Bauen

Die neue Notaufnahme. (Visualisierung: Caritas-Krankenhaus St. Josef)

18.03.2016

Kräftige Farben, geometrische Formen

Neubau der Notaufnahme und Strukturverbesserungen am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg

Kurz nach dem Abschluss der letzten großen Baumaßnahme – der OP-Erweiterung, Intensivstation, Intermediate Care, Räume für die Lehrstühle Gynäkologie und Frauenheilkunde sowie Urologie mit Hörsaal und Seminarräumen – fanden Ende 2011 die ersten Gespräche über die aktuelle Maßnahme statt. Nach der Grundlagenermittlung und der Vorplanung zur Abklärung des Maßnahmenumfangs Anfang 2012 wurde die vorgeschriebene Bettenbedarfsprüfung beim Gesundheitsministerium beantragt. Die aktuelle Baumaßnahme umfasst die Erweiterung und den Neubau einer Zentralen Notaufnahme, Umbau der Funktionsdiagnostik mit Endoskopie und Radiologie sowie einen Aufnahmebereich für Patienten am OP-Tag.

Den Anfang machte ein Anbau, der die Räume der Zentralen Notaufnahme beinhaltet und mit einem gläsernen Übergang an das Bestandsgebäude des Caritas-Krankenhaus St. Josef angebunden ist. Der weitere Umbau erfolgt ab April 2016. Der erweiterte Flächenbedarf im Bestand wurde mit einer Schwachstellenanalyse begründet und in einem Funktions- und Raumprogramm nach DIN 13080 mit dem Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit abgestimmt. Nach einigen Abstimmungsterminen mit dem Ministerium und der Regierung der Oberpfalz erfolgte im Juli 2013 durch Beschluss des Ministerrats schließlich die finanzielle Absicherung der Maßnahme im Krankenhausbauprogramm.
Mit dem nun abgeschlossenen Bau der Zentralen Notaufnahme konnte eine wichtige strategische Ausrichtung des Krankenhauses für die Zukunft geschaffen werden.

Das Caritas-Krankenhaus St. Josef befindet sich im südöstlichen Teil von Regensburg. Die innerstädtische Lage ist durch die unmittelbare Anbindung der öffentlichen Verkehrsmittel vor dem Haus gut erreichbar sowie über die A 3 und die Landshuter Straße. Auf dem rund 24 000 Quadratmeter großen Grundstück befindet sich im Nord-Westen das Verwaltungsgebäude, dem gegenüber liegt das Bettenhaus mit seinen als „Nord- und Südflügel“ bezeichneten Teilbereichen. Daran anschließend folgt der Funktionsbau mit den Behandlungsbereichen, der neuen Intensivstation sowie dem Bereich für Forschung und Lehre mit dem großen Hörsaal und dem Wirtschaftshof. Zwischen Funktionsbau und Hildegard-von-Bingen-Straße befindet sich das 2819 Quadratmeter große Grundstück, das nun bebaut wurde.

Mehrflächen über Anbau


Die Entwurfsanordnung für den Anbau entstand aus der Gegebenheit, dass der Bereich der Notaufnahme neu strukturiert und vergrößert werden musste. Die Umsetzung dieser Mehrflächen konnte nur über einen Anbau erfolgen, eine Unterbringung im Bestand war nicht möglich. Des Weiteren benötigte die Liegendzufahrt eine Vergrößerung, um den an- und abfahrenden Rettungswagen eine ausreichende und angemessen überdachte Lade- und Rangierfläche zu ermöglichen.
Aus diesen Zwängen heraus war es erforderlich, einen Anbau an das bestehende Funktionsgebäude vorzusehen, der wegen des tieferliegenden Wirtschaftshofs mittels einer Brücke mit dem Haupthaus verbunden ist. So ist die uneingeschränkte Befahrbarkeit des Wirtschaftshofs mit Lkws im Untergeschoss gesichert.

Die Anfahrt für liegende Patienten erfolgte bisher auf direktem Weg von der Landshuter Straße aus mit einspuriger Fahrbahn. Da dies die einzige Möglichkeit am Caritas-Krankenhaus war, an der das Gebäude direkt angefahren werden konnte, haben sich hier Rettungswagen und Zivilfahrzeuge gekreuzt. Im Rahmen des Neubaus konnten eine angemessene Zufahrtsmöglichkeit für die Rettungswagen und ausreichend Stellkapazitäten unter einem geschützten Vordach geschaffen werden. Zudem ist die Wegeführung als Einbahnstraße ausgewiesen.

Helles Gestaltungsprinzip


Parallel konnten auf der anderen Seite des Gebäudes ausreichend Kurzzeit- und Behindertenparkplätze geschaffen werden sowie eine Taxizufahrt und die Möglichkeit für Privatpersonen Verletzte und Erkrankte direkt vor den Eingang der Notaufnahme zu fahren.
Auch in der Notaufnahme findet sich ein klares Wegesystem. Getrennte Zugänge für gehende Patienten und Rettungsdienst an gegenüberliegenden Seiten des Gebäudes münden innen an einem zentralen Empfangs-/Anmeldebereich.

Auf den 1927 Quadratmeter umbauten Raums befinden sich insgesamt 18 Behandlungsräume, darunter ein Schockraum, ein Eingriffsraum und ein Gipsraum. Die Behandlungsräume sind umlaufend im Gebäude angeordnet. Zentral in der Mitte befinden sich die Versorgungsräume. In die Planung wurden die Nutzer eng eingebunden, sodass die Prozessunterstützung durch die Räumlichkeiten im Vordergrund stand. Als Besonderheit ist ein Isolationsraum mit eigenem Zugang von außen zu nennen. Dieser innovative Ansatz ergab sich aus Diskussionen mit Rettungsdiensten, die auch eng in die Planung involviert waren.

Bei der Einrichtung der neuen Notaufnahme wählte das Krankenhaus ein modernes, einladendes und helles Gestaltungskonzept. Die kräftigen grünen Farben und geometrischen Formen finden sich konzeptionell in der gesamten Notaufnahme wieder. Ein Beispiel dafür ist die Empfangstheke mit ihrer geschwungenen und weichen Form. Ein weiterer besonderer Blickfang der neuen Notaufnahme ist der moderne Wartebereich, der durch eine unkonventionell designte Trennwand von außen blickgeschützt ist. Auch die Sitzbank fällt durch ihre außergewöhnliche Form auf.

Die runden Formen der Verkleidung der Trennwand werden hier erneut aufgegriffen und umgesetzt. Bei den Anforderungen an das bauliche Konzept stand das Wohl der Patienten im Vordergrund und auf die kontinuierliche Verbesserung von Abläufen wurde besonderer Wert gelegt.
Die Kosten der Gesamtmaßnahme belaufen sich auf knapp 17 Millionen Euro, davon werden 8,85 Millionen Euro vom Freistaat gefördert. Mit der Generalplanung war das Landshuter Architekturbüro Architekturbüro Leinhäupl + Neuber GmbH beauftragt, die Projektsteuerung lag bei BPM Bau- und Projektmanagement Hartl GmbH aus Pfarrkirchen. (BSZ)

(Bei der Einrichtung wählte man ein helles Gestaltungskonzept - Fotos: Caritas-Krankenhaus St. Josef)

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