Bauen

Die neue Firmenzentrale. (Foto: Präg Gruppe)

25.10.2013

Ein richtiger Hingucker

Neu gestaltete Firmenzentrale des Familienunternehmens Präg in Kempten

Marc Deisenhofer ist sehr zufrieden. Stolz blickt der Geschäftsführer des Allgäuer Energiehändlers Präg auf die neu gestaltete Firmenzentrale des Familienunternehmens am Hauptstandort Kempten. Seit März 2012 wurde das zweitstöckige Verwaltungsgebäude aus den 1980er Jahren umgebaut. Entstanden ist eine moderne Geschäftszentrale. 36 Mitarbeiter am Standort haben ihre neuen Büros Ende August bereits bezogen. „Für unsere Mitarbeiter wird das Arbeiten in der neuen Zentrale um einiges angenehmer als im alten Gebäude. Und obendrein ist dieses auch ein richtiger Hingucker geworden“, sagt Deisenhofer.
Nach einem Generationenwechsel in der Geschäftsführung des Familienunternehmens im Jahr 2005 wurden neue Geschäftsfelder ausgebaut und andere Standorte nach Kempten verlegt. Innerhalb weniger Jahre wuchs die Belegschaft allein in Kempten so um mehr als 30 Mitarbeiter. Schnell wurde klar, dass die Räumlichkeiten für die nunmehr knapp 60 Angestellten am Standort mitwachsen mussten.
Zunächst wurden verschiedene Neubauvarianten geprüft. Allerdings betreibt Präg in Kempten ein Großtanklager für Heizöl, Benzin- und Dieselkraftstoff, das als Umschlagplatz zur regionalen Versorgung dient. Die Steuerungstechnik des Tanklagers ist in das Verwaltungsgebäude integriert. Eine Neuinstallation der Anlage hätte erheblich höhere Investitionskosten als ein Umbau des Bestandsgebäudes verursacht. Daher entschied sich Präg, die Grundsubstanz des Gebäudes zu erhalten.
Das Konzept des Münchner Architekturbüros LangHuggerRampp sah vor, die Zentrale um eine Etage zu erweitern und den Bestand der restlichen Geschosse zeitgemäß aufzurüsten. Damit die Mitarbeiter während der 18-monatigen Bauzeit nahtlos weiterarbeiten konnten, wurde auf dem Firmengelände ein dreistöckiges Containergebäude errichtet.

18 Monate Bauzeit


Nach dem ersten Spatenstich im März 2012 startete zunächst der Rückbau im Gebäudebestand, der bis auf den Betonrohbau freigelegt wurde. Da das neu geplante zweite Obergeschoss erhebliche Zusatzlasten verursachen würde, musste das Fundament entsprechend verstärkt werden. Das war statisch nicht unproblematisch: „Im Allgäu erschweren die Bodenverhältnisse sämtliche Baumaßnahmen, da hier stets mit Bodenverschiebungen zu rechnen ist. Zusätzlich hat der torfige Untergrund des Firmengeländes die Planungen komplizierter gemacht“, erklärt Architekt Thomas Rampp. Diese Unwegsamkeiten erforderten eine besonders aufwändige Gründungstechnik. Im Anschluss folgten grobe Ausbauarbeiten der Decken und der Brandschutzanlagen in den bestehenden Stockwerken.
Im Dezember 2012 begannen dann die Stahlbauarbeiten. Der lange und kalte Winter beeinträchtige die Bauarbeiten jedoch erheblich. Um acht Wochen verzögerte sich der Umbau witterungsbedingt. Nachdem das Stahlskelett des neuen Obergeschosses schließlich installiert war, startete der Innenausbau. Anschließend wurde das neue zweite Obergeschoss verglast, die Decke geschlossen und schließlich der Innenausbau im zweiten Obergeschoss fortgesetzt.
Insgesamt wurden während der gesamten Baumaßnahme rund 80 Tonnen Stahl und 270 Tonnen Beton verbaut. Das auf dem Firmengelände integrierte Tanklager musste während der gesamten Bauzeit in Betrieb bleiben.
Ende August 2013 war es dann soweit: Nach 18 Monaten Arbeit im Baucontainer konnten die Mitarbeiter endlich in das modernisierte Verwaltungsgebäude ziehen. Abgeschlossen ist der Umbau jedoch noch nicht für alle Angestellten. Denn nach der Sanierung des Hauptgebäudes wird jetzt das eingeschossige Nebengebäude erneuert und architektonisch angeglichen.
Die neue Zentrale bietet nach dem Umbau natürlich mehr als nur eine schicke Fassade. Für Präg ist die Energieeffizienz des Gebäudes besonders wichtig. Es wurden dreifachverglaste Fenster mit rechnergesteuertem Sonnenschutzsystem eingebaut. Eine neue Ventilationsanlage kontrolliert den Wärmerückgang und erlaubt eine angenehme Lüftungssituation. Die hochwertige Dämmung verringert den Wärmeverlust. Die eingebaute LED-Beleuchtung verbraucht weniger Strom. Zudem ist eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach bereits in Planung.
Durch diese Maßnahmen wird im neuen Gebäude pro Quadratmeter Nutzfläche weniger als die Hälfte der Energie des alten Bauwerks benötigt. „Damit wir unsere Klimaziele in Deutschland bis 2020 erreichen, muss vor allem im Gebäudebestand mehr getan werden. Als Energiehändler sieht sich Präg daher verpflichtet, mit besonders gutem Beispiel voranzugehen. Unser Umbau zeigt, wie Gebäude aus den 1980er Jahren mit dem richtigen Sanierungskonzept energetisch auf einen modernen Stand gebracht werden können“, so Deisenhofer.

Verbindung von Alt und Neu


Insgesamt verfügt die neue Präg-Zentrale über eine Gesamtgeschossfläche von 1785 Quadratmetern. Die zusätzlich eingezogene Etage entspannt die Raumsituation erheblich. Doch auch im Bestand hat sich viel verändert. Das Foyer ist modern und komplett verglast. Von der zweiten Etage aus können die Mitarbeiter bis zu den Alpen schauen. Eine neue, ergonomische Möblierung und viel natürliches Licht ermöglichen ein angenehmeres und gesundes Arbeiten. Darüber hinaus ist die gesamte Arbeitsfläche durch den Umbau offener gestaltet. Viele der früheren Trennwände sind jetzt verglast oder wurden komplett entfernt. Das offenere Bürokonzept soll das gemeinsame Arbeiten der Mitarbeiter und ihrer Abteilungen erleichtern. Dazu tragen auch zusätzlich geschaffene Sozial- und Konferenzräume bei.
In den kommenden Wochen werden die Außenanlagen des Firmengeländes nach einem anspruchsvollen Landschaftskonzept gestaltet. Auch hier soll zusätzliche Nutzfläche für die Mitarbeiter entstehen. Umgebaut wird auch der Platz für die Tanklastzüge, die auf dem Firmengelände täglich mit Heizöl und Kraftstoffen befüllt werden: Die Toranlage wird erneuert und das Sicherheitsniveau erhöht.
„Durch die Verbindung von altem Bestand und modernen Veränderungen gehört der Präg-Umbau sicherlich zu unseren bisher anspruchsvollsten Projekten im Sanierungsbereich“, sagt Architekt Rampp. Und Marc Deisenhofer fasst zusammen: „Der Umbau war weder für die Architekten und Bauarbeiter noch für unsere Belegschaft eine leichte Aufgabe. Umso mehr freuen sich die Mitarbeiter darüber, die neuen Räume endlich nutzen können.“ (BSZ)

(Die Bauzeit für den Neubau betrug 18 Monate; Blick in ein Büro - Fotos: Präg Gruppe)

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