Bauen

06.07.2012

Mit 37 000 Wohnungen Münchens größte Vermieterin

GEWOFAG übernimmt soziale Verantwortung

 Mit mittlerweile 37 000 Wohnungen ist die GEWOFAG nicht nur die größte Vermieterin Münchens – die durchschnittliche Miete der GEWOFAG-Wohnungen von 6,40 Euro pro Quadratmeter sorgt auch für bezahlbaren Wohnraum. Gleichzeitig ist die GEWOFAG ein sehr erfolgreiches und gesundes Unternehmen, wie Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender der GEWOFAG, und Geschäftsführerin Gordona Sommer bei der Bilanzpressekonferenz erklärten.
„Wohnen in München ist bezahlbar – zumindest bei den städtischen Gesellschaften, allen voran der GEWOFAG, aber natürlich auch beim Schwesterunternehmen GWG“, sagte Ude. Die kommunale Wohnbaugesellschaft beweise erneut, dass soziales Engagement, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit vereinbar sind. Mit einem Jahresüberschuss von 30,87 Millionen Euro stehe das Unternehmen trotz einer niedrigen Durchschnittsmiete pro Quadratmeter erneut wirtschaftlich gut da, betonte der Münchner OB.
Zum Stichtag 31. Dezember 2011 war der Konzern in München und Umgebung Eigentümer von 30 694 Wohnungen und 357 Gewerbeeinheiten mit insgesamt rund 1,9 Millionen Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche. Zusätzlich verwaltete die GEWOFAG 4486 Wohnungen und 48 Gewerbeeinheiten für Dritte. Die Vermietungsquote lag bei 98,8 Prozent. Nach der grundlegenden Veränderung der Konzernstruktur im Vorjahr lagen die Schwerpunkte des Wohnungsunternehmens 2011 neben dem Neubau und den Modernisierungen auf dem Ausbau der Serviceleistungen und der energetischen Modernisierung der Wohnungsbestände, betonte Sommer.
 Mit der Übernahme der Wohnforum GmbH wurde diese im vergangenen Jahr zum sozialen Diestleister im Konzern ausgebaut. Das Tätigkeitsfeld des Wohnforums umfasst die Mieterzentrumsbetreuung, das Quartiersmanagement, ein Konfliktmanagement bei Nachbarschaftsstreitigkeiten, das Umzugsmanagement und die Mietschuldnerberatung. Zudem engagiert es sich in der nutzerorientierten Architekturberatung, in der quartiersbezogenen Bewohnerarbeit und seine Quartiersgänger sind direkt vor Ort ansprechbar.
Einen neuen Weg bei der Versorgung pflegebedürftiger und behinderter Mieter beschreitet die GEWOFAG seit 2007 mit dem Konzept „Wohnen im Viertel“ in München. Das Konzept vereint die Bereitstellung schwellenfreier beziehungsweise rollstuhlgerechter Wohnungen im Viertel mit dem Angebot einer 24-stündigen pflegerischen und sozialen Betreuung durch einen ambulanten Dienst vor Ort – und das ohne Betreuungspauschale. 2011 wurde der Stützpunkt in Giesing eröffnet und der am Innsbrucker Ring erweitert.

Letztes Jahr wurden 295
neue Wohnungen gebaut


Mit dem neuen GEWOFAG-Kundenservice vervollständigt der Konzern sein Dienstleistungsspektrum und verbessert insbesondere die telefonische Erreichbarkeit deutlich. Mit derzeit sieben Mitarbeitenden werden von den Mieterzentren umgeleitete Anrufe entgegengenommen und Störmeldungen, Beschwerden sowie sonstige Anfragen der Mieter und Mietinteressenten bearbeitet.
Für Ude geht das Engagement der GEWOFAG für ihre Mieter weit über das normale Maß hinaus. Mit der Konzerntochter Wohnforum GmbH gebe es einen eigenen sozialen Dienstleister, der ein großes und vielseitiges Leistungsspektrum abdecke. Geschäftsführerin Sommer hob ihrerseits die soziale Verantwortung des Unternehmens hervor. Denn die GEWOFAG übernehme nicht nur mit ihrem Projekt „Wohnen im Viertel“, das man laufend erweitert, soziale Verantwortung, sondern auch im Quartiers-, Umzugs- und Konfliktmanagement sowie mit zahlreichen Beratungsleistungen. „Gleichzeitig bauen wir unseren Kundenservice aus.“
Um dem nach wie vor ungebremsten Wohnungsmangel zu begegnen hat der Konzern im letzten Jahr 295 neue Wohnungen geschaffen. Wenngleich die GEWOFAG damit die Vorgaben der Stadt erneut übertroffen hat, lag doch der Schwerpunkt der Tätigkeiten 2011 bei der Modernisierung der Bestände. 664 Wohnungen wurden umfassend und energetisch saniert, berichteten Sommer und Ude.

Energetische Modernisierung


Bereits 2010 startete die kommunale Wohnbaugesellschaft ein ambitioniertes Programm zur energetischen Modernisierung von etwa 5000 Wohnungen über die folgenden zehn Jahre. Es sieht Investitionen von insgesamt 200 Millionen Euro vor. Das Unternehmen verpflichtet sich, alle Neubauten mindestens im KfW Effizienzhaus 70-Standard zu errichten. Eine Reihe von Projekten zur Erforschung effizienter Heizsysteme, zur besseren Nutzung von Fernwärme und zur Förderung moderner Passivhaus-Technik im kommunalen Wohnungsbau ergänzen das Programm. Allein mit den Modernisierungsmaßnahmen der letzten beiden Jahre konnten bereits über 200 Tonnen CO2 eingespart werden.
Der Gewinnausschüttungsverzicht der Stadt bis einschließlich 2019 ermöglicht es der GEWOFAG, zusätzlich rund 130 Millionen Euro Eigenkapital in wohnungswirtschaftliche Maßnahmen, insbesondere in die energetische Verbesserung des Bestands zu investieren, erklärte das Münchner Stadtoberhaupt. Das Unternehmen stelle sich seiner ökologischen Verantwortung und trage wesentlich dazu bei, den CO2-Ausstoß zu senken und die Münchner Klimaschutzziele zu erreichen.

Neubau ist weiter
der Schwerpunkt


Geschäftsführerin Sommer betonte, dass die GEWOFAG nach wie vor den Schwerpunkt auf den Neubau und die energetische Modernisierung von Wohnungen legen und so zur Entspannung des Münchner Wohnungsmarkts und zum Erreichen der Klimaschutzziele beitragen wird. Neubauprojekte an der ehemaligen Funkkaserne, am Ackermannbogen, an der Schwabinger Isoldenstraße und am Reinmarplatz in Neuhausen befinden sich in Vorbereitung. Die kommunale Wohnbaugesellschaft wird laut Sommer bis 2020 insgesamt 3700 neue Wohnungen bauen und dafür 740 Millionen Euro investieren. Im gleichen Zeitraum werden rund 14 100 Wohnungen modernisiert. Dafür sind rund 410 Millionen Euro veranschlagt.
Ude freute sich, dass das städtische Unternehmen für seine bezahlbaren und gleichzeitig qualitativ hochwertigen Wohnungen im vergangenen Jahr mit weiteren Preisen ausgezeichnet wurde. So erhielt zum Beispiel „Gern 64“ den Architekturpreis „Jung, schön und noch zu haben – die besten Immobilien Münchens“ und den „Immobilienmanager.AWARD 2011“. Gleichzeitig betonte der Oberbürgermeister, dass die Stadt ihre Wohnungsbestände nicht, so wie einige andere Kommunen, „verscherbelt“, sondern vielmehr weiter aufstockt. (Friedrich H. Hettler)

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