Wirtschaft

Sie setzen voll auf Elektromobilität (v.l.): Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, Sachsens Ministerpräsident Stanislav Tillich (CDU) und Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP). (Foto: Schweinfurth)

20.01.2012

Zwei Freistaaten im Zeichen der E-Mobilität

Bayern und Sachsen wollen gemeinsam die Revolution des Autoantriebs voranbringen

Bayern und Sachsen wollen die Vorreiter in Sachen Elektromobilität in Europa werden. Darum haben sich jetzt beide Bundesländer für das Bundesprogramm „Schaufenster Elektromobilität“ beworben. Dieses sieht vor, an deutschlandweit bis zu fünf Standorten mit einem Fördervolumen von zunächst 180 Millionen Euro, eine Vielfalt anwendungsbezogener Elektromobilitätsprojekte zu unterstützen.
„Uns geht es darum, den Spitzenplatz der deutschen Wirtschaft bei der Elektromobiltät international sichtbar zu machen und für die Zukunft zu sichern“, sagt Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bei der Vorstellung des Projekts im Prinz-Carl-Palais in München. Möglichst viel an Fördergeldern vom Bund abzufassen, sei nicht Absicht der Kooperation der beiden Freistaaten. Seehofer verweist auf Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne), der ihm klar gemacht habe, dass Deutschland seinen Technologievorsprung gegenüber China sichern müsse. Denn im Reich der Mitte werde sehr viel Geld in die Hand genommen, um die Elektromobilität zu fördern. Da müsse Deutschland aufpassen, seine Spitzenposition zu halten. Schließlich werde mit der Elektromobilität das Auto zum zweiten Mal erfunden, so Sachsens Ministerpräsident Stanislav Tillich (CDU). Also gehe es für die deutsche Automobilindustrie mit ihren vielen Arbeitsplätzen darum, Innovationsführer und -treiber zu sein. Es liege schon im vitalen Eigeninteresse der Autoindustrie, die auch in Bayern und Sachsen ansässig ist, ihre Wertschöpfung bei Fahrzeugen mit Elektroantrieb zukunftssicher zu machen. Deshalb sei ein Schielen auf Fördermittel des Bundes nicht zielführend.
„Mit Bayern und Sachsen gehen zwei Premiumländer zusammen mit Spitzenunternehmen Hand in Hand den Weg für Elektromobilität in Stadt und Land“, betonen Seehofer und sein sächsischer Amtskollege. Bis zum Jahr 2020 wollen beide Länder 250 000 Elektroautos auf die Straße bringen. Und das bayerische Kabinett springt dabei in die Vorreiterrolle. „Wir haben letzte Woche eine Beschaffungsinitative für Elektrofahrzeuge für die bayerische Staatsregierung verabschiedet“, betont Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP).
Die Ministerpräsidenten und ihre Partner aus der Industrie betonen die vielen starken Argumente, die für die Bewerbung von Bayern und Sachsen sprechen. Beide Freistaaten repräsentierten zusammen „ein Viertel der Bundesrepublik“ – bei der Bevölkerung, der Wirtschaftskraft und dem Kraftfahrzeugbestand. „Und es ist die erste Kooperation eines alten und eines neuen Bundeslandes in diesem so wichtigen Zukunftsfeld“, betont Tillich. Doch die Zusammenarbeit der beiden Freistaaten geht weit über die Elektromobilität hinaus. „Wir wollen einen engen Schulterschluss nicht nur bei den Technologien der Zukunft, sondern auch in anderen Bereichen von Wissenschaft und Forschung“, ergänzt Seehofer.
Laut Tillich sollen Synergien aus Industrie und Forschung genutzt werden. Sie könnten die Elektromobilität noch schneller alltagstauglich machen. „Zum Vorteil von Mensch und Natur.“
Neben BMW, Audi, MAN und Porsche tragen auch Siemens, E.ON, DREWAG, die Stadtwerke München, Leipzig und Ingolstadt sowie die N-ERGIE aus Nürnberg und die Verkehrsbetriebe Dresden und Leipzig die Bewerbung maßgeblich.
Bayerns Wirtschaftsminister Zeil und sein sächsischer Amtskollege Sven Morlok (FDP) verweisen darauf, dass die Bewerbung nicht bei Null startet, sondern auf einer guten Basis aufbauen kann. Mit der Nord-Süd-Achse im breiten Korridor entlang der Bundesautobahn A 9 könne sie die Elektromobilität als Technologie der Zukunft in großem Stil etablieren. Morlok betonte, dass beide Freistaaten die Menschen in Großstädten ebenso wie auf dem Land für die Elektromobilität begeistern wollen. „Mit rund 80 an der Schnittstelle von Elektroauto, Energie- und Verkehrsunternehmen ausgerichteten Projekten und einem Volumen von 180 Millionen Euro wollen wir das ehrgeizige Ziel erreichen, das wir uns mit einer Viertel Million Elektrofahrzeugen gesetzt haben“, so Morlok. Mit dem Schaufenster solle gezeigt werden, dass die Elektromobilität auch für schwierig zu erschließende Nutzergruppen wie Pendler oder im ländlichen Raum attraktiv ist und eine flächendeckende Einführung möglich ist.
(Ralph Schweinfurth)

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