Bauen

Alexander Lyssoudis, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

22.02.2013

"CO2-Sparen"

Ingenieurekammer-Bau Kolumne: Vorstandsmitglied Alexander Lyssoudis über doie Leistungen der bayerischen Ingenieure zur Energiewende

Die Energiewende stellt eine gesellschaftliche Herausforderung dar, der sich die Ingenieure der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau mit ihrem Sachverstand und ihrer Innovationskraft stellen. Die von der Staatsregierung in ihrem Energiekonzept für Bayern ausgegebene Devise lautet: „Weg vom Öl und weg vom Atom“. Sich dieser Herausforderung vor dem Hintergrund immer knapper werdender fossiler Energieträger zu stellen, ist die wesentliche Aufgabe des 21. Jahrhunderts.
Auch der immer größer werdende Energiebedarf in den Schwellen- und Entwicklungsländern der Erde macht diese Aufgabe zu einem globalen Thema. Seriöse Studien zum Klimawandel wie auch die Ereignisse zur Reaktorkatastrophe in Fukushima im Frühjahr 2011 haben ein gesellschaftliches Umdenken gefordert.
Im Kern aller Überlegungen geht es dabei um die Abkehr von der atomaren Energieversorgung und eine drastische Reduktion der CO2-Emissionen, die mit der Verbrennung fossiler Energieträger einhergehen. Eine Neubewertung der mit der Kernenergienutzung einhergehenden Gefahren hat zu einer deutlichen Veränderung in der Ausrichtung deutscher und auch bayerischer Energiepolitik geführt und wird seitdem als „Energiewende“ bezeichnet.
Die entscheidenden Säulen einer zukunftsgerechten Energiepolitik sind dabei: Konsequentes Energiesparen, Steigerung der Energieeffizienz und kontinuierlicher Ausbau erneuerbarer Energien. Die Umsetzung der gestellten Ziele erfordert aber neben den rein technischen Belangen auch ein gesellschaftliches Umdenken.
In der Vergangenheit war der Energiemarkt von wenigen großen Energieversorgern geprägt, die – auch unter kartellrechtlichen Bedenken – in ihrer Gesamtheit diesen Energiemarkt im Wesentlichen beherrscht haben. Nun geht der Trend weg von wenigen zentralen Großkonzernen hin zu vielen dezentralen kleinen Energieversorgern. Grund dieser gewollten Entwicklung ist der kontinuierliche Ausbau der regenerativen Energien.

Wertschöpfung
in der Region


Die dezentrale Ausrichtung der erneuerbaren Energien ermöglicht eine Wertschöpfung in der Region und eine Stärkung des ländlichen Raums, so dass kommunalpolitisch ungewollte Kapitalabflüsse aus der Region minimiert werden. Die Staatsregierung hat in ihrem Energiekonzept vom Mai 2011 das Ziel ausgegeben, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 auf deutlich unter sechs Tonnen pro Kopf gegenüber derzeit neun Tonnen im Bundesdurchschnitt zu senken. Gleichzeitig soll in diesem Zeitraum zudem der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf etwa 50 Prozent gesteigert werden.
Im weiteren Sinn umfasst die Energiewende auch die Demokratisierung der Energiegewinnung. Derzeit entstehen in Deutschland etwa 40 Prozent der CO2-Emissionen aus dem Betrieb von Gebäuden, insbesondere zur Beheizung und Kühlung. Um den großen Bereich der Energie in ausreichender Breite und Tiefe abzudecken, ist umfassendes Know-how erforderlich. Da das Themenfeld sehr dynamisch und vielfältig ist, hat die Bayerische Ingenieurekammer-Bau vier miteinander verknüpfte Arbeitskreise berufen, die sich mit den unterschiedlichen Aspekten und Entwicklungen zu diesem Thema befassen. Ziel ist ein koordiniertes Miteinander in allen Bereichen des Ingenieurwesens der am Bau tätigen Ingenieure.
Die bayerischen Ingenieure tragen Verantwortung für die Sicherheit von Bauwerken, für die Zuverlässigkeit und Nutzbarkeit der Infrastruktur und für einen schonenden Umgang mit unseren Ressourcen. Sie stehen mit ihren Leistungen für das Gelingen der Energiewende in der Verantwortung, da der Berufsstand der Ingenieure an all den einzelnen Schritten und Projekten beteiligt ist wie kein anderer. Doch geht die Energiewende uns alle an. Es ist nicht nur der Ingenieur, der mit seinem fundierten Fachwissen die technische Unterstützung zur Lösung der Aufgabe bietet – es ist auch der Verordnungsgeber, der die rechtlichen Rahmenbedingungen zu einer raschen Umsetzung schaffen muss.
Auch der Verbraucher ist gefragt, der bereit sein muss, Sparmaßnahmen einzuleiten oder aber auch Einschränkungen hinzunehmen. Um umfangreich über die Arbeit der Ingenieure zu informieren, hat der Arbeitskreis Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Hochbau der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau eine umfangreiche Broschüre herausgegeben. Darin finden sich auch Informationen, in welchen Bereichen die Energiewende stattfindet, und wie der Ingenieurberuf dabei zu ihrem Gelingen beitragen kann. Die Broschüre kann kostenlos unter www.bayika.de/download abgerufen werden.

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