Politik

Der Bundestag lockt mit Ruhm, Ehre und hohen Diäten. (Foto: dpa)

05.12.2016

Nachwuchs für den Bundestag

In den nächsten Wochen beginnt in den Parteien der Kampf um die besten Listenplätze - und auch die jungen Leute möchten mitreden

Als der Bundestag vor drei Jahren gewählt wurde, waren die Abgeordneten im Schnitt fast 50 Jahre alt. Nur 34 der 630 Abgeordneten sind 1981 oder später geboren. Dennoch versuchen jedes Jahr junge Politiker auch aus Bayern, nach Berlin zu kommen - mit sehr unterschiedlichen Erfolgsaussichten.

JUNGE UNION: Die beiden Spitzenkandidaten der Jungen Union (JU) in Bayern stehen bereits fest. Mit Katrin Albsteiger und Tobias Zech unterstützt der Nachwuchs der CSU zwei Kandidaten, die bereits seit 2013 im Bundestag sitzen. Außerdem machen sich die jungen Christsozialen Hoffnungen auf aussichtsreiche Kandidaturen für Direktmandate. "In den letzten Jahren haben wir aber auch auf der Liste immer gute bis sehr gute Plätze erhalten", sagt JU-Landesgeschäftsführer Stephan Ebner.

JUSOS: Bei den bayerischen Jusos sind die Aussichten deutlich schlechter, auch wenn mit Johanna Ueckermann die Juso-Bundesvorsitzende über die bayerische Landesliste in den Bundestag einziehen will. Denn 19 der 22 SPD-Abgeordneten aus dem Freistaat wollen auch 2017 wieder nach Berlin. "Wir hätten Johanna gerne unter den ersten Fünf gesehen, das wäre ein starkes Signal gewesen. Aber da wurde uns sehr früh kommuniziert, dass das nicht möglich ist", sagt der Landesvorsitzende Tobias Afsali. Daher wolle man Ueckermann nun auf den 20. Platz bringen, der voraussichtlich für einen Einzug in den Bundestag reichen würde. "Alles andere als Platz 20 könnten wir nicht akzeptieren", sagt Afsali. Sollte keine Einigung über einen aussichtsreichen Listenplatz erzielt werden, strebe sie eine Kampfkandidatur an, sagte Ueckermann dem "Straubinger Tagblatt".

GRÜNE JUGEND:
"Wir haben die Forderung aufgestellt, dass eine Person von der Grünen Jugend unter die Top 15 der Liste kommt", sagt die Sprecherin der Grünen Jugend in Bayern, Eva Lettenbauer. Ein Mandat wäre damit aber noch nicht sicher. Parteiintern werde mit zwölf Bundestagsmandaten gerechnet, die über die Liste vergeben werden könnten, sagt Lettenbauer. Und diese seien hart umkämpft: "Man merkt, dass dieses Jahr viele auf die Liste drängen. Aber in der Partei gibt es ein gutes Bewusstsein dafür, dass man auf die Jungen achten sollte." Derzeit sitzt im Bundestag niemand, der mit dem Votum der Grünen Jugend in Bayern ausgestattet ist.

JUNGE LIBERALE: Ein heißer Kampf könnte auch um die Listenplätze bei der FDP entstehen - nach drei Jahren außerparlamentarischer Opposition machen sich viele Parteimitglieder große Hoffnungen. "Unsere Liste soll zukunftsorientiert sein", sagt der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen in Bayern, Lukas Köhler. Immerhin habe sich auch der FDP-Landesvorstand in den vergangenen drei Jahren kräftig verjüngt. Der sechste Listenplatz gelte in der FDP als Platz der "Julis", Köhler selbst möchte diesen ergattern. Zudem könnte auch der siebte Platz an die Jugend fallen. Bei Köhlers Wahlprognose von bundesweit sechs bis sieben Prozent für die Liberalen würden beide Plätze noch für ein Bundestagsmandat reichen.

JUNGE ALTERNATIVE: "Ein Mandat muss man sich verdienen", sagt der Vorsitzende der Jungen Alternative (JA) in Bayern, Christoph Steier. Daher findet er es gut, dass die AfD ihre Liste erst im Juni 2017 aufstellt. "So bleibt die Motivation hoch, sich im Wahlkampf einzusetzen und sich zu präsentieren", sagt Steier. Details zur Listenaufstellung gibt es beim AfD-Nachwuchs aber noch nicht, ein Spitzenkandidat wird erst in den kommenden Wochen gewählt. Für die mögliche Fraktion sei ein JA-Vertreter aber wichtig. "Wir sind die Zukunft, wir können Deutschland noch retten", sagt Steier.
(Fabian Nitschmann, dpa)

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