Kultur

Mit ein wenig technischem Zubehör kann sich jeder Ausstellungsbesucher an den Bau großer Kirchen heranwagen. (Foto: Lengyel Toulouse Architekten, Berlin; www.lengyeltoulouse.com)

19.06.2017

Fürstlich bauen

Virtual-Reality im Museum: Erster Blick ins frisch renovierte MvW und sein 3D-Architektur-Spiel

Nach fast einjähriger Rundumerneuerung eröffnet die Gemäldegalerie des Martin von Wagner Museums der Universität Würzburg am 24. Juni die Ausstellung „Julius Echter. Patron der Künste.“ Begreifen, kombinieren, errichten - Ausstellungsbesucher halten sie selbst in der Hand: ihre persönliche Echter-Kirche. Sie greifen und drehen Türme, Sakristeien oder Langhäuser - und stellen ihr eigenes Bauwerk zusammen. In ihrer virtuellen Sicht greifen sie verschiedene Gebäude-Elemente und kombinieren diese intuitiv. Ausgestattet mit der 3D-Brille Oculus Rift und zwei Oculus Touch Controller verwirklichen die Digital-Architekt ihr kreatives Projekt.

Um ihre Komposition tatsächlich realisierten Kirchen gegenüberzustellen, steht den Besuchern der berühmte Würzburger Kunst-Mäzen Julius Echter (1545 bis 1617) zur Seite.

Beim interaktiven Einblick in architektonische Kulturgüter um 1600 lernen Ausstellungsbesucher nebenbei auch deren Struktur zu verstehen. Ein quadratischer Grundriss mit achteckigem Spitzhelm - so sehen die typischen Türme von Echter-Kirchen aus. Julius Echter lässt hunderte von ihnen errichten und engagiert sich in jedem Bauprojekt selbst. Das 3D-Architekturspiel ermöglicht seinen Bauherrn virtuell nachzuvollziehen, wie Echter seine Kirchen-Visionen umzusetzen versuchte.

Als interaktive Installation ermöglicht das Spiel nicht nur den Architekten selbst, ihre Werke im Werden zu betrachten. Auf speziellen Bildschirmen kann das Museumspublikum den Schaffensprozess verfolgen.

Neben Echters Kirchenbau thematisiert die Ausstellung seine Rolle als Bischof von Würzburg, Herzog von Franken und Gründer der Universität Würzburg. Sein Verdienst erschöpft sich jedoch nicht darin, dem architektonischen Bild von Residenzstadt und Region seinen Namen einzuschreiben. Echters Einsatz für Kunst und Kultur bringt Würzburg auch auf europäischer Ebene ins Gespräch und findet Anschluss an die internationale Renaissance seiner Zeit. Dass der strenge Gegenreformator religiös motiviert ist, bleibt nicht unerwähnt. Dabei ist Echter als Fürstbischof zugleich Teil einer internationalen Hofkultur. Dieses Spannungsfeld zwischen religiösem Eifer und höfischem Anspruch prägt sein einzigartiges kulturelles Profil. (BSZ)

Information: Martin von Wagner-Museum, Residenz/Südflügel, 97070 Würzburg. Di./Mi. 10–13.30 Uhr, Do./So. 10–17 Uhr. http://www.museum.uni-wuerzburg.de/index.html

Abbildung: Visualisierung einer Echter-Kirche. (Foto: Lengyel Toulouse Architekten, Berlin; www.lengyeltoulouse.com)

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