Kommunales

Musiktherapeut Franz Berwind (rechts) und der Leiter der Komplimentärtherapie der Psychiatrischen Klinik in Werneck, Paul Strobl. (Foto: BSZ)

06.07.2018

„Psychisch Kranke im Spiegel der Gesellschaft"

Vollversammlung des Bayerischen Bezirketags in Passau

Noch bis heute trifft sich der Bayerische Bezirketag zu seiner Vollversammlung in Passau. Sie steht unter dem Leitgedanken „Psychisch Kranke im Spiegel der Gesellschaft–- Facetten einer bedarfsgerechten Versorgung“. Die moderne Musik-Therapie trägt auch zur Entstigmatisierung der Psychiatrie bei.

Josef Mederer, Präsident des Bayerischen Bezirketags, betonte im Vorfeld die Zielsetzung der Tagungs-Thematik: „Wir haben in den zurückliegenden Monaten couragiert und mit hoher Fachkompetenz für ein neues Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG)gekämpft. Dabei haben wir viel erreicht – insbesondere unter der Mitwirkung vieler Beteiligter, die sich mit uns zusammen dem Gedanken verschrieben haben, aus diesem Gesetz ein tatsächliches Hilfegesetz für die von einer psychischen Erkrankung betroffenen Menschen zu machen. Umso mehr trifft nun das Thema unserer Vollversammlung hier in Passau auch diesen Gedanken. Ich freue mich , dass wir nunmehr auf eine lebhafte und vor allem auch fachlich kompetente Befassung mit diesem wichtigen Thema kommen werden.“

Diese Einschätzung wird auch untermauert, wenn man auf die Agenda der Vollversammlung blickt. So werden eine Reihe von Fachleuten zum Tagungsthema aus unterschiedlicher Warte Stellung beziehen: Etwa Professor Nicolas Rüsch, der Leiter der Sektion Public Mental Health am Bezirkskrankenhaus Günzburg, der sich schwerpunktmäßig in seinem Vortrag mit dem Stigma psychischer Erkrankungen in der Gesellschaft befasst.

Dialog zwischen Justiz und Medizin


Insbesondere dieser Ansatz ist ein wesentliches Element aus der Sicht der dritten kommunalen Ebene auch hinsichtlich des neuen PsychKHG. Denn in jedem Fall müsse es, so betont es auch Bezirketagspräsident Mederer, in Zukunft immer wieder darum gehen, „die Psychiatrie in ihrer Außenwahrnehmung, aber auch im Innenverhältnis zwischen Ärzten, Therapeuten und Pflegepersonal, weiter zu entstigmatisieren. Die Psychiatrie mit ihren Hilfsangeboten, therapeutischen Einrichtungen und Kliniken aus dem „Dunkel gewisser Stigmatisierungen immer mehr herausholen ist ein Wesensmerkmal nicht nur des künftigen PsychKHG, sondern der gesamten Arbeit der sieben bayerischen Bezirke, die sich einer modernen und flächendeckenden psychiatrischen Versorgung in Bayern verpflichtet wissen“, so Mederer.

Des Weiteren wird Professor Wolfgang Schreiber, Ärztlicher Direktor des Bezirksklinikums Mainkofen, die Frage beleuchten, wie ein Klinikgebäude architektonisch, aber auch in seiner damit verbundenen Ausstrahlung auf die Therapie wirkt. Dabei wird er die Geschichte von Klinikgebäuden in den zurückliegenden Jahrzehnten bis zum heutigen Tag skizzieren und zu einem Dialog mit den Anwesenden auffordern.

Einen weiteren Schwerpunkt setzt dann Professor Peter Brieger, der Ärztliche Direktor des kbo-Isar-Amper-Klinikums, der sich der Frage widmen wird, in welcher Form der Dialog zwischen Justiz und Medizin für die Psychiatrie zum Nutzen werden kann.

Schließlich wird Michael Welschehold, Ärztlicher Leiter der Leitstelle des Krisendienstes Psychiatrie, sowie Heiner Dehner, Geschäftsführer Krisendienst Mittelfranken, darstellen, wie diese Krisendienste als Soforthilfe funktionieren, um in Notfällen rund um die Uhr für in Not geratenen Menschen präsent zu sein.
Am ersten Tag standen neben dem Rechenschaftsberichts durch Verbandspräsident Mederer und der damit verbundenen Aussprache vor allem das Grußwort des bayerischen Kultusminister Bernd Sibler (CSU) im Mittelpunkt. Er legte dar, welchen Stellenwert die Psychiatrie für ganz Bayern hat und welch vorbildlichen Einsatz die Bezirke mit ihrem psychiatrischen Facheinrichtungen und Hilfsangeboten leisten.
(Ulrich Lechleitner)


Die vollständigen Seiten des Bayerischen Bezirketags Teil I


Die vollständigen Seiten des Bayerischen Bezirketags Teil II

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 37 (2018)

Umfrage Bild
Abstimmen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
 
Unsere Umfragen sollen Trends aufzeigen und haben keinen repräsentativen Charakter.

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 14. September 2018 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Georg Nüßlein
(CSU), stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag

(JA)

Stephan Pilsinger (CSU), Arzt und Mitglied des Gesundheitsausschusses im Bundestag

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2018

Nächster Erscheinungstermin:
30.November 2018

Anzeigenschluss: 9.November 2018

Weitere Infos unter Tel. 089/290142--54/56 oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download (PDF, 18 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.