Bauen

Der Innenhof des Wohnheims. (Foto: Bezirk Niederbayern)

08.10.2010

Behagliches Ambiente

Neues Wohnheim beim Agrarbildungszentrum in Landshut-Schönbrunn

Mit der Einweihung am 7. September 2010 wurde das neue Wohnheim beim Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn offiziell seiner Bestimmung übergeben. Damit bietet der Bezirk Niederbayern, Bauherr und Träger der Einrichtung, den Studierenden künftig optimale Lebens- und Lernbedingungen. Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein hob außerdem hervor, dass durch den Neubau dafür Sorge getragen wurde, den Standortvorteil der dort angesiedelten Schulen zu festigen. Das moderne Wohnkonzept fördert und fordert das gemeinschaftliche Lernen und die Kommunikation zwischen den Bewohnern sowie deren Eigenverantwortlichkeit, berücksichtigt aber auch die Rückzugsmöglichkeit des Einzelnen.
Mit Beschluss des Bezirksausschusses des Bezirkstags von Niederbayern vom 17. Juli 2007 wurde der Neubau eines Wohnheims beim Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn genehmigt. Berechnungen im Vorfeld zufolge wäre eine Sanierung der bestehenden Wohnkomplexe unverhältnismäßig teuer gewesen und hätten zudem nicht den ökologischen und ökonomischen Anforderungen einer zeitgemäßen Schul- und Wohnsituation entsprochen. Aus dem Wettbewerb, einem VOF-Verfahren für alle anfallenden Architekten- und Ingenieurleistungen nach der HOAI, ging das Architekturbüro Leinhäupl und Neuber GmbH aus Landshut als Sieger hervor.


113 Wohnungen


Mit der Konzeption der Außenanlagen wurde das ebenfalls in Landshut ansässige Landschaftsarchitekturbüro Brenner betraut, von dem auch das neue fortschreibungsfähige Gesamtkonzept für den Außenbereich des Agrarbildungszentrums erstellt worden war. Außerdem wurde im Rahmen eines Beratervertrags der emeritierte Professor Werner Wirsing aus München beauftragt – ein Spezialist für den Bau von Studentenwohnanlagen (zum Beispiel Olympisches Dorf in München).
Die konkrete Planungsphase mit Erstellung der Ausschreibung nahm von Februar 2008 bis Baubeginn ein gutes Jahr in Anspruch. Am 21. April 2009 fiel mit dem traditionellen Spatenstich der Startschuss für das Bauvorhaben, am 18. September 2009 konnte Richtfest gefeiert werden.
Die Anlage besteht aus 113 Wohneinheiten und 18 Gruppenräumen und hat einen rechteckigen Grundriss mit einer Kantenlänge von 42,22 x 43,82 Meter sowie einem Innenhof mit 16,35 x 26,46 Meter. Das Gebäude besteht aus drei Vollgeschossen und einem Kellergeschoss; es ist mit einer Bodenplatte sowie Einzel- und Streifenfundamenten auf speziellen Säulen gegründet. Der Keller wurde als so genannte Weiße Wanne in wasserdichtem Beton ausgeführt. Alle Geschossdecken sind punktgelagerte Flachdecken aus Stahlbeton mit einer Stärke von 28 Zentimetern. Die Außenwände wurden tragend ausgeführt und aus Stahlbeton hergestellt.
Im Bereich der Flure gibt es im Raster von 7,20 Metern Stahlbetonstützen. Die Dachdecke über dem 2. Obergeschoss erhielt ebenfalls eine Flachdecke aus Stahlbeton, auf die ein profiliertes Dach aus Nagelplattenbindern aufgebracht wurde mit umlaufender Attika aus Stahlbeton. Das Dach wurde mit einer Deckung aus profilierten Edelstahlbahnen eingeschlagen. Die Fassade erhielt eine Wärmedämmung mit rund 18 Zentimeter starken Mineralfaserdämmplatten, die verputzt wurden.
Die Holz-Aluminium-Fenster aus Eichenholz mit einer äußeren Deckschale aus Aluminium entsprechen dem Passivhausstandard. Die Lochfenster in der Fassade wurden als Fenstertüren mit einem zu öffnenden Drehkippflügel und einem fest verglasten Teil ausgeführt. In den Treppenhäusern wurden Treppenläufe aus Stahlbetonfertigteilen eingebaut, die ein Stahlgeländer mit Edelstahl-Handlauf und einen Bodenbelag aus Naturstein erhielten.
Jedes Zimmer gliedert sich in einen Vorraum, eine Nasszelle und einen Wohnraum. Im Vorraum befinden sich ein Einbauschrank, eine Küchenzeile mit Spüle, Kühlschrank, Mikrowelle und 2-Plattenherd. Die vollständig geflieste Nasszelle (Fertignasszelle aus Leichtbeton) ist mit Dusche, WC, Waschtisch, Wandheizkörper und Wandspiegel ausgestattet. Durch die hohe Qualität der sanitären Einrichtungen wird ein hohes Maß an Nachhaltigkeit erreicht.


Mit Wärmerückgewinnung


Im Wohnraum stehen ein Bett, das zur Sitzgelegenheit umgebaut werden kann, ein Schreibtisch mit Stuhl, ein Regal und ein Bistrotisch mit Stuhl. Vorraum und Wohnraum sind mit Eichenparkett ausgelegt und haben eine Fußbodenheizung, die über Raumthermostate geregelt wird. Alle Räume besitzen eine mechanische Lüftung. Die Raumluft wird über die Nasszelle abgeführt und strömt über Zuluftventile im Wohnraum nach. Eine Raffstoreanlage mit micropervorierten Lamellen und intelligenter Steuerung für den Transport von Tageslicht in die Räume sorgt für den Sonnenschutz. Freundliche, helle Farben komplettieren das behagliche Ambiente.
Jeweils sechs bis sieben Studierende bilden eine Wohngruppe, die sich einen multifunktional nutzbaren Gruppenraum teilen, der mit einer Küchenzeile mit Spüle, Geschirrspülmaschine, Herd und Mikrowelle ausgerüstet ist. Auf den Einbau eines Kühlschranks wurde bewusst verzichtet. Wie die Einzelzimmer haben die Gruppenräume Eichenparkett, Fußbodenheizung und eine Lüftungsanlage.
Jeweils sechs Wohngruppen verteilen sich gleichmäßig auf die drei oberirdischen Wohngeschosse. Im unterirdischen Geschoss sind neben dem Gemeinschaftsraum, dem Fitnessraum und dem Musikraum die verschieden Technikräume untergebracht.
Das gesamte Gebäude wird mit einer Fußbodenheizung beheizt. Die geforderte Wärme der Heizung wird aus dem Fernwärmenetz bezogen, das durch die geplante Hauptschnitzelheizung künftig mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden kann. Darüber hinaus werden alle Räume über eine moderne Lüftungsanlage be- und entlüftet, die mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet ist.
Der Neubau hat eine Netto-Grundfläche von rund 1250 Quadratmetern bei einem umbauten Raum von mehr als 25 300 Kubikmetern. Die Gesamtkosten beliefen sich einschließlich Möblierung auf 8,51 Millionen Euro. (CK)

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