Politik

"Die Freiheit"-Bundesvorsitzender Michael Stürzenberger ermahnt die Nügida-Anhänger, friedlich zu bleiben - damit ist nicht jeder einverstanden. (Fotos: Wraneschitz)

17.02.2015

Mittendrin am rechten Rand

Am Rosenmontag versuchte der Nürnberger Pegida-Ableger erstmals, einen „Spaziergang durch die Südstadt“ - unter der Teilname erkennbarer Neonazikader. Reporter Heinz Wraneschitz mischte sich unter die Demonstranten

Außenrum der Polizei-Kordon. Dahinter zwei Stahl-Absperrungen. Draußen ein paar Tausend Gegendemonstranten. Drinnen ein Häuflein von etwa 150 Pegida-Anhängern - Nügidas nennen sie sich in Nürnberg. Und ein paar Journalisten. So wie ich - mit einer Leuchtweste, auf der klar und deutlich steht, dass ich ver.di und der Deutschen Journalistenunion angehöre.
Das Outfit beschert mir Aufmerksamkeit - und macht mich für die rechtsgerichteten Demonstranten natürlich verdächtig. Zuerst kommen zwei mit Ordnerbinden gekennzeichnete, gut 20 Jahre alte Männer und teilen mir mit: "Wir haben hier das Hausrecht, wir verweisen Sie vom Platz." Ein danebenstehender Polizist muss sie aufklären, dass ich als ausgewiesener Journalist das Recht hätte, von hier zu berichten. Die beiden ziehen sich nach kurzer Diskussion zurück.
Dafür gesellt sich ab jetzt ein anderer etwa 20-jähriger Ordner - mit schwarzer Baseballkappe und Neonazioutfit bekleidet - auffällig in meine Nähe. Und wird die nächsten gut zwei Stunden dort auch bleiben. Dauerredner an diesem Abend: "Die Freiheit"-Bundesvorsitzender Michael Stürzenberger. "Wir bleiben friedlich", verkündet er.
Tatsächlich halten sich die Nügidas mir gegenüber insgesamt merklich zurück. Von meinem "Begleiter" werde ich allerdings das eine oder andere Mal bedroht. So zeigt er aus einem Meter Entfernung mit dem Finger auf mich und sagt: "Euch kriegen wir auch noch!" Und er teilt mir aus nächster Nähe auch mal mit: "Von mir brauchst Du die Friedlichkeit nicht zu erwarten." 
Von Polizisten, die ich über die Bedrohungen informiere, erfahre ich: Da könne man nichts machen, erst wenn ich körperlich angegangen würde, könnten sie eingreifen. Doch so weit kommt es nicht:  Mehr als einen Stinkefinger bekomme ich nicht zu sehen. Und ein grelles Licht aus einer Mobiltelefon-Kamera. Damit macht der eine oder andere Demonstrant dasselbe mit mir wie ich mit den Nügidas: Fotografieren. (Heinz Wraneschitz)

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