Bauen

31,5 Millionen Euro wurden in die Erweiterung und den Umbau der Staatlichen Berufsschule Bad Aibling investiert. (Foto: Michael Heinrich)

16.05.2014

Der Campus als Mittelpunkt

Erweiterung, Umbau und Generalsanierung der Staatlichen Berufsschule Bad Aibling

Der Landkreis Rosenheim hat im Zuge einer Neuordnung der vier Berufsschulen des Landkreises die Staatliche Berufsschule Bad Aibling großflächig um mehrere eingeschossige Pavillonbauten erweitert. Die Bestandsbauten wurden behutsam umgebaut und einer Generalsanierung unter besonderer Berücksichtigung von energetischen Belangen unterzogen. Hierfür mussten im Vorfeld der Baumaßnahme unter anderem nicht mehr erhaltenswerte Bauten der Nachkriegszeit als auch kontaminierte Böden und Auffüllungen auf dem Areal der Berufsschule entfernt und fachgerecht entsorgt werden.
Das Schulbauprojekt umfasste die Neuordnung der Berufssparten Metalltechnik, Fertigungstechnik, Metallbau, Bautechnik, Maurer und Zimmerer sowie die neu hinzugekommene Anlagentechnik. Mit der Planung beauftragt waren Aldinger Architekten aus Stuttgart.
Die Erweiterung mit annähernd 4800 Quadratmetern Hauptnutzfläche erfolgte in zwei Bauabschnitten von April 2010 bis Herbst 2012. In einem dritten Bauabschnitt wurden die bestehenden Bauten bis zum Jahresende 2013 umgebaut und energetisch saniert. Alle drei Bauabschnitte wurden während des laufenden Schulbetriebs realisiert.
Ein räumlich identifizierbarer Campus steht im Mittelpunkt des Entwurfs. Um den neu geschaffenen zentralen Binnenraum reihen sich bestehende Gebäude und neue Pavillons. Die Pavillons sind mit themenbezogenen Lernfeldern belegt. Der Campus dient dem Aufenthalt, der Begegnung, der Versammlung, der Kultur und dem Sport mit einem neu geschaffenen Allwetterplatz. Der Campus ist ein Beitrag zur Schule als Lebensraum und „Heimat“.

Eingefasst von einer überdachten Pergola


Der Entwurf für den Umbau und die Erweiterung der Berufsschule Bad Aibling verfolgt die Auffassung, dass fachintegrierte Theorie- und Praxisräume miteinander verflochten sein müssen, um im Sinne von Lernfeldern die Lehrinhalte zusammenhängend und integrativ vermitteln zu können. Durch die räumliche Vernetzung von Klassenraum- und Werkstattbereichen werden zukunftsfähige Unterrichtsstrategien und dynamische Lernprozesse gefördert sowie deren Umsetzung ermöglicht, erläutert das Stuttgarter Architekturbüro.
Der Campus ist von einer offenen überdachten Pergola eingefasst die den witterungsgeschützten Verkehr zwischen allen Fachbereichen und Häusern ermöglicht. Dort befindet sich auch die neue Pausenhalle mit Küche und Nebenräumen die als Versammlungsstätte für Schulfeiern und sonstigen Aktivitäten dient.
Die Struktur der Magistrale wurde im Untergeschoss mit einem begehbaren Medienkanal gebaut, der für die Versorgung und Anbindung aller Neu- und Bestandsbauten für die ebenfalls neu gebaute Biomasse- Heizanlage als Nahwärmeversorgung, der Elektro- und EDV-Andienung und der Verteilung aller weiteren benötigten Medien sorgt, betonen Aldinger Architekten. „So ist auf dem gesamten Areal zum einen eine einfache Wartung und zum anderen eine leichte Erweiterbarkeit aller technischen Anlagen gewährleistet.“
Die Konstruktion der Erweiterungsbauten erfolgte nach Auskunft des Stuttgarter Architekturbüros im Dach- und Fassadenbereich weitgehend mit Holzwerkstoffen. Die geschlossenen Fassadenbereiche der Neubauten wurden mit Nadelholz verschalt. Die Gründungselemente sowie die Bodenplatten und Trennwände wurden aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, des Schallschutzes und der energetischen Belange massiv ausgeführt, so das Architekturbüro. Die Dacheindeckung erfolgte mit rollnahtgeschweißten Edelstahlbahnen. Robuste Bodenbeläge in Eichenholz und langlebige farbige Plattenmaterialien setzen in den Unterrichtsräumen Akzente.
Die Gesamtkosten für die Baumaßnahme belaufen sich auf 31,5 Millionen Euro. In den Kosten enthalten sind 4,8 Millionen Euro für die Erstausstattung mit Maschinen und Gerät sowie 1,2 Millionen Euro für die Medienausstattung. Der Freistaat Bayern förderte das Projekt mit knapp 10,3 Millionen Euro. (FHH)

(Die Schule ist geprägt von einer offenen, überdachten Pergola; Blick in eine Werkstatt - Fotos: Michael Heinrich)

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