Bauen

Die Energiewende ist ohne deutliche Einsparungen im Gebäudesektor nicht machbar. (Foto: Bilderbox)

20.10.2014

Forderung nach einem steuerlichen Fördersystem

vbw Kongress beleuchtet Effizienzpotenziale im Gebäudesektor

Auf einem Kongress der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat vbw Präsident Alfred Gaffal die alleinige Konzentration auf den Umbau der Stromversorgung in der deutschen Energiepolitik kritisiert: „40 Prozent unserer Primärenergie werden in Gebäuden verbraucht. Mehr als die Hälfte davon lassen sich einsparen. Wir müssen diese Potenziale heben, wenn wir unsere ehrgeizigen Energie- und Klimaziele erreichen und die Energiewende zum Erfolg führen wollen.“ Gaffal brachte es auf die einfache Formel: „Energie, die man nicht verbracht, muss man nicht teuer erzeugen, transportieren oder speichern.“

Milliarden investiert, um Energieeffizienz zu verbessern

Der vbw Präsident betonte, dass produzierende Unternehmen in den letzten Jahren Milliarden investiert haben, um ihre Energieeffizienz zu verbessern. „Von 1990 bis 2010 ist die Energieintensität um 35 Prozent gesunken. Aber im privaten Gebäudesektor kommen wir mit dem Thema einfach nicht voran: Nach wie vor sind beispielsweise 65 Prozent der Fassaden in Deutschland nicht gedämmt, weitere 20 Prozent entsprechen nicht dem aktuellen Standard. Die Sanierungsquote bei den Eigenheimen liegt seit langem unter einem Prozent pro Jahr, obwohl die technischen Lösungen vorhanden sind und sich rechnen. So betragen die Amortisationszeiten beim Austausch von Heiz- und Klimatechnik je nach Umfang der Sanierung zwischen fünf und acht Jahren, bei zusätzlicher Dämmung zwischen zwölf und 15 Jahren. Das zahlt sich für Vermieter und Mieter aus.“
Grund für die niedrige Sanierungsquote ist laut Gaffal die fehlende Sicherheit und Planbarkeit für Investoren: „Wir müssen die Sanierungsquote dauerhaft auf drei Prozent jährlich steigern. Dazu brauchen wir eine bessere Lastenverteilung zwischen Mieter und Vermieter und vor allem ein attraktives steuerliches Fördersystem mit der Abschreibungsmöglichkeit über zehn Jahre“, forderte Gaffal. Eine Untersuchung des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk hat ergeben, dass eine steuerliche Förderung von 1,5 Milliarden Euro Zusatzeinnahmen von 2,3 Milliarden Euro generiert. „Das bedeutet ein fiskalisches Plus von knapp 800 Millionen Euro. Ein Grund mehr für die Politik, das Thema Gebäudesanierung endlich konsequent anzugehen“, so Gaffal. (BSZ)

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