Landtag

Der verurteilten Dreifachmörder Roland S. (2.v.r.) als Zeuge im bayerischen Landtag: Der Untersuchungsausschuss "Modellbau" untersucht die sogenannte Modellbau-Affäre um die ehemalige bayerische Ministerin Haderthauer. (Foto: Peter Kneffel/dpa)

26.06.2015

Dreifach-Mörder im Landtag

Roland S. bekräftigt als Zeuge im U-Ausschuss "Modellbau" die Vorwürfe gegen Haderthauer

Im Untersuchungsausschuss zu den Hintergründen der Haderthauer-Affäre hat ein Schlüsselzeuge die Vorwürfe vor allem gegen den Mann der CSU-Politikerin bekräftigt. Zugleich offenbarte die Aussage des Dreifachmörders Roland S. fragwürdige Zustände im Bezirkskrankenhaus Ansbach über Jahre hinweg.

S. berichtete am Freitag im Landtag, Hubert Haderthauer habe auf die Modellbauer im Maßregelvollzug in Ansbach immer wieder Druck ausgeübt, schneller zu arbeiten. Dem Ehepaar Haderthauer sei es um Profit gegangen. Zudem berichtete S., dass er das Krankenhaus regelmäßig habe verlassen dürfen.

"Hubert Haderthauer hat immer wieder Druck ausgeübt"

Roland S. ist seit vielen Jahren in den Bezirkskrankenhäusern (BKH) Ansbach und Straubing untergebracht. Er war der Hauptkonstrukteur der teuren Luxus-Modellautos, die das Unternehmen "Sapor Modelltechnik" in Ansbach und Straubing fertigen ließ und in alle Welt verkaufte. Mitgesellschafter dort waren nacheinander die spätere Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) und ihr Mann, damals Stationsarzt in Ansbach und heute Landgerichtsarzt in Ingolstadt.

Zudem sagte S., dass er das BKH regelmäßig habe verlassen dürfen, etwa zu Modellbau-Messen. Und: S. berichtete von einem gemeinsamen Abendessen, bei dem auch Christine Haderthauer dabei gewesen sei - und ihm das Du angeboten habe. Sie selbst hatte dazu gesagt, sie könne sich nicht erinnern.

Zudem sagte der Dreifachmörder auf Nachfrage, ob er quasi Leiter der Modellauto-Produktion in Ansbach gewesen sei: "Ja, vom Anfang bis zum Schluss. Vom ersten Bleistiftstrich bis zum Werkstattkehren war ich überall involviert." Einen Therapieplan habe er dagegen trotz wiederholter Nachfragen nie bekommen - erst im vergangenen Jahr. (dpa)

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