Wirtschaft

Persönlich hat Ilse Aigner sichtlich Spaß am Fahren mit einem Elektroauto. (Foto: Paul)

23.01.2016

Elektromobilität im Freistaat stockt: Ministerin Aigner setzt auf Kaufprämie

Statt wie geplant eine Million Neuanmeldungen pro Jahr sind es weniger als 9000

Der Ausbau der Elektromobilität im Freistaat stockt - trotz massiver Unterstützung des bayerischen Wirtschaftsministeriums und tenedenziell positiver Ergebnisse in drei Modellregionen. Diese Bilanz zog jetzt Wirtschaftsministerin Ilse Aigner auf einer Info-Veranstaltung in Garmisch-Partenkirchen.

Postkartenwetter im Wintersportort, eine lächelnde Ministerin hinterm Lenkrad und neben der lokalen Politprominenz aus Bürgermeisterin und Landrat auch die früheren Ski-Stars Rosi Mittermaier und Christian Neureuther bei der Veranstaltung: Bei der Präsentation des Abschlussberichts über die drei bayerischen Modellregionen für Elektromobilität war für gute Stimmung gesorgt.

Doch das ökologisch saubere Gefährt erfreut sich noch keiner großen Beliebtheit beim Bürger. Jährlich eine Million neu zugelassene Elektroautos, so das Ziel der Regierung, sollen über die Straßen rollen, tatsächlich angemeldet wurden im vergangenen Jahr weniger als 9000 – weniger als ein Prozent. „Da ist noch sehr viel Luft nach oben“, meint Ilse Aigner. 

Gestartet ist das Projekt der drei Modellregionen im Jahr 2012, mit rund 130 Millionen Euro fördert das Ministerium die Innovation. Neben der Kommune Garmisch-Partenkirchen sind die Stadt Bad Neustadt an der Saale im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld und der Bayerische Wald mit von der Partie. 

Die zögerliche Akzeptanz – trotz der inzwischen 29 verschiedenen Automarken, die es in Elektroversion gibt – liegt laut Ministerin primär an der fehlenden Anzahl von Ladestationen. „Flächendeckend“, solle deren Ausbau in den nächsten Jahren erfolgen, nicht mehr nur in den großen Städten, sondern auch im ländlichen Raum. Außerdem sollen potentielle Kunden künftig mit einer Kaufprämie gelockt werden, so Ilse Aigner. Von steuerlichen Erleichterungen bei der Anschaffung, wie manche Politiker fordern, halte sie dagegen nichts. 

Dass manchmal, wenn es richtig knackig kalt ist, eine Fahrt mit dem E-Auto auch ziemlich schnell zu Ende ist, erlebte Michael Adam (SPD), der Landrat von Regen. „Ich bin aufgeladen in unserer Tiefgarage vom Landratsamt losgefahren. Und schon an der nächsten Ampelkreuzung waren 40 Prozent der Leistung aufgebraucht“, berichtet der Politiker kopfschüttelnd. Das Elektroauto sei sicher eine gute Idee – aber die Batterie als Speichermedium nicht der Weisheit letzter Schluss. (André Paul)


Lesen Sie dazu auch den ausführlichen Hintergrundbericht in der nächsten gedruckten Ausgabe der Bayerischen Staatszeitung vom Freitag, 29. Januar 2016.

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