Kultur

Der Himmel überm Haus der Kunst vertrübt sich: Künftig fließen 500.000 Euro weniger in den längerfristig einzuplanenden Etat. (Foto: Weber)

11.06.2014

Schörghubers Ausstieg

Das Haus der Kunst verliert einen bedeutenden Mitgesellschafter - und jährlich eine halbe Million Euro

Herber Ausstieg: Nach über 20 Jahren verabschiedet sich die Schörghuber Unternehmensgruppe als Mitgesellschafter im Haus der Kunst. Man wolle das Stiftungsengagement neu ausrichten - und das heißt weg von der Kunst, noch mehr hin zu Sozialem (es gibt bereits die recht namhafte Schörghuber Stiftung für Münchner Kinder).  Josef Schörghuber (1920 bis 1995) hatte 1992 die heutige Rechtsform des Ausstellungshauses als Stiftungs GmbH mitbegründet, Mitgesellschafter sind der Freistaat Bayern, die Große Kunstausstellung und der Freundeskreis des Hauses.

Für das Haus der Kunst bedeutet der Ausstieg: 500.000 Euro (elf Prozent des Gesamtetats) jährlich weniger im Etat - zumindest als fest einzuplanende Summe (für heuer wurde die Summe noch überwiesen). Bisher regelten nämlich langfristige Verträge (früher zehn Jahre, zuletzt fünf Jahre) diese Geldquelle aus dem Haus Schörghuber: Klassisches Mäzenatentum, ohne Bedingungen, leise - eine komfortable Verlässlichkeit. Aber vielleicht doch ein Auslaufmodell:  Jetzt sind Förderungen in der Regel zeitlich enger befristet und projektbezogen. Das Etatpuzzle zusammenzufügen, wird wohl noch mehr (zeitlich und künstlerisch-kreative) Überzeugungskraft fordern: Direktor bzw. Geschäftsführer Okwui Enwezor versteht freilich diese Form der Mittelbeschaffung bei privaten Geldgebern, Stiftungen und Galerien. Erst im letzten Herbst hat die Bundeskulturstiftung projektbezogen (bis 2016) 500.000 Euro zugesagt. (Karin Dütsch)

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