Bauen

Die Wassertürme und das Rote Tor gehören zu den Wahrzeichen der Stadt. (Foto: Hochbauamt Augsburg)

07.03.2014

Herausragende Bauten der Fuggerstadt

Sanierung der Wassertürme und des Roten Tors in Augsburg

Am 19. September 2001 wurde vom Bauausschuss der Stadt Augsburg der Grundsatzbeschluss zur Sanierung der historischen Wassertürme und des Roten Tors mit musealem Nutzungskonzept und Neugestaltung der Wallanlagen am Roten Tor gefasst.
Nach Vorlage eines Sanierungskonzepts mit detaillierter Kostenschätzung, entwickelt durch das Augsburger Architekturbüro Allmendinger und Gerber, unter Berücksichtigung der vorgesehenen Nutzung und in steter Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt Augsburg und den Denkmalbehörden, fasste der Bauausschuss der Stadt Augsburg am 9. Dezember 2004 schließlich den Projektbeschluss zur Durchführung der Maßnahme.
Nach weiteren umfangreichen Planungen konnte die Finanzierung der Sanierung geklärt sowie die Bezuschussung durch nachfolgende Fördergeber gewonnen werden.
– Entschädigungsfonds: 2,13 Millionen Euro;
– Städtebauförderung: 768 000 Euro;
– Bezirk Schwaben: 95 400 Euro;
– Bayerische Landesstiftung: 160 000 Euro;
Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen: 10 000 Euro;
– Prinzfonds: 1 139 020 Euro und
– Nachlass Kessler:       265 600 Euro.
Nach der Erteilung aller Freigaben begann im Auftrag des Hochbauamts die Sanierung des Gesamtkomplexes am 22. Dezember 2005 mit einem symbolischen Spatenstich.
 Die Gesamtmaßnahme teilte sich im Bauablauf wie auch fördertechnisch in zwei Bauabschnitte. Der Bauabschnitt 1, Bauleitung und Projektleitung durch das Hochbauamt Augsburg, bestand aus der Sanierung Oberes Brunnenmeisterhaus (auch Haus mit den Fischen), Kleiner Wasserturm sowie Großer Wasserturm, dessen Einweihung am 30. Juni 2010 stattfand.
Der 2. Bauabschnitt unter der Bauleitung des Büros Allmendinger und Gerber beinhaltete die Wallauffahrt, den so genannten Zwischenbau (Wehrgang) mit dem im Süden anschließenden Garten und letztendlich das Rote Tor.
Nach Fertigstellung des 1. Bauabschnitts waren für den 2. Bauabschnitt unter anderem folgende Arbeiten notwendig, um die Gesamtanlage so, wie sie sich heute darbietet, vorstellen zu können.
– Entfernung nachträglicher Einbauten und Verkleidungen; diverse Baumeisterarbeiten im Zwischenbau und Roten Tor; zimmermannsmäßige Instandsetzung der Dächer Zwischenbau und Rotes Tor sowie des Glockenstuhls auf dem Roten Tor; Dachdecker- und Spenglerarbeiten Rotes Tor und Zwischenbau; Reinigung der ziegelsichtigen Fassade Zwischenbau; Putzausbesserung/Putzergänzung Rotes Tor außen; Malerarbeiten Fassade Rotes Tor nach historischem Befund; Schreinerarbeiten Fensterinstandsetzung Rotes Tor und Zwischenbau; Metallbauarbeiten Türen, Brandschutztüren, Außentüren zum Gartenbereich; Anstrich der Wand- und Deckenflächen im Innenbereich in Kalk-Lasurtechnik; Einbau einer WC-Anlage für Besucher sowie Fliesen- und Plattenarbeiten im Innenbereich.

 

Enge Abstimmung mit den Denkmalschützern


Darüber hinaus waren zusätzliche Arbeiten notwendig: Einbau einer Temperieranlage sowie einer herkömmlichen Zentralheizung mit Heizkörpern im Zwischenbau und im 1. Obergeschoss des Roten Tors, Heizmedium Erdgas; komplette Erneuerung der Elektroinstallation sowie Erweiterung der Brandmeldeanlage des ersten Bauabschnitts mit Aufschaltung zur Feuerwehr; neue Sanitärinstallation; Einbau einer Cateringküche für museumsbezogene Veranstaltungen; Mauerarbeiten Wallauffahrt; Erneuerung der Tragkonstruktion für den Fahrbelag der Wallauffahrt sowie für den Besuchersteg; Erneuerung des hölzernen Fahrbelags der Wallauffahrt; Modellierung und Pflastern des Geländes vor der Wallauffahrt, dem Zwischenbau und dem Rotem Tor; Niveauanpassung und Modellierung des Gartenbereichs hinter dem Zwischenbau und Ausgestaltung als Freifläche für museale Veranstaltungen sowie Herstellen eines behindertenfreundlichen Zugangs über die Wallauffahrt und durch den Garten in die Gebäudegruppe.
Sämtliche Arbeiten wurden in steter enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Augsburg und dem Augsburger Amt für Brand- und Katastrophenschutz durchgeführt und konnten mit rund 4,7 Millionen innerhalb des veranschlagten Kostenrahmens abgerechnet werden.
Da die Hauptausstellungsobjekte die Gebäude selbst sind, wurde auf eine übermäßige Anzahl von Exponaten bewusst verzichtet. Das Ausstellungskonzept zur Wehrhaftigkeit der Stadt Augsburg ist derzeit noch in Arbeit, in den Gesamtkosten jedoch bereits enthalten. Die Präsentation soll dann entsprechend der Beschlusslage in den Räumen des zweiten Bauabschnitts verwirklicht werden.
„Es ist ein Glücksfall bei dieser Maßnahme, dass die Nutzung der Gebäude sich den Denkmälern in vorbildlicher Weise anpasst. Wir haben hier mustergültig instandgesetzte Denkmäler, die einen authentischen Blick in die Vergangenheit Augsburgs gewähren“, betonte zum Abschluss der Sanierungsarbeiten Landeskonservator Bernd Vollmar, Leiter der Abteilung „Praktische Denkmalpflege: Bau- und Kunstdenkmäler“ am Landesamt für Denkmalpflege.
Das Rote Tor sowie der Kleine und Große Wasserturm sind geschichtlich wie städtebaulich herausragende Bauten. Sie prägen das Erscheinungsbild der Stadt Augsburg von Süden her seit Jahrhunderten. War das Rote Tor einst ein bedeutender Stadtzugang, so stehen die beiden Wassertürme, entstanden zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert, für die lange Geschichte der Augsburger Wasserversorgung. Mit dem Abschluss des zweiten Bauabschnitts ist das Herzstück dieses bedeutenden Ensembles nun vollständig instandgesetzt, der Durchgang zur Innenstadt durch das Rote Tor ist wieder möglich. (BSZ)

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