Wirtschaft

Die Deutsche Bundesbank hat sich für kräftige Lohnzuwächse ausgesprochen. (Foto: Deutsche Bundesbank)

22.07.2014

„Zu hohe Arbeitskosten mindern Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe“

vbw kritisiert Forderung der Bundesbank nach kräftigen Lohnzuwächsen

Mit Unverständnis reagiert die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. auf Forderungen der Deutschen Bundesbank und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dass Löhne und Gehälter in Deutschland stärker steigen sollten, um eine drohende Deflation zu vermeiden. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Die Argumentation von Bundesbank und DIW greift zu kurz. Die Höhe der Entgelte hat erhebliche Auswirkungen auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. Der Erfolg der deutschen Wirtschaft beruht in besonderem Maße auf ihrer Exportstärke. Auf den internationalen Märkten würden uns kräftige Lohnerhöhungen extrem schaden. Eine pure Betrachtung des deutschen Binnenmarktes greift für eine globalisierte Wirtschaft wie die deutsche zu kurz.“

Auch das Argument, dass sich Unternehmen bei scheinbar deflationären Tendenzen mit Investitionen zurückhalten und daher die Löhne und Gehälter kräftig steigen müssen, kann Brossardt nicht nachvollziehen: „Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen wird vor allem dann gebremst, wenn infolge großer Lohnsteigerungen die Arbeitskosten nach oben klettern, sich die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe verschlechtert und damit die Finanzkraft für Investitionen schwindet.“

Darüber hinaus kritisiert die vbw, dass die Bundesbank den Eindruck vermittelt, der lohnpolitische Verteilungsspielraum sei in den vergangenen Jahren nicht ausgeschöpft worden. „Das Gegenteil ist der Fall: Die Entgeltsteigerungen waren hoch, der Produktivitätszuwachs gering. Die durchschnittlichen Tarifentgelte liegen heute um 15,7 Prozent über dem Vorkrisenniveau von 2007, die gesamtwirtschaftliche Produktivität dagegen ist im selben Zeitraum nur um magere 1,8 Prozent angewachsen“, so Brossardt. Vor dem Hintergrund eines prognostizierten Produktivitätsanstiegs von 1,2 Prozent im Jahr 2014 und von 1,6 Prozent im Jahr 2015 kann die vbw Ansprüche auf kräftige Lohnsteigerungen nicht nachvollziehen. „Wenn wir uns an einer produktivitätsorientierten Lohnpolitik ausrichten, dann ist ein deutliches Lohnplus nicht sachgerecht.“(IBW)

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