Bauen

Charakteristisch für den Neubau des Technologiezentrums II von Rohde & Schwarz ist zum einen die Lamellenstruktur der Fassade, zum anderen ein „grünes Band“, das den Bau überzieht und das im Laufe der Zeit erst noch gedeihen muss. (Fotos: R & S Immobilien GmbH)

08.09.2017

Konferenz im Grünen

Das neue Technologiezentrum von Rohde & Schwarz im Münchner „Werksviertel“

Im Stadtentwicklungsprojekt „Werksviertel“ am Münchner Ostbahnhof wird ein eigenständiges Stadtquartier mit neuen Arbeits- und Wohngebieten sowie vielen Grünzonen entstehen. Der Elektronikkonzern Rohde & Schwarz ist im Werksviertel der größte Arbeitgeber (2500 der insgesamt rund 10 000 Mitarbeiter) und zweitgrößte Eigentümer. Der Konzern wirkt seit 2001 an der Umgestaltung des Gebietes mit: Ein erstes Technologiezentrum wurde 2005 errichtet. 2012 folgte ein Bürokomplex samt Betriebsrestaurant, Café und Parkhaus. Vor zwei Jahren wurde als Ersatz für abgerissenen alten Gebäudebestand mit dem Bau eines neuen Technologiezentrums begonnen, der Anfang 2017 fertiggestellt wurde.

Das Technologiezentrum II umfasst knapp 13 500 Quadratmeter Geschossfläche und erstreckt sich über sechs Stockwerke. Das moderne Forschungs- und Entwicklungsgebäude wird vor allem Entwicklerarbeitsplätze bieten und verfügt bei offenen Raumstrukturen über Platz für rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Nach dem Entwurf der RKW Architektur + Rhode Kellermann Wawrowsky GmbH, Düsseldorf, sind die Außenfassaden durch eine Aluminium-Lamellenstruktur geprägt. Herausragendes Charakteristikum ist ein „grünes Band“, das den markant strukturierten Bau umläuft.

Mit der Umgebung verzahnt

Der Entwurf für das Technologiezentrum II verfolgt eine städtebauliche Idee, die konsequent auf den Stadtraum des Rohde & Schwarz Campus an der Mühldorfstraße reagiert. Am nordwestlichen und am südöstlichen Ende erhielt der sechsgeschossige, rechtwinklige Gebäuderiegel eine Aufweitung. Dort wurden die beiden Erschließungskerne „angedockt“. Das Gebäude greift die Kanten der Nachbargebäude auf und „verzahnt“ sich mit der umgebenden Bebauung.

An der nordöstlichen Seite bildet die Fassade die Platzwand für die Eingangssituation auf den R&S Campus. An der südöstlichen Seite reagiert sie auf das zukünftige Gebäude B38.

Ein weiterer Kerngedanke des architektonischen Konzepts ist die Stärkung der Campus-Idee des Geländes von Rohde & Schwarz. Um als eigenständiger Campus wahrgenommen zu werden, fehlen der Anlage großzügige, qualitativ hochwertige Außenflächen. Diesem Defizit setzen die Architekten ein mehrfach räumlich gestaltetes „grünes Band“ entgegen, das sich förmlich über das Gebäude legt.

Dieses parallel strukturierte Band beginnt auf dem Platz an der Mühldorfstraße. Die Fläche wird mit verschiedenen Pflasterbändern belegt, Gräserstreifen, Pflanzbeete und Sitzelemente werden in lockerer Folge angeordnet. Die bestehenden Bäume werden in das gestalterische Motiv integriert. Das „grüne Band“ steigt vertikal an der Fassade hoch. Jedes Geschoss erhält einen üppig begrünten Balkon, der den Mitarbeitern kurzzeitige Entspannung bietet, aber auch für informelle Besprechungen und als Außenarbeitsplatz genutzt werden kann.

Das „grüne Band“ faltet sich nunmehr nach Nordwesten auf die Dachfläche, die als aufwendiger Dachgarten gestaltet ist. Der Dachgarten dient der Erholung der Mitarbeiter. Ebenso werden hier Arbeitsplätze und Besprechungsinseln im Freien mit Blick über die Dächer Münchens angeboten.

An der südöstlichen Fassade faltet sich das „grüne Band“ am Gebäude herunter. Auch hier werden begrünte Balkone und Außenflächen für die Mitarbeiter angeboten. Der Mangel an Freiflächen mit Aufenthaltsqualitäten wird durch die verschiedenen architektonischen Elemente originell aufgewogen.

Weitere Projekte geplant

Rund 29 Millionen Euro investiert die Unternehmensgruppe Rohde & Schwarz in die Realisierung des Projekts.
Auch in Zukunft sind im Rahmen der städtebaulichen Neugestaltung im Werksviertel weitere Projekte geplant. So zum Beispiel das Nahversorgungszentrum Plaza mit Einzelhandel, Büro, Hotels und Freizeitmöglichkeiten. (BSB)

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