Wirtschaft

Der „Brotzeitautomat“ ist für die Oberpfälzer Familienmetzgerei Guber zur Erfolgsgeschichte geworden: Michael (l.) und Hans Guber (r.) müssen besonders am Wochenende oft nachfüllen. (Foto: obx-news)

26.06.2015

Wurstautomat als Umsatztreiber

Wie eine Oberpfälzer Metzgerei großen Supermarktketten ein Schnippchen schlägt

Der Ladenschluss ist für die beiden Oberpfälzer Metzgermeister Hans und Michael Guber und ihre Kunden kein Thema mehr: Hausgemachte Kartoffelsuppe, frisches Gulasch oder auch ein verzehrfertiger Schweinsbraten sind in Mantel (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) rund um die Uhr erhältlich, auch an Sonn- und Feiertagen. Möglich macht das eine findige Idee der Traditionsmetzgerei. 2011 haben die Gubers direkt neben ihrem Ladeneingang Bayerns ersten Automaten aufgestellt, der Griebenschmalz, Gelbwurst oder Geräuchertes 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche serviert. Auch Knacker, Wiener, Chili con Carne und sogar Getränke spuckt der Automat in Sekundenschnelle aus.

„Wir müssen mehrmals täglich nachfüllen“


Die Kunden sind von der Idee begeistert: „An den Wochenenden stehen sie Schlange, wir müssen mehrmals täglich nachfüllen“, sagt Juniorchef Michael Guber. Die Pläne für eine weitere Expansion der Idee liegen bereits in der Schublade. Der Junior plant bereits einen zweiten Automaten, der das Angebot um Grillfleisch und Salate ergänzt. „Der Brotzeitautomat ersetzt mittlerweile eine kleine Filiale, besonders auch weil er von allen Generationen gut angenommen wird“, bilanziert der 33-jährige Metzgermeister.
Geboren haben die Gubers die Idee aus der aus ihrer Sicht immer schwierigeren Situation handwerklicher Metzger heraus. Es sind die großen Supermärkte mit ihren langen Öffnungszeiten, die für mittelständische Fleischereien eine enorme Herausforderung sind. „Hier können wir als Familienbetriebe nicht mithalten, deshalb haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir den großen Ketten überlegen sein können“, erinnert sich der Oberpfälzer. Und so erfand er Bayerns ersten „Brotzeitautomaten“. Sogar der Deutsche Bundestag ist auf die „Revolution an der Metzgertheke“ schon aufmerksam geworden: In Berlin erhielt er den „Service-Innovationspreis“ des Parlaments.

"Handwerk heißt mit den Händen arbeiten"


Michael Guber liebt seinen Beruf: „Handwerk heißt mit den Händen arbeiten. Gerade das sollte einen Metzger ausmachen, dass er seine Produkte traditionell selbst herstellt und sich so vom Supermarkt-Angebot abhebt“, sagt er. Hans und Michael Guber schlachten noch mindestens einmal in der Woche selbst. Die Tiere kommen ausnahmslos von Lieferanten aus der Region, geräuchert wird mit aromatischem Buchenholz. Seniorchef Hans Guber hat den Fünf-Mann-Betrieb inzwischen an seinen Sohn übergeben: „Ich freue mich, dass mein Lebenswerk eine Zukunft hat.“
Der Brotzeitautomat ist für Sohn Michael dabei ein wichtiger Schlüssel für den Erfolg – auch weil es immer schwieriger wird, Nachwuchs zu finden, wie er sagt. Der innovative Metzgermeister will auch in Zukunft neue Wege gehen, um den Traditionsbetrieb auf Erfolgskurs zu halten. Über seinen Online-Handel liefert Guber seine Oberpfälzer Spezialitäten inzwischen nicht nur in die Bundeshauptstadt und ins Ruhrgebiet, sondern auch bis nach Irland. (obx)

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Kommentare (2)

  1. Zitrone am 29.06.2015
    In Amorbach im Landkreis Miltenberg, Unterfranken, steht seit Monaten schon ein solcher Automat. Vielleicht verirrt sich ja mal der/die Reporter/in ja auch mal an den Untermain nach Churfranken. Dabei kann er dann gleich auch über die wunderschön restaurierte Abteikirche direkt gegenüber dem Automaten berichten.
  2. Zitrone am 29.06.2015
    NS: Es handelt sich um die Metzgerei Hauck, Amorbach mit eigener Website.

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