Bauen

22.03.2013

Energieeffizienz zählt

Bayerischer Wohnungsbaupreis 2012 vergeben

Was haben ein nordenglisches grasbedecktes Haus, ein kleines italienisches Steingebäude, ein vorarlberger Haus aus dem 18. Jahrhundert und ein Palazzo Palladios gemeinsam? Es sind „Beispiele, aus denen wir lernen können“, sagt Walter Unterrainer, Architekt und Jurymitglied beim Landeswettbewerb für den Wohnungsbau in Bayern. Wir können etwas lernen über energieeffizientes Bauen, das Thema des Wohnungsbaupreises 2012. Denn vor zehn Jahren noch wurde energieeffizientes Bauen belächelt, sagt Unterrainer und kokettiert mit seiner langen Laufbahn als Spezialist auf diesem Gebiet. Heute hingegen habe sich das grundlegend gewandelt, Bauen ohne Rücksicht auf Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit sei gar nicht mehr denkbar.

Top-Thema für den Freistaat


Wie es schon in der Auslobung heißt, ist „die umweltfreundlichste Energie die, die gar nicht erst verbraucht wird“. Zum diesjährigen Wettbewerbsmotto „Energieeffizienz zählt – neue Energiesparhäuser“ hatte Innenstaatssekretär Gerhard Eck einiges zu sagen. In seiner Rede betonte er, dass gerade in der heutigen Zeit Wohnungsbau und Energieeffizienz für Bayern die „Top-Themen“ sind. Der Freistaat habe in puncto energieeffizientes Bauen einen Vorbildcharakter in Deutschland. Man müsse „bauen und nochmals bauen“, auch um strukturschwache Räume zu fördern. Verordnungen dürften das effizienzbewusste Bauen nicht zu sehr einschränken, mahnte Eck mit Blick auf die Energieeinsparverordnung (EnEV).
Ausgelobt wurde der Landeswettbewerb von der Obersten Baubehörde (OBB) in Kooperation mit der Bayerischen Architektenkammer und dem Verband bayerischer Wohnungsunternehmen Bayern(VdW). 100 Projekte wurden eingereicht, energetisch sanierte Altbauten wie energieeffiziente Neubauten, die nach 2008 und unter Einhaltung der EnEV fertiggestellt wurden. Gefordert wurden dabei „verantwortungsbewusste stadträumliche Situierung von Neubauten, eine ästhetische Architektursprache, ein sorgsamer gestalterischer Umgang mit dem Bestand, robuste energetische Konzepte unter Ausnutzung lokaler Potenziale, der Einsatz erneuerbarer Energieträger und eine hohe Wohn- und Gebrauchsqualität“. Und „dass man auch zu erschwinglichen Preisen energiebewusst und gut bauen kann“, sollte auch noch unter Beweis gestellt werden.
Ein Preisträger hebt sich in seinem Äußeren von den anderen Projekten deutlich ab: Das T85-Denkmal – ein mehrgeschossiges Wohnhaus – in München-Gern. Die Jury wusste um die Schwierigkeiten bei Sanierungsprojekten wie diesem: „Oftmals lassen sich Baudenkmäler besonders schwer ästhetisch ansprechend und energetisch nachhaltig sanieren.“ Für die gelungene Modernisierung des T85-Denkmals erhielt das Projekt den Bayerischen Wohnungsbaupreis 2012.
Am Ende ehrte die Jury fünf gleichrangige Projekte mit Preisen: die generalsanierte Boschetsrieder Siedlung in München-Sendling, das sanierte Münchner Studenten-Wohnhochhaus am Oberwiesenfeld und ein Einfamilienhaus mit der Leitidee „traditionell modern bauen“ im niederbayerischen Egglham-Amsham. Und, wie bereits erwähnt, das T85-Denkmal.
Außerdem erhielt die Gemeinnützige Wohnungsfürsorge AG (GEWOFAG) eine Auszeichnung für zwei Wohngebäude am Piusplatz in München. Es ist das erste Projekt, das die GEWOFAG im Passivhausstandard errichtet hat. Geschäftsführerin Gordona Sommer freute sich sehr über die Auszeichnung: „Es beweist erneut, dass wir mit unserem breit gefächerten Engagement in Sachen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, spannender Architektur und sozialem Wohnungsbau auf dem richtigen Weg sind.“

Sieben Anerkennungen


Sieben eingereichte Neubauten und energetisch sanierte Altbauten erhielten beim Bayerischen Wohnungsbaupreis 2012 eine Anerkennung. Prämiert wurden in Heroldsberg die Überformung und energetische Sanierung eines Hauses aus den 1960er Jahren, das DENA-Modellvorhaben Niedrigenergiehaus im Bestand in Nürnberg, das Wohnhaus „energie.spar.haus“ in Frauenau und die Wohnbebauung Stauf in Neumarkt in der Oberpfalz. In München finden sich die Preisträger „Graues Haus München ALTERNATIV“, das Wohn- und Geschäftshaus Baaderstraße sowie das Projekt „Wohnen am Amphionpark“.
(Maria-Mercedes Hering)


Für Interessierte gibt es bis 5. April eine Ausstellung mit allen ausgezeichneten Bauten in der Obersten Baubehörde in München, Franz-Josef-Strauß-Ring 4.

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