Bauen

Der Neubau bei Nacht. (Foto: L+S AG)

06.07.2017

Eine Investition in die Zukunft

Neues Laborgebäude für Labor L+S AG in Bad Bocklet

Es ist ein echter Hingucker: Weithin sichtbar ragt das neue Gebäude der Labor L+S AG in die unterfränkische Landschaft Bad Bocklets. Für die infrastrukturelle Anbindung wurde eigens eine Straße erworben und überbaut. Pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum ist er nach zwei Jahren Bauzeit fertig geworden – der neue Gebäudekomplex des Labordienstleisters beherbergt moderne, energieeffiziente Labore für Prüfungen von Arzneimitteln und Medizinprodukten nach den aktuellsten technischen Standards. Auf einer Gesamtfläche von etwa 7000 Quadratmetern über vier Etagen sind neben den Laboren weitere Büroflächen sowie Logistik- und Lagerräume entstanden. Damit hat das Unternehmen seine bisherige Fläche von 5000 Quadratmetern mehr als verdoppelt.

„Mit der Ausstattung der neuen Labore mit definierten Reinraumklassen und einem speziellen Steriltestlabor sind wir der führende Anbieter bei mikrobiologischenArzneimittel-Prüfungen auf dem deutschen Markt“, so Frank Böttcher, Vorstand der Labor L+S AG. Notwendig geworden war der Bau, da die Prüfkapazitäten in den alten Gebäuden mittelfristig nicht mehr ausreichend gewesen wären und die Mitarbeiterzahl des Labordienstleisters aus dem Ortsteil Goßenbrach kontinuierlich entlang der Auftragslage wächst. Proben und Mitarbeiter brauchten also mehr Platz. Diesen hat das Architekturbüro Scharf & Rüth aus Bad Kissingen eindrucksvoll geschaffen.

Der schlichte und funktionale Bau ist mit einem Gang direkt mit dem alten Hauptgebäude, das weiterhin den Eingang darstellt, verbunden. Neben den Laboren gibt es kundenorientierte Auditräume, eine funktionale Nährmedienküche und Platz für Büros bis hin zu Seminarräumen. Und sollte die steigende Marktnachfrage in den kommenden Jahren zusätzliche Kapazitäten erfordern, kann der Wachstumskurs der Labor L+S AG mit weiteren Bauvorhaben auf Grundstücken in der Nachbarschaft fortgesetzt werden.

Bei der Auftragsvergabe hat das Bad Bockleter Unternehmen Wert darauf gelegt, regionale Anbieter zu berücksichtigen. Für die Planung zeichnen neben dem Architekturbüro Scharf &Rüth das Ingenieurbüro Helfrich aus Bad Kissingen verantwortlich; die Reinraumtechnik und Laborplanung lag in den Händen des Planungsbüros Dittel Engineering aus Kochel/Ried. An der Ausführung waren unter anderem auch die ortsansässigen Firmen Müller Bau (Erdbau) und Schick Bau (Rohbau) beteiligt.
Bei der Planung des Neubaus standen von Anfang an der Nutzen für die Kunden der Labor L+S AG und die Anforderungen, die diese an die Labor- und Prüfleistungen stellen, im Vordergrund. Die Entscheider haben sich also zunächst die Prozesse und Anforderungen angesehen und dann ein diese Zwecke erfüllendes Gebäude dafür geschaffen. So ist mit dem neuen Gebäude ein Dach entstanden, unter das der Labordienstleister alle Prozesse schlanker und für den Kunden optimiert aufgesetzt vereint.
Über allem stand und steht immer das Thema Prüf- und Prozesssicherheit. Hier ist vorgesorgt durch ein Notstromaggregat und durch eine unabhängige Stromversorgung, die Stromausfälle abpuffern kann. Der eigene Stromanschluss von einem Megawatt könnte bis zu 200 Haushalte mit Strom versorgen. Eine neue größere Nährmedienherstellung beliefert die Labors schnell und sicher mit speziellen Nährmedien, um optimale Durchlaufzeiten für die Kunden zu realisieren. Die neue Probenregistrierung ist viermal so groß wie die bisherige, neu geschaffene Zwischenlager vermeiden Probenstaus in den Labors.

Lean-Management


Die Prüfabläufe wurden vor dem Neubau analysiert und die Laboratorien nach den Prinzipien des „Lean-Managements“ konzipiert, um die Abläufe um die Prüfung herum möglichst optimal zu „designen“. So erfolgt beispielsweise der Probentransport in den Reinräumen über ein Fließbandsystem und sorgt so für optimale und unterbrechungsfreie Arbeitsabläufe.

Zwei komplette Laboretagen mit Laboren der Reinraumklassen A bis D sowie aseptische Arbeitsisolatoren schaffen die für Steril- und andere mikrobiologische Prüfungen erforderliche „reine Laborumgebung“. Die stark erweiterten Kapazitäten, die optimierten Arbeitsabläufe und die Variabilität in den Labors sorgen für eine größtmögliche Prüfsicherheit für die Probender Kunden der Labor L+S AG.
Aber nicht nur die Proben der Kunden sind im neuen Laborgebäude in Bad Bocklet/Großenbrach gut aufgehoben, es ist auch für einen hohen Wohlfühlfaktor bei den Mitarbeitern gesorgt. Diese sollen jeden Tag einen möglichst angenehmen und effektiven Arbeitsplatz vorfinden. Dazu zählt die Arbeitsplatzsicherheit, aber auch die Arbeitsatmosphäre. Zur Unterscheidung wirken farblichmarkierte Türen und Waschbecken einer sterilen Labor-Optik entgegen, ein Raum-in-Raum-Konzept mit ausgeklügelten Luftwechselsystemen sorgt für den notwendigen Druckausgleich beim Wechsel der Räumlichkeiten.

Über 22 Millionen Euro haben die Unternehmensgründer und Eigentümer Rüdiger Leimbeck und Bernd Sonnenschein mit dem Laborneubau in den Standort Bad Bocklet und in die Zukunft der Labor L+SAG investiert.

Eine Investition in die Zukunft ist auch die Aufstockung der Ausbildungsplätze, um aktiv gegen den sich abzeichnenden Arbeitskräftemangel anzugehen. Das ist nur möglich durch das neue Gebäude, denn die im alten Unternehmensgebäude frei werdenden Flächen nutzt der Labordienstleiste unter anderem für seine Auszubildenden. Für diese ist ein Lehrlabor eigens für Ausbildungszwecke entstanden.
Die Labor L+S AG steht seit rund drei Jahrzehnten für die Expertise in der mikrobiologischen Laborprüfung und ist mit mehr als 400 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region. Heute gehört das mittelständische Unternehmen mit seinem umfangreichen Angebot an Labor- und Beratungsleistungen zu den europaweit profiliertesten unabhängigen Auftragsinstituten im Bereich der Pharma- und Medizinprodukte-, aber auch der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie. Das Unternehmen, 1987 gegründet, erwirtschaftet heute es einen Jahresumsatz von rund 32 Millionen Euro. (BSZ)

(Das Nährbodenlager; Probenregistrierung und Auswertung von Agrarplatten - Fotos: L+S AG)

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