Bauen

Die neue Logistikhalle. (Foto: BTK)

07.02.2014

Konstruktion aus Stahlbetonfertigteilen

Neue Logistikhalle in Raubling in Betrieb genommen

Ende Januar transportierte die Rosenheimer BTK Befrachtungs- und Transportkontor GmbH die letzte Palette nach Nicklheim. Eine Woche lang fuhren Lkws durch den im ehemaligen Torfabbaugebiet gelegenen Ortsteil von Raubling, der fünftgrößten Gemeinde im Landkreis Rosenheim. Sie brachten insgesamt 3500 Paletten Ware aus den bisher angemieteten Lagern im Stadtgebiet von Rosenheim in das neu gebaute Logistikzentrum nahe der A 8. Das ist selbst für einen Logistiker eine Meisterleistung. Denn der Umzug erfolgte bei laufendem Betrieb, ohne dass die Auslieferung an den Kunden ins Stocken geriet.
Die neue Halle mit 5500 Quadratmetern ist für die Spedition ein wichtiger Schritt in Richtung Kontraktlogistik. Diese spielt bei dem Mittelständler eine immer größere Rolle. Was mit gelegentlichen Einlagerungen für Transportkunden begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem eigenen Geschäftsbereich. Vor allem regionale Kunden, darunter der Folienhersteller RKW mit seinem Standort in Wasserburg oder der Raublinger Küchenelektrogeräte-Hersteller Bora, nutzen die Logistikdienstleistungen.
Um den Anforderungen der Kunden auch in größeren Kontrakten gerecht werden zu können, entschloss sich die BTK zum Bau einer modernen Logistikhalle. 27 Regalreihen mit acht Metern Höhe und ein Blocklager bieten auf 4400 Quadratmetern Platz für über 5000 Paletten. Die Hälfte davon ist ein abgetrenntes Hygienelager. Jeder ankommenden Palette weist das IT-System über den Handscanner einen passenden Platz zu. Auf der 1100 Quadratmeter großen Fläche im vorderen Bereich der Halle verwalten, kontrollieren, kommissionieren, neutralisieren oder verpacken die Mitarbeiter Waren und stellen sie zur Abholung bereit.
Die Halle ist eine Konstruktion aus Stahlbetonfertigteilen mit Sandwichpaneelen aus Stahlblech und einem schrägen Flachdach, extensiv begrünt. Für Licht und Luft ziehen sich entlang der Decke 28 Rauch- und Wärme-Abzugsklappen. In Absprache mit den Bauherren setzte der Generalunternehmer für den Bau ausschließlich Unternehmen aus der Region ein. Auf der dorfabgewandten Westseite docken die Lkw an fünf schrägen Rampen mit Überladebrücken an. Über Schleusentore lassen sie sich ohne Wärmeverlust oder Eindringen von Schmutz entladen. Im vorderen Teil der Halle, wo die Waren kommissioniert und für die Abholung bereitgestellt werden, befindet sich eine Verladerampe mit drei Sektionaltoren.
Hauptsitz von BTK bleibt Rosenheim. Rund 100 Mitarbeiter inklusive 18 Auszubildende organisieren dort täglich bis zu 500 Transporte in ganz Europa. Als Komplettladung, Teilpartie oder Stückgut gehen rund 80 Prozent der Sendungen auf deutsche Strecken. Etwa die Hälfte davon mit der eigenen Flotte. Die weißen Zugmaschinen mit markanten grünen Aufliegern sind auch in der Schweiz, Österreich oder Benelux unterwegs. Slowenien, Ungarn, Tschechien, Polen und die Slowakei dagegen bedient die BTK mit langjährigen Partnern.
Im Service hat sich die BTK über die Jahre unter anderem mit effizientem Lademittelmanagement über vielseitige Datenschnittstellen bis zur Rundumversorgung bei Zoll, Haftung und Versicherung allen Kundenwünschen angepasst. Ebenso flexibel war sie bei Lageraufgaben. Daraus hat sich die Kontraktlogistik als zweites Standbein entwickelt.
Eine effiziente Logistikhalle ist die Grundlage für diesen Geschäftsbereich. Wichtig sind kurze und kreuzungsfreie Wege von der Einlagerung über die Kommissionierung bis zur Verladung. In die Planung des Hallenlayouts flossen sowohl die eigenen Erfahrungswerte als auch besondere Kundenwünsche ein. So entstand zum Beispiel das Hygienelager für die Kunststofffolie, die in Babywindeln oder Pflastern zum Einsatz kommt.
In der Halle sind die Dachlichter geschlossen. Frischluft kommt über Abzüge. Kammerjäger verhindern Schädlingsbefall. Zwischen den Regalen fahren Stapler mit emissionsfreien Elektromotoren.
Die Investition in die Halle lohnt sich für das Unternehmen. Von der Inntal-Autobahn ist es ein Katzensprung. Die Fahrer müssen nicht mehr umständlich durch das Stadtgebiet von Rosenheim kurven. Unnötiges Hin- und Herfahren zwischen verschiedenen Lagern entfällt.

Keine Wartezeiten
an den Rampen


Disponenten lagern alles an einem zentralen Ort ein und liefern von dort auch wieder aus. Mit Spitzen zwischen 12 und 15 Uhr kommen über den Tag verteilt Fahrer mit Ladungen oder holen bereitgestellte Ware an den Toren der Halle ab. Das bringt dem kleinen Ort rund 20 Lkw pro Tag. Alle sind moderne Euro-5 Fahrzeuge. Die runde Plakette mit weißem „L“ auf grünem Grund weist sie als besonders lärmarm aus.
Trotzdem achten die Fahrer auf umsichtige Fahrweise. Denn Lkw-Verkehr ist hier in schlechter Erinnerung. Das liegt an Euflor. Das Unternehmen hat mit riesigen Fräsmaschinen große Mengen Torf abgetragen und zu Blumenerde verarbeitet. Als letzter Torfbetrieb in Bayern schloss er 2006 seine Fabriktore. 150 Jahre Torfstecherei war damit Heimatgeschichte. Es herrschte Ruhe im Dorf. Statt Torf fährt die Bockerlbahn heute Besucher durchs renaturierte Moor. In diese Landschaft fügt sich das grüngestreifte Logistikzentrum der BTK mit Lärmschutzwällen und extensiver Dachbegrünung ein.
Bürgermeister Olaf Kalsperger konnte nachvollziehen, dass die Nicklheimer Bürger in Erinnerung an die Euflor-Verkehre wieder Lkw-Schlangen befürchten. Deshalb hat er vor der Genehmigung unter anderem überprüfen lassen, ob die Transporte zu geregelten Zeiten im Logistikzentrum ankommen und wie zügig die BTK diese abwickelt. Was er gesehen hat, hat ihn überzeugt und die Realität hat ihn nicht enttäuscht. Unter der Regie geschulter Mitarbeiter entstehen an den Rampen der BTK keine Wartezeiten. Die Lkws werden sofort entladen.
Rund die Hälfte der Fahrten sind Shuttle-Verkehre zwischen dem Logistikzentrum und seinen regionalen Kunden. Damit ist der neue Standort der BTK eine Logistikdrehscheibe für die regionale Wirtschaft. Sie bündelt die Waren für Industrie und Handel so intelligent, dass möglichst wenig Verkehr entsteht. „Der Neubau war für uns eine strategische Entscheidung“, sagt Geschäftsführer Bernhard Reichert.
„Mit der Kombination aus Transport-, Lager- und Logistikdienstleistung sind wir ein attraktiver Partner für die heimische Wirtschaft und damit langfristig nicht nur ein sicherer sondern auch ein spannender Arbeitgeber für die Menschen aus der Region.“ (BSZ)

(Beim Richtfest der neuen Halle; Lkws an den Rampen; 5500 Quadratmeter stehen im Inneren zur Verfügung - Fotos: BTK)

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