Bauen

Die GWG-Wohnanlage Lilienhof. (Foto: Ingrid Scheffler)

11.10.2017

Erwartungen übertroffen

GWG-Wohnanlage Lilienhof - Modellprojekt übertrifft Erwartungen

Als Wohnungsgesellschaft der Landeshauptstadt München fühlt sich die GWG München in besonderem Maße dem Klimaschutz verpflichtet. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik realisierte die GWG München ein Modellprojekt im Stadtteil Au zur CO2-neutralen Energieversorgung einer Wohnanlage. Der Abschlussbericht des Fraunhofer-Instituts zeigt, es wird noch weniger Energie benötigt als ursprünglich berechnet.

Projektidee des Fraunhofer-Instituts und der GWG München war die innovative und vorbildhafte Sanierung einer Wohnanlage aus den 1950er Jahren. Die Anlage an der Lilienstraße bestand ursprünglich aus einem Gebäudekomplex mit vier Häusern. Die vier Gebäude sollten umfassend saniert und durch eine Neubaumaßnahme ergänzt werden. Ziel der energetischen Sanierung war es, einen Primärenergiebedarf für Heizung und Trinkwassererwärmung zu erreichen, der mindestens 50 Prozent unter dem zulässigen Wert eines Neubaus liegt. Die noch benötigte Restwärme sollte mittels erneuerbarer Energien erzeugt werden, so dass keine zusätzlichen CO2-Emissionen freigesetzt werden und somit die CO2-neutrale Energieversorgung gewährleistet wird.

Zur Zielerreichung wurde mit einigen technischen Lösungen absolutes Neuland betreten. So erhielten die Fassaden ein Vakuumdämmsystem, das bei einer Sanierung in dieser Größenordnung erstmalig realisiert wurde. Hinzu kamen eine dreifache Wärmeschutzverglasung und die Stromgewinnung aus Photovoltaikelementen. Zur Nutzung des Grundwassers als regenerative Quelle wurde eine spezielle gasmotorisch betriebene Kompressionswärmepumpe entwickelt.

„Energieeffizienz und Ökologie sollen auch in Zukunft trotz der Erhöhung unseres Wohnungsbauprogramms einen hohen Stellenwert haben. Wichtig für uns ist, innovative und intelligente Lösungen zu finden, die wir wirtschaftlich umsetzen können und die für unsere Mieter zu einer Reduzierung der Nebenkosten führen“ unterstreichen Christian Amlong, Sprecher der Geschäftsführung und Geschäftsführerin Gerda Peter die Wichtigkeit von Modellprojekten.

Die Gebäude wurden abschnittsweise von 2011 bis 2015 an die Bewohner übergeben. Nach Abschluss der Sanierung analysierten Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts die Energieverbräuche der Wohnanlage über einen Zeitraum von zwei Jahren. So hat der Vergleich von Messung und Planwert ergeben, dass zum Beispiel die Solarerträge der 234 m² großen Vakuumröhren-Kollektoranlage mit 495 kWh/m²a höher als die berechneten Erträge mit 338 kWh/m²a lagen. Sie liefert damit 39 Prozent des Energiebeitrags für die Trinkwassererwärmung. Startschwierigkeiten gab es aufgrund einer zu schwach ausgelegten Kupplung zunächst beim Betrieb der Gasmotorwärmepumpe. Seit September 2015 läuft die Pumpe nun wie ursprünglich erwartet. Das Modellprojekt Lilienhof zeigt, dass bei einem fehlerfreien Betrieb der Gasmotorwärmepumpe das Ziel der CO2-neutralen Energieversorgung einer Wohnanlage erreicht werden kann.

Das Ergebnis der vom Fraunhofer-Institut durchgeführten Bewohnerbefragung hinterlässt einen positiven Eindruck. Gerade die Bewohner jüngeren und mittleren Alters nehmen die Innovationen gut an. Die Behaglichkeit der Wohnungen beurteilten 78 Prozent der Befragten als sehr angenehm. (BSZ)

Einen Online-Kommentar verfassen - so geht's

Scrollen Sie einfach ans Ende des Artikels, den Sie kommentieren wollen und geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen nickname an. Die Nennung Ihres Namens ist freiwillig. Für die Nutzer sichtbar ist in jedem Fall NUR der nickname. Sie müssen sich auch nicht auf unserer Homepage anmelden. Aber unsere Netiquette akzeptieren. Und schon können Sie loslegen!

Kommentare (0)

Es sind noch keine Kommentare vorhanden!

Neuen Kommentar schreiben

Die Frage der Woche

Frage der Woche KW 41 (2017)

Sollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden?

Umfrage Bild
 

Lesen Sie dazu in der Bayerischen ­Staatszeitung vom 13. Oktober 2017 auch die Standpunkte unserer Diskutanten:

Thomas Mütze, finanzpolitischer Sprecher der Landtags-Grünen

(JA)

Ulrich Binnebößel, Zahlungsexperte beim Handelsverband Deutschland (HDE)

(NEIN)

arrow
Facebook
Vergabeplattform
Vergabeplattform

Staatsanzeiger eServices
die Vergabeplattform für öffentliche
Ausschreibungen und Aufträge Ausschreiber Bewerber

E-Paper
Unser Bayern

Die kunst- und kulturhistorische Beilage der Bayerischen Staatszeitung

Unser Bayern

LesenNachbestellen

Nur für Abonnenten

Shopping
Anzeigen Mediadaten
eaper
E-Paper
ePaper
zum ePaper
Abo Anmeldung

Benutzername

Kennwort

Bei Problemen: Tel. 089 – 290142-59 und -69 oder vertrieb@bsz.de.