Bauen

Bayerisches Bau- und Ausbaugewerbe: Baukonjunktur im Frühjahr weiter auf Rekordkurs. (Foto: Bilderbox)

29.04.2019

Rekordkurs hält an

Bayerisches Bau- und Ausbaugewerbe: Baukonjunktur im Frühjahr weiter auf Rekordkurs

Die Baukonjunktur in Bayern ist in diesem Frühjahr weiter auf Rekordkurs. Dies ist das Ergebnis der repräsentativen Frühjahrskonjunkturumfrage der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern (LVB), an der sich 1900 Unternehmen des bayerischen Bau- und Ausbaugewerbes beteiligten. „Die Bau- und Ausbauwirtschaft bleibt die wichtigste Stütze der Konjunkturentwicklung in Deutschland in einem sich eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Die Nachfrage nach Bau- und Ausbauleistungen nimmt weiter zu“, kommentierte Wolfgang Schubert-Raab, Sprecher der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern, die Umfrageergebnisse.

Die Zahl der Unternehmen, die ihre Geschäftslage mit gut bis sehr gut bewerten, hat sich im Vorjahresvergleich von 76 Prozent auf aktuell 80 Prozent erhöht. Das ist der höchste Wert in einem Frühjahr seit Beginn der Umfragen im Jahr 2004. Die Betriebe konnten im abgelaufenen Halbjahr ihre Umsatzentwicklung erneut steigern. 69 Prozent (Vorjahr: 65 Prozent) der Bau- und Ausbaubetriebe bezeichneten ihre Umsatzentwicklung als gut bis sehr gut. Am deutlichsten wird der sehr kraftvolle Jahresstart bei der Auftragslage der Unternehmen. Die Auftragsbücher sind im Durchschnitt für fast 14 Wochen (Vorjahr: knapp 13 Wochen) gefüllt. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren war die Auftragsreichweite nicht einmal halb so hoch.

Auch die Erwartungen sind hoch. Angesichts der großen Herausforderungen bei der Ertüchtigung der Infrastruktur, im Wohnungsbau und der Gebäudesanierung und der hohen Nachfrage rechnet die große Mehrzahl der Unternehmen für das vor uns liegende Halbjahr mit einer weiteren Ausweitung ihrer Bautätigkeit. Drei von vier Betrieben erwarten eine gute bis sehr gute Geschäftslage, fast ebenso viele erhoffen sich eine ebensolche Umsatzentwicklung. Allerdings haben die Unternehmen deutliche Preissteigerungen bei Material, Rohstoffen, Transport und bei Nachunternehmerleistungen zu verkraften.

„Die größte Herausforderung für uns bleibt der Aufbau personeller Kapazitäten. Wir unternehmen große Anstrengungen, um Lehrlinge zu gewinnen und junge Bauingenieure und Facharbeiter für unsere spannende Branche zu begeistern, können aber bei weitem nicht so viel Personal gewinnen, wie wir benötigen“, so Schubert-Raab. Dies spiegelt sich in den Umfragewerten wider. 18 Prozent aller befragten Bau- und Ausbaubetriebe planen aktuell ihr Personal aufzustocken. Drei Viertel der Betriebe wollen die Zahl ihrer Mitarbeiter stabil halten. Drei Viertel der Unternehmer der bayerischen Bau- und Ausbaubranche wollen auch die Zahl ihrer Auszubildenden konstant halten. Zugleich möchten 17 Prozent der Befragten mehr junge Menschen als bisher für eine Ausbildung gewinnen.

Mit Blick auf die von der Bayerischen Staatsregierung koordinierte Allianz für starke Berufsbildung in Bayern begrüßt die LVB die Beendigung der jahrelangen Bevorzugung der Hochschulausbildung gegenüber der dualen beruflichen Ausbildung als wichtigen Schritt zu deren gesellschaftlicher Aufwertung. Schubert-Raab mahnte aber weitere wichtige politische Weichenstellungen an, um dem Fachkräfteengpass wirksam zu begegnen: „Noch immer liegt der Entwurf des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes auf Eis. Umso wichtiger ist die Beibehaltung der Westbalkanregelung für die Fachkräftegewinnung. Und noch immer warten wir auf die angekündigte Wiedereinführung der Meisterpflicht in einigen Bau- und Ausbaugewerken, welche die Stellung des Handwerks in der Gesellschaft stärken und die Attraktivität dieser Berufe erhöhen wird.“ (BSZ)

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