Bauen

Die einzigartige Venusgrotte in Schloss Linderhof wird saniert und restauriert. (Foto: Schösserverwaltung)

04.08.2014

Große handwerkliche und technische Herausforderung

Venusgrotte in Schloss Linderhof wird für 25 Millionen Euro saniert

Die einzigartige Venusgrotte in Linderhof wird für rund 25 Millionen Euro saniert und restauriert. „Die Bauarbeiten an diesem Wunderwerk der Illusion und Technik können starten. Die äußerst schwierigen Renovierungsarbeiten sind handwerklich und technisch eine große Herausforderung. Die Generalsanierung wird daher voraussichtlich bis 2022 dauern“, teilte Finanzminister Markus Söder aus Anlass der Baufreigabe mit.

Berücksichtigung des Naturschutzes

Bei der Generalsanierung der Venusgrotte gilt es neben dem Denkmalschutz auch den Naturschutz zu berücksichtigen, hob Söder hervor. Die Baumaßnahmen sehen etwa auch neue Einflugröhren für geschützte Fledermäuse vor, wie die Mopsfledermaus oder die Kleine Hufeisennase. Fledermausexperten haben daher die Planungen unterstützt. Die Kosten für die mehrjährige Planung der staatlichen Baumaßnahme beliefen sich auf knapp 1,5 Millionen Euro. Die Bauarbeiten führt das Staatliche Bauamt Weilheim durch.
Bereichert wird der Schlosspark jetzt auch durch vier restaurierte Putten-Vasen aus Majolika: diese kehrten nach Reinigungs- und Restaurierungsarbeiten durch das Münchner Restaurierungsatelier Elena Agnini zurück. Sie stehen wieder in dem bereits 1872 angelegten Gartenteil des Schlossparks, dem Westlichen Parterre. Zwei Vasen stammen aus der Werkstatt J. Loebnitz in Paris aus dem Jahr 1876. Die beiden anderen aus der Nymphenburger Porzellanmanufaktur. Die Restaurierung kostete rund 32 000 Euro.

Mit der seinerzeit modernsten Technik


In das Schloss Linderhof kamen in den letzten Jahren jeweils etwa 430 000 Besucher. Diese erfreuen sich nicht nur einer bezaubernden Parkanlage mit Hundinghütte oder Venusgrotte und einem kleinen, aber äußerst prachtvollen Schloss. König Ludwig II. hat auch Technikgeschichte mit seinen Schlössern geschrieben. „Nur mit Hilfe der seinerzeit modernsten Technik konnte er die stimmungsvolle und revolutionäre Farbenpracht seiner Traumwelten richtig zur Geltung bringen", stellte Söder fest. Ab 1878 begann mit der Beleuchtung der Venusgrotte beispielsweise das Zeitalter der Elektrizität in Linderhof. Hierzu wurde eine umfangreiche Stromerzeugungsanlage mit insgesamt 24 Dynamos gebaut. Die Anlage in Linderhof gelte daher als erstes ständiges Kraftwerk Bayerns. Die künstliche Tropfsteinhöhle mit See und Wasserfall wurde nach dem Vorbild des Hörselberges aus dem ersten Akt der Wagneroper "Tannhäuser" durch den Landschaftsplastiker A. Dirigl 1876/77 gebaut. Die naturalistische Raumbühne wurde mit Bogenlampen ausgeleuchtet. Neben „Königssitz“ und „Loreleyfelsen“ gehört ein vergoldeter Muschelkahn zur Ausstattung.
Auch das Tischlein-Deck-Dich in Schloss Linderhof erlangte Weltruhm. Zudem hatte der Märchenkönig mit dem elektrisch beleuchteten Puttenschlitten für nächtliche Ausfahrten womöglich das erste elektrisch illuminierte Fahrzeug der Welt ersonnen. (BSZ)

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