – „das sind die wirksamen Hebel, um unser Unternehmen erfolgreich durch das Niedrigzinsumfeld zu manövrieren. Mit der neuen Tariffamilie haben wir uns produktstrategisch darauf ausgerichtet. Wir haben nicht nur die Zinsen gesenkt, sondern auch die Voraussetzungen für besonders langfristige Finanzierungen mit höheren Kreditsummen geschaffen. So gibt es erstmals eine Tarifvariante, die lediglich eine Mindestansparung von 30 Prozent der Bausparsumme erfordert“, sagte Wirnhier.

Gezielt den Zinsaufwand senken

Nach Einführung der neuen Tariffamilie habe man die größte Umstiegsaktion gestartet, die es in der LBS Bayern je gab. Über 300.000 Kunden wurden angeschrieben, die von einem Wechsel in die neuen Tarife profitieren, wenn sie eine Immobilienfinanzierung beabsichtigen. „Damit stärken wir unser Darlehensgeschäft und entlasten das Zinsergebnis. Mit dem systematischen Abbau der höher verzinsten Bausparverträge in unserem Bestand senken wir gezielt unseren Zinsaufwand“, so der LBS-Chef.
Ende August 2014 geht der langjährige Vertriebsvorstand Wolfgang Kube in den Ruhestand. 1998 hatte er die Verantwortung für den Vertrieb der LBS Bayern übernommen. Seitdem habe sich das Neugeschäftsvolumen verdoppelt, so Wirnhier. Kubes Aufgaben übernimmt zum 1. August Erwin Bumberger, der bislang die Sparkasse Freyung-Grafenau geführt hat und ein erfahrener Vertriebsfachmann ist. (Friedrich H. Hettler)

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