Wirtschaft

Audi hat ehrgeizige Pläne beim Ausbau der E-Mobilität. (Foto: dpa)

11.03.2019

Dieselgate, Abgastests und E-Mobilität

Audi steht wie auch die Mutter VW vor milliardenschweren Herausforderungen

Der neue Audi-Chef Bram Schot macht beim Umbau der VW-Tochter Druck - und will auch die Größe der Belegschaft auf den Prüfstand stellen. "Audi muss effizienter entwickeln, produzieren und wirtschaften", schrieb Schot an die Beschäftigten. "Tabuthemen darf es nicht geben", heißt es in dem Schreiben, das der dpa vorliegt.

In Gesprächen mit dem Betriebsrat dazu wolle man auch "die Zahl der direkten und indirekten Mitarbeiter unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung genau unter die Lupe nehmen" sowie "die Vergabe der Fahrzeugprojekte und Werkbelegungen genau anschauen" und die "Produktionskapazitäten standortspezifisch optimieren". Zuvor hatte die "Heilbronner Stimme" (Samstag) darüber berichtet. Audi will an diesem Donnerstag (14.3.) über das abgelaufene Geschäftsjahr berichten und einen Ausblick geben.

An die Beschäftigten appellierte Schot: "Wir erwarten dabei von allen Audianern, dass sie ihren Beitrag leisten und sich konsequent qualifizieren. Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir unsere Personalstruktur überdenken. Gleichzeitig müssen wir die Managementstruktur und Organisation straffen." Audi beschäftigt nach früheren Angaben in Ingolstadt rund 44.000, im württembergischen Neckarsulm rund 17.000 Mitarbeiter. Für die beiden deutschen Standorte gilt derzeit eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2025.

Audi muss investieren


Hintergrund ist mit "Dieselgate", den Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Autos wegen des neuen Abgasprüftests WLTP, strengeren Abgasnormen sowie den ehrgeizigen Plänen beim Ausbau der E-Mobilität und neuer Konkurrenz ein Bündel von "gewaltigen Herausforderungen", wie Schot schreibt. "Audi muss massiv investieren, um seine Zukunft zu sichern. Das Geld, das wir dafür brauchen, müssen wir aber selbst erwirtschaften können, sonst können wir die geplanten 40 Milliarden Euro für Zukunftsthemen nicht finanzieren."

Erst war kurzem war der Volkswagen-Großaktionär Wolfgang Porsche mit seinem Unternehmen hart ins Gericht gegangen und hatte mit Blick auf die Marke Volkswagen kritisiert: "Wir haben Speck angesetzt." Zugleich sieht er auch bei der Konzerntochter Audi Probleme. Sie sei "nicht mehr profitabel genug. Der Vorstand muss jetzt verstärkt sparen und das Unternehmen schlanker aufstellen", sagte Wolfgang Porsche am Rande des Genfer Autosalons.

Neue Wettbewerber aus China kämen auf den Markt, deshalb müsse auch Audi günstiger produzieren. "Audi hat Speck angesetzt. Bram Schot und der Vorstand haben das erkannt und steuern dagegen." Wolfgang Porsche ist Sprecher der Eigentümerfamilie, die über die Porsche-SE-Holding die Mehrheit der Stimmrechte am Volkswagen-Konzern kontrolliert.
(Thomas Kaufner, dpa)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Soll es einen EU-weiten verbindlichen Mindestlohn geben?

Unser Pro und Contra jede Woche neu
Diskutieren Sie mit!
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

Jahresbeilage 2019

Nächster Erscheinungstermin:
29.November 2019

Weitere Infos unter Tel. 089 / 29 01 42 54 /56
oder
per Mail an anzeigen@bsz.de

Download der aktuellen Ausgabe vom 30.11.2018 (PDF, 37 MB)

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.

Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.