Bauen

Verbandsvorstand Xaver Kroner. (Foto: VdW)

16.05.2017

Mehr Wohnraumförderung nötig

Die bayerische Wohnungswirtschaft errichtete 2016 rund 2900 Wohnungen

Bereits das dritte Jahr in Folge verzeichnet die bayerische Wohnungswirtschaft steigende Zahlen beim Wohnungsbau. 2016 wurden von den Mitgliedsunternehmen des VdW Bayern 2905 Wohnungen fertiggestellt, darunter 2054 Sozialwohnungen. Insgesamt investierten die 458 Wohnungsunternehmen knapp 1,7 Milliarden Euro in Neubau, Instandhaltung und Modernisierung.
Auch der Ausblick für 2017 ist positiv. „Die Wohnbauzahlen werden noch weiter steigen. In einigen Regierungsbezirken sind die Wohnraumfördermittel für dieses Jahr bereits deutlich überzeichnet“, sagt Verbandsvorstand Xaver Kroner und fordert deshalb eine Erhöhung der bayerischen Landesmittel für den Wohnungsbau.

Die bayerische Wohnungswirtschaft bleibt Garant für Mietwohnungsbau und bezahlbare Wohnungen. Von den bereits genannten 2905 gebauten Wohnungen sind 2634 (+ 23 Prozent) Miet- und Genossenschaftswohnungen. Die Durchschnittsmiete stieg nur geringfügig auf 5,70 Euro pro Quadratmeter (+ 1,1 Prozent).

Fehlendes Bauland


Auch der Wohnungsbestand wird laut Kroner nicht vernachlässigt. 724 Millionen Euro wurden in die Modernisierung und Instandhaltung investiert. Trotz der positiven Zahlen betrachtet der Verbandsvorstand die Situation auf dem bayerischen Wohnungsmarkt kritisch. „Das Ziel der bayerischen Staatsregierung von 70 000 Wohnungen wurde auch 2016 deutlich verfehlt (54 000).“ Dabei sei die Nachfrage in den Großstädten ungebrochen. Deshalb müsse der Wohnungsbau dringend beschleunigt werden. „Die zentralen Hemmnisse sind das fehlende Bauland, lange Genehmigungsverfahren und die weiterhin extrem hohen Baukosten“, zählt Kroner auf. Eine neue Entwicklung sei zudem der teilweise massive Widerstand gegen Neubauvorhaben aus der Nachbarschaft, besonders beim geförderten Wohnungsbau.

Beim Sozialwohnungsbau habe die Staatsregierung leider den falschen Weg eingeschlagen, bedauert Kroner. Nachdem der Bund die Fördermittel für Bayern Ende 2016 auf knapp 200 Millionen Euro für 2017 verdoppelt hatte, wurden die bayerischen Landesmittel von 158 (2016) auf 87 Millionen Euro (2017) reduziert. Die Folge ist nun, so der Verbandsvorstand, dass in einigen Regierungsbezirken bereits im Frühjahr 2017 keine Fördermittel mehr zur Verfügung stehen.

Der VdW Bayern fordert daher, diese Fehlentscheidung im Rahmen eines Nachtragshaushalts zu korrigieren. Andernfalls würden die großen Anstrengungen der bayerischen Wohnungsunternehmen beim geförderten Wohnungsbau abgewürgt. „Im Rahmen des Wohnungspakts Bayern sollen bis 2019 28 000 neue Sozialwohnungen entstehen“, erinnert Kroner. „Mittelkürzungen sind hier der falsche Weg, zumal unsere Mitgliedsunternehmen so viel bauen wie schon lange nicht mehr.“
2016 liefen bei 7564 Wohnungen die Sozialbindungen aus. Der Sozialwohnungsbestand der Verbandsmitglieder reduzierte sich dadurch auf 103 150 (- 4,3 Prozent). Vor 15 Jahren waren es laut Kroner noch 179 000 Sozialwohnungen. Die öffentlich geförderten Wohnungen haben nicht nur angesichts des wachsenden Zuzugs eine große gesellschaftliche Bedeutung. In Städten wie München, Nürnberg oder Augsburg sind sie für die unteren und mittleren Einkommensgruppen oft die einzige Möglichkeit, eine bezahlbare Wohnung zu finden und dadurch Teil der Stadtgesellschaft zu bleiben, betont der Verbandsvorstand.

Eine Folge der angespannten Lage auf den Wohnungsmärkten ist auch ein neuer Gründungsboom bei den Wohnungsgenossenschaften. Letztes Jahr wurden im Freistaat fünf neue Genossenschaften gegründet – seit 2013 sind es bereits 15 – und auch 2017 zeichnen sich weitere Neugründungen ab. „Diese Entwicklung zeigt, dass immer mehr engagierte Genossenschaftsgründer selbst das Ruder in die Hand nehmen möchten und Projekte für sicheres, dauerhaftes und bezahlbares Wohnen planen“, sagt Kroner. Vor allem in München werden die Genossenschaften durch die städtische Wohnungspolitik gefördert. (Friedrich H. Hettler)

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