Kommunales

Wenn Mütter oder Väter trinken, leidet die ganze Familie darunter. Foto: Getty

12.03.2010

Der Fluch der Flasche

Das „Chancen Nest“ in Kempten nimmt Kinder von suchtkranken Eltern auf – ein einmaliges Projekt im Freistaat

Unterricht in der 9. Klasse eines Kemptener Gymnasiums: Vorne am Pult steht an diesem Vormittag kein Lehrer, der den Schülern Matheformeln oder neue Englisch- oder Französisch-Vokabeln beibringt, sondern eine hagere Frau mit Brille, die Haare nach hinten zum Zopf gebunden. Sie spricht über das Leben, über tägliche Probleme, über die Sucht mit Alkohol. Dass die Jugendlichen schon nach wenigen Minuten den Plausch mit dem Nachbarn oder das verschämte Kichern einstellen, hat einen Grund: Ulrike von Le Suire erklärt gleich zu Beginn ihres Vortrags, dass sie Alkoholikerin war.
„Trink ruhig, das härtet dich ab und du kannst mithalten“ Zehn Jahre ihres Lebens bestimmte der Alkohol ihren Lebensrhythmus. Dass sie der Hölle ins Angesicht geblickt hat und sogar von den eigenen Eltern angehalten wurde, einen kräftigen Schluck zu nehmen, um mithalten zu können. Was die Frau sagt, klingt brutal aber authentisch, sie zieht die Schüler in ihren Bann und scheint sie sensibel zu machen für dieses aktuelle Thema. Nicht zuletzt diese Reaktionen haben sie ermuntert, ein in Bayern bislang einmaliges Projekt auf die Beine zu stellen: Anfang Januar gründete Ulrike von Le Suire in Kempten ein Haus für Kinder, deren Eltern suchtkrank sind, und sich gerade einer mehrwöchigen Therapie unterziehen.

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