Bauen

Der neue Gewerbepark NOVA in Neufahrn. (Foto: BEOS AG/Jens Küsters

29.06.2017

Wiedergeburt in Neufahrn

Die alte AVON-Fabrik wird zum modernen Gewerbepark NOVA

48 000 Quadratmeter maßgefertigte Gewerbefläche, mehr als 2000 Arbeitsplätze: So sah es in Neufahrn zu den Hochzeiten von AVON aus. 1967 hatte die Kosmetikfirma hier einen Standort für Entwicklung und Produktion errichtet. 1992 wurde dieser sogar noch einmal erweitert. Dann, 2011, schloss AVON den Standort und verkaufte das Areal. Der Käufer stand vor einer spezialisierten Produktionshalle und zwei nicht mehr marktgängigen Bürogebäuden. Die Lagerhalle konnte zwar noch weitervermietet werden. Für die anderen Flächen und das Areal waren jedoch neue Ideen gefragt.

Diese brachte die BEOS AG mit, als sie das Gelände im Dezember 2014 für eine amerikanische Investorengruppe erwarb. Seitdem wurde kräftig investiert, um aus dem einstigen Single-Tenant-Objekt einen modernen, gemischt-genutzten Gewerbepark zu entwickeln, der die Anforderungen hauptsächlich mittelständischer Firmen erfüllt. Die beiden Bürogebäude wurden komplett abgerissen, das Produktions- und das Lagergebäude dagegen umfassend modernisiert. Zusätzlich wurden an beiden Seiten der zentralen Lagerhalle zwei Neubauten errichtet. Um das Potenzial des 115 000 Quadratmeter umfassenden Areals optimal zu nutzen, wird aktuell ein dritter Neubau geplant.

Trotz der Komplexität und Größe des Standorts konnte das Bebauungsplanverfahren bereits nach elf Monaten abgeschlossen werden. Das ist zum einen der engen Kooperation mit der Gemeinde Neufahrn zu verdanken, zum anderen der professionellen Planung durch Dargomir Stadtplanung, Bottler und Lutz Architekten sowie der Projektsteuerung der LSPM Lindner & Simons Projektmanagement GmbH.
Das Gewerbeareal bot bei der Übernahme des Managements durch BEOS verschiedene konzeptionelle und bauliche Herausforderungen. Das Potenzial der beiden erhaltenen Bestandsgebäude war unverkennbar. Es galt – und gilt – jedoch, sie auf die Nutzung durch mehrere Unternehmen auszurichten. Durch die Modernisierungsarbeiten, die 2018 abgeschlossen werden sollen, entstehen zusätzliche Service-, Labor- oder Büroflächen in zwei Gebäudeteilen, die zuvor reine Single-Use-Objekte waren.

Die beiden Neubauten dagegen, die das rechteckige Gelände im Osten und Westen als Riegel abschließen, wurden von Anfang an auf moderne, kleinteilige Flächen ausgelegt, die eine flexible Nutzung ermöglichen. Je nach Bedarf können im Rahmen des Mieterausbaus mehrere Teilflächen zusammengelegt oder größere Abschnitte weiter unterteilt werden. Das lässt einen Gewerbemix zu, der die Flächen langfristig marktfähig hält und Synergien zwischen den Mietern ermöglicht. Durch die geplante Ansiedlung von Dienstleistern, die neben den Angestellten des Gewerbeparks auch die Anwohner des umliegenden Quartiers bedienen, zum Beispiel Gastronomiebetriebe oder Werkstätten, werden flächenübergreifende Dynamiken geweckt und der Gewerbepark wird in die Stadt integriert. Diese angestrebte Aufwertung des Geländes wird durch die Mieterauswahl unterstützt – weder Schwerindustrie oder lärm- und schadstoffintensive Produktion noch Speditionsunternehmen sollen angesiedelt werden.

In enger Abstimmung mit der Kommunalverwaltung investiert BEOS zudem in die Verkehrserschließung des Geländes an der siedlungsabgewandten Westseite, um zusätzliche Belastungen durch Liefer- und Angestelltenverkehr zu vermeiden. Dafür wurde eine neue Zufahrt angelegt, die einen Vollanschluss mit eigenen Auf- und Abfahrten an die A 9 erhalten wird. Um den Verkehrsfluss zu gewährleisten, wird zudem eine Ampelanlage errichtet.

Vision für den NOVA Neufahrn Gewerbepark war es von Beginn an, eine Balance zu finden zwischen modernen, flexiblen Flächen mit hohem Baustandard und der Verbindung zur Historie des Standorts. Dieses Anliegen spiegelt sich auch im Namen des Areals: Er ist sowohl ein Anagramm des alten Namens AVON als auch das lateinische Wort für neu. Um diesen Zusammenhang sichtbar zu machen, wurde vom Architektenbüro Bottler Lutz sowie „großgestalten kommunikationsdesign“ ein Konzept für den gesamten Gewerbepark entwickelt, das die klaren Linien klassischen Industriedesigns aufgreift.

Acht vorspringende Eingangsflügel

Die moderne Fassadengestaltung setzt die acht vorspringenden Eingangsflügel der beiden Neubauten sowie die Haupteingänge der mittig gelegenen Lager- und Projektionshalle voneinander ab. Die Farbe der großformatigen Nummerierung an den Seiten wiederholt sich in Fassaden- und Fensterelementen, sodass jeder Gebäudeteil eine optische Einheit bildet und Orientierung bietet.

Gleichzeitig verbinden die dominierenden horizontalen Linien, die einheitliche bauliche Gestaltung und die Abfolge der Farben, die dem Regenbogen entspricht, den gesamten Gebäudekomplex. Auf diese Weise erscheint der Gewerbepark – trotz breitem Nutzungsmix – weiter wie aus einem Guss, statt eine lose Ansammlung von Gewerbeobjekten zu bilden. Dadurch entwickelt er eine Ausstrahlung über das Areal hinaus. Zusammen mit dem umfassenden Corporate Design, das von „großgestalten“ entwickelt wurde, wird das Areal zu einer Marke mit Identifikationspotenzial. Ziel ist, dass die Mieter stolz sein können, Teil dieses Projekts zu sein und dass das Wort NOVA zu einer eigenständigen Adresse wird.
Davon macht auch der dritte Neubau keine Ausnahme. Er wird im nordwestlichen Winkel das gesamte Areal optisch zusammenfassen und gleichzeitig einen Kontrapunkt setzen. Er überragt die anderen Gebäude um ein Stockwerk und bildet so nicht nur architektonisch, sondern auch geometrisch einen Blickfang. Ebenso wie die Fassaden der flacheren Teile betonen die Fensterelemente und die vorspringenden oberen Stockwerke noch einmal die Horizontale. Direkt neben der neuen Zufahrt wird der Neubau Nord-West ein Highlight und gleichzeitig der optische Schlussstein sein.
Die Innengestaltung richtet sich jeweils nach den Wünschen und Bedürfnissen der Mieter, deren Ansprüche sehr unterschiedlich sind. Die Gebäude des NOVA Neufahrn Gewerbeparks bieten die nötige Flexibilität, diesen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. (Daniel Fielitz)

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