Politik

09.08.2019

Elektroroller: Den E-Wahnsinn eindämmen

Ein Kommentar von Ralph Schweinfurth

Elektroroller sind schnell, leise und für Ungeübte schwer zu handhaben. Wegen der kleinen Räder und der geringen Standfläche für den Fahrer sind sie außerdem ziemlich wackelig. Den Arm auszustrecken, um wie beim Radfahren das Abbiegen anzuzeigen, ist schier unmöglich. Unfälle, die häufig schwere Verletzungen nach sich ziehen, sind an der Tagesordnung.

Seit ihrer Straßenzulassung am 15. Juni erobern die E-Tretroller die Straßen. Schlaglöcher, Splitt und Kopfsteinpflaster erfordern einiges Geschick im Umgang mit den Gefährten. Auch abruptes Bremsen oder schmale Straßen sind eine Herausforderung für die Fahrer. Fußgänger haben ihre liebe Not mit den E-Rollern, wenn diese – kreuz und quer auf Gehwegen geparkt – zum Hindernislauf zwingen. Wer gar seh- oder hörbehindert ist, hat es doppelt schwer mit den neuen Vehikeln.

Werbemittel für Kommunen finanzieren


Jetzt fordert Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ein härteres Durchgreifen der Städte gegen die Auswüchse durch die E-Tretroller. Damit wälzt er das Problem, das er mit deren Zulassung selbst geschaffen hat, auf die Kommunen ab. Diese müssen sich mit den wild in der Gegend abgestellten Leih-Scootern und deren oftmals alkoholisierten Fahrern herumschlagen. Dabei gilt für die Fahrer von E-Tretrollern die gleiche Promillegrenze wie für Autofahrer.

Scheuer wäre gut beraten, den Kommunen aus seinem Etat Werbemittel für entsprechende Aufklärungskampagnen bereitzustellen. Schließlich sind die Spielregeln für die neuen Spaßmobile im Straßenverkehr noch viel zu unbekannt. Diese Finanzmittel sollten Städte und Gemeinden sodann selbst für entsprechende Aufklärungsmaßnahmen einsetzen – und die Infos an die Scooterverleiher weiterreichen, damit wirklich alle E-Tretrollernutzer informiert werden.

Außerdem muss schärfer kontrolliert werden – eine neue Zusatzaufgabe für die sowieso schon überlasteten Großstadtreviere der Polizei. Auch über schärfere Sanktionen bei Fehlverhalten darf man nachdenken. Und man sollte die Gefährte mit Blinkern nachrüsten sowie eine Helmpflicht einführen. Denn die Unfallzahlen nehmen ständig zu.

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