Bauen

Der Erweiterungsbau. (Foto: Kammer/N-V-O Architekten - Julia Pickel)

22.10.2015

Gelungene Vereinigung von Alt und Neu

Erweiterungsbau für die Stauerberaterkammer München

Wie ein Altbau in der Nederlinger Straße durch einen Neubau an Charme gewinnt, zeigt das Beispiel der Steuerberaterkammer München, die die Begegnungsstätte der Berufsträger jetzt unter nachhaltigen Aspekten saniert hat. Auch die Raumaufteilung wurde im Zuge der Renovierungs- und Ausbauarbeiten optimiert. Der Anbau an das 1993 errichtete Gebäude war nötig geworden, weil die Mitgliederzahlen der Steuerberaterkammer erfreulich zulegen.
„Zudem hat die Kammer 2009 die Organisation der Steuerberaterprüfung übernommen, was schließlich zur notwendigen Erweiterung des Hauses führte“, erklärte Hartmut Schwab, Präsident der Steuerberaterkammer München. Bislang wurden diese Prüfungen in extern angemieteten Räumen durchgeführt. Durch den Anbau an den Bestandsbau entfallen nun diese Mietkosten. „Zwei Jahre nach Beginn der Planung ist das Projekt zu einem Abschluss gekommen und erfüllt die Wünsche der Kammer zur vollkommenen Zufriedenheit.“
Dem Wunsch der Kammer die Räume des Anbaus multifunktional nutzen zu können, kam das Projektteam von N-V-O Nuyken von Oefele Architekten und Häcker-Architekten nach. Sie gestalteten offene Räume, welche sich durch flexibel verschiebbare Trennwände jederzeit der gewünschten Nutzung anpassen lassen. So können nun Vorträge für ein großes Publikum gehalten, aber auch kleinere Räume für Tagungen und Prüfungen durch die Trennwände errichtet werden.

Tageslichtdurchflutet


Ein besonderer Wunsch der Steuerberaterkammer war es, eine optimale Umgebung für Kandidaten zur Steuerberaterprüfung zu schaffen. Hierbei spielen vor allem das Raumklima und die Akustik eine große Rolle. Die Architekten planten eine energieeffiziente, kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Um sowohl im Sommer, als auch im Winter eine optimale Raumtemperatur zu gewährleisten, wurden eine automatische Kühlanlage sowie eine energieeffiziente Fußbodenheizung in den Neubau integriert. Da es in den Prüfungsphasen zu keinen erhöhten Lärmpegeln kommen darf, wurde vor allem bei den verschiebbaren Trennwänden auf hochwertige Produkte und sehr gute Schallschutzwerte geachtet. Eine Schallübertragung zwischen den Trennwänden ist weitestgehend ausgeschlossen.
Hervorragender Schall- und Wärmeschutz wird auch durch die dreifach verglasten Fenster gewährleistet, die noch dazu den Neubau mit Tageslicht durchfluten. „Dem Projektteam N-V-O Architekten und Häcker-Architekten ist es gelungen, Räume zu schaffen, die optimal für den Prüfungsbetrieb und Sitzungen geeignet sind“, freute sich Schwab.
Das übergeordnete Ziel des Projekts, aus dem Bestandsbau und Anbau ein harmonisches und zeitgemäßes Ganzes zu machen, wurde durch ein umfangreiches Sanierungskonzept vorbildlich umgesetzt. Der Bestandsbau wurde komplett saniert und modernisiert. Eine notwendige Investition, da es seit der Errichtung des Gebäudes keine größeren Sanierungen gegeben hat. So wurde unter anderem ein neues energieeffizientes Blockheizkraftwerk eingebaut. Um eine visuelle Einheit mit dem Neubau zu schaffen, wurden sämtliche Bodenbeläge saniert beziehungsweise erneuert. Auch das Farbkonzept des Anbaus wurde aufgegriffen und an den Innen-, als auch Außenwänden des Bestandsbaus umgesetzt. „Eine große Herausforderung des Projekts bestand nicht nur in der Verbindung des An- und Bestandsbaus, sondern auch in der Neugestaltung des alten Eingangsbereichs. Nach einer völligen Entkernung, konnten wir einen hellen und freundlichen Bereich schaffen, welcher einladend auf Gäste wirkt“, erklärt Architekt Sean Simpson eine der größten Erneuerungen im Traditionsgebäude.

Empfangstheke und Wartebereich

Der neue Eingangsbereich verfügt nun über eine Empfangstheke und einen Wartebereich für Gäste. Barrierefreiheit spielte ebenfalls eine Rolle bei der Neugestaltung, insbesondere die der WC-Anlagen. Jetzt können diese auch von Rollstuhlfahrern und Personen mit Gehhilfe benutzt werden.
Eine große Herausforderung des Projekts war die Verbindung von An- und Bestandsbau. Da eine bereits vorhandene Tiefgaragenkonstruktion an der vorgesehenen Stelle nicht für eine zweistöckige Bebauung ausgelegt war, war ein erhöhter Planungsaufwand für die Architekten und den Statikern Hoch Beierlein nötig, um auch hierfür eine Lösung zu finden. Hervorzuheben ist, dass bei dem gesamten Projekt sowohl der Zeitrahmen, als auch das Kostenbudget nicht überschritten wurden.
„Der große Erfolg des Projekts ist die Vereinigung von Neuem und Altem. Mit der Sanierung und Modernisierung des Bestandsbaus wurde dieser in das 21. Jahrhundert geführt und bildet nun zusammen mit dem Anbau ein harmonisches Ganzes. Mit zukunftsweisenden Technologien wie energieeffizienten haustechnischen Anlagen und Barrierefreiheit, modernisierte die Steuerberaterkammer München ihre Geschäftsstelle und fördert somit auch deren Nachhaltigkeit“, lobte Schwab.
Vor allem die Gesamtkonzeption des Anbaus und die offene Raumführung ist eine große Erleichterung für die dort beschäftigten Menschen. Die hier stattfindenden Steuerprüfungen können nun unter räumlich angemessenen Voraussetzungen durchgeführt werden. (BSZ)

(Ein Blick ins Innere - Fotos: Kammer/N-V-O Architekten-Julia Pickel)

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