Politik

Der Bund Naturschutz hat 99 Molkereiunternehmen zum Thema Glyphosat befragt, 30 haben geantwortet. (Foto: dpa)

10.07.2018

16 Molkereien bekennen sich zu Glyphosatverzicht

Naturschützer rufen die Staatsregierung auf, sich für ein schnelleres Glyphosatverbot als wichtigen Beitrag gegen das Insektensterben einzusetzen

Eine Reihe von Molkereien in Bayern hat sich einer Umfrage von Naturschützern zufolge zum Glyphosatverzicht bekannt. Eine Acker- und Grünlandbewirtschaftung ohne das
Unkrautvernichtungsmittel hätten nach eigenen Angaben 16 Molkereiunternehmen verankert, teilte der Bund Naturschutz in Bayern (BN) am Dienstag mit. Dass auch zugekauftes Futter ohne Glyphosateinsatz hergestellt wird, hätten aber nur Biomolkereien sowie drei kleinere Almmolkereien vereinbart. Der Bund Naturschutz hatte 99 Molkereiunternehmen befragt, 30 hatten geantwortet. Nach der erneuten Zulassung von Glyphosat in der EU im vergangenen Jahr wollen Gegner über Selbstverpflichtungen den Ausstieg voranbringen.

«Gerade große Molkereien lassen weiterhin die Glyphosatanwendung am Acker und auf den Wiesen zu und entziehen sich ihrer Verantwortung. Die Verbraucher müssen Milch, Joghurt oder Käse aus Bioerzeugung kaufen, wenn sie den Glyphosateinsatz vermeiden wollen», sagte der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner. Er rief Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) und die Staatsregierung auf, sich für ein schnelleres Glyphosatverbot als wichtigen Beitrag gegen das Insektensterben einzusetzen. Zudem müsse die Koalitionsvereinbarung zur Glyphosatreduktion umgehend umgesetzt werden.

Dem Beispiel der Molkerei Berchtesgadener Land folgen

Bereits Ende vergangenen Jahres hat der Bund Naturschutz alle bayerischen Molkereien aufgerufen, dem Beispiel der Molkerei Berchtesgadener Land zu folgen, mit den Bauern über ein Glyphosatverbot zu diskutieren und ein Verbot zu beschließen. Glyphosat ist ein Totalherbizid und vernichtet alle Pflanzen. Der Einsatz sei mitverantwortlich für das Artensterben und beinhalte Risiken für die Gesundheit, warnte der BN.

Beim Bayerischen Bauernverband hieß es, es sei verständlich, dass sich Molkereien durch Produktversprechen positionieren und von Konkurrenten absetzen wollten. «Wenn sich diese Marketingaktivitäten in einer stabilen Nachfrage und einem höheren Preis widerspiegeln, ist das auch im Sinne der Milchbauern», sagte Verbandssprecher Markus Peters. «Klar muss aber sein: Wenn Molkereien ihren Lieferanten höhere Standards abverlangen, muss sich der damit verbundene Mehraufwand auch in einem höheren Milchpreis widerspiegeln.» (dpa)

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