Bauen

Die neue Produktionshalle C4. (Foto: Eurocopter)

25.05.2012

Nachhaltig und effizient

Neubau einer Fertigungshalle im Donauwörther Eurocopter-Werk

Eine facettenreiche Produktpalette über viele Jahrzehnte hinweg – vom Schienenfahrzeug bis zu Flugzeugkomponenten und Hubschraubern – Tradition, Handwerk und Hochtechnologie der Luftfahrt vereint: Das ist der Eurocopter-Standort in Donauwörth, der sich seit mehr als 100 Jahren immer wieder neu erfindet. Ein wichtiges Standbein des Unternehmens ist die Produktion von Flugzeugkomponenten, insbesondere Türen und Tore. Mit der neuen Produktionshalle C4, die im Dezember 2011 eingeweiht wurde, hat Eurocopter in diesem Bereich einen Grundstein für die Zukunft gelegt: In der modernen Fertigungshalle direkt neben dem Haupteingang des Donauwörther Eurocopter-Werks werden Türen und Tore für das neue Kohlefaser-Langstreckenflugzeug A350XWB von Airbus hergestellt.
Bereits ein Jahr nach dem Spatenstich zum Neubau im Dezember 2010 wurde in Donauwörth die Einweihung der neuen Halle gefeiert – dank der guten Zusammenarbeit und des Engagements aller an dem Bauprojekt beteiligten Partner. Für Eurocopter stellt das Projekt dabei mehr als den reinen Neubau einer Fertigungsstätte dar: In dem neu entstandenen 24 Meter hohen, 60 Meter langen und 46 Meter breiten Gebäude werden auf einer Fläche von 7200 Quadratmetern eine neue Entwicklung, ein neues Produkt und neue Produktionsverfahren vereint. Ein Gesamtkonzept, das auch im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet wurde. Die Bundesinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ in Kooperation mit der Deutschen Bank würdigte Eurocopter im Jahr 2011 für die realisierten Innovationen rund um die neue Fertigungsweise der A350XWB Türen und Tore.
Von Anfang an wurde bei der Planung zukunftsorientiert und nachhaltig gedacht – das zeigt sich unter anderem am Einsatz regenerativer Energien. Durch die Nutzung einer komplexen Anlage aus Grundwasserbrunnen, Sprinklerbecken und Wärmerückgewinnung wird der Energieverbrauch gesenkt. Durch den geschickten Einsatz der Haustechnik wird innerhalb eines Jahres über die Hälfte der benötigten Energie für Prozess und Gebäude aus regenerativen Energien erzeugt.
Darüber hinaus ist eine Wärmerückgewinnungsanlage vorgesehen, welche die frei werdenden Energien aus den Vakuum-, Druckluft-, Thermoöl-, Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie die rückströmende Energie aus dem Fertigungsprozess sammelt und weiterverwendet. Dadurch spart das Gebäude im Jahr auch über 700 Tonnen CO2.
Die hochmoderne Produktionshalle bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Arbeitsplätze neu gestalten zu können und Produktionsprozesse zu optimieren. Dabei wird unter anderem auch die demographische Entwicklung der Belegschaft und der Arbeitsmarkt betrachtet, um beispielsweise ergonomische Aspekte zu berücksichtigen. Auch die Arbeitsorganisation wird an die innovativen und automatisierten Fertigungsverfahren angepasst.
Mit der Entwicklung und Produktion der A350XWB-Türen untermauert Eurocopter darüber hinaus seine Innovationskraft in der Composite-Technologie. Die A350XWB Passagiertür ist die erste integrale Tür aus kohlefaserverstärktem Kunststoff. Dieser ideale Werkstoff im modernen Flugzeugbau zeichnet sich durch geringes Gewicht bei hoher Steifigkeit sowie hervorragender Dauerfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit aus.

Modernste mechanische Systeme und Ausrüstung


Die von Eurocopter umgesetzten, technischen Innovationen betreffen beispielsweise die Struktur und Bauweise der Flugzeugtüren aus möglichst wenigen Einzelteilen, modernste mechanische Systeme und Ausrüstung mit erleichterter Wartung sowie zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen.
Den ersten Meilenstein dieses Programms konnte Eurocopter am Mittwoch, den 23. Mai 2012, in der Halle C4 feiern: Die Übergabe der ersten Passagiertür an den Kunden Airbus. Wolfgang Schoder, Eurocopter Executive Vice President Programmes, und Michael Rehmet, Vice President Airplane Door Systems, übergaben die erste gefertigte Passagiertür an Didier Evrard, Airbus, Executive Vice President Head of A350 Programme.
„Die Entwicklung und Produktion von Flugzeugkomponenten ist neben der Hubschrauberproduktion ein weiteres wichtiges Standbein von Eurocopter in Deutschland. Die Türen und Tore des A350XWB, die von heute an ausgeliefert werden, zeigen unsere Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der Kohlefasertechnologie“, sagte Schoder anlässlich der Übergabe.
An Konzeption, Entwicklung und Produktion des Programms sind bei Eurocopter zurzeit rund 250 Mitarbeiter beschäftigt. Die künftige Serienfertigung wird mehr als 400 Mitarbeiter umfassen. Das gesamte Auftragsvolumen der Türen und Tore der geplanten A350 XWB-Typenfamilie, zusammen mit für die Frachttore unterbeauftragten Programmpartnern in Südkorea, beträgt knapp 1,5 Milliarden Euro. Neben der am Mittwoch präsentierten Passagiertür wurden bereits fünf Cargo-Tore ausgeliefert. Für 2012 ist die Lieferung von insgesamt sieben Shipsets bestehend aus vier Passagiertür-Paaren, zwei Frachttüren und einer Gepäcktür geplant.
Eurocopter, gegründet 1992, ist heute ein deutsch-französisch-spanischer Konzern und ein Geschäftsbereich der EADS, eines weltweit führenden Unternehmens in der Luft- und Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen. 2011 festigte Eurocopter seine Position als weltweite Nummer Eins am zivilen und halbstaatlichen Hubschraubermarkt mit einem Umsatz von 5,4 Milliarden Euro, Aufträgen über 457 neue Hubschrauber und einem Anteil von 43 Prozent am zivilen und halbstaatlichen Markt.
Zusammengerechnet stellen die Produkte der Gruppe einen Anteil von 33 Prozent am weltweiten zivilen und halbstaatlichen Hubschrauberbestand dar. Ihre starke weltweite Präsenz unterstützen Tochtergesellschaften und Holdings in 21 Ländern. Die rund 2900 Kunden des Unternehmens profitieren von einem dichten Netz von Service- und Schulungszentren, Vertriebspartnern und zugelassenen Vertragshändlern. Gegenwärtig sind mehr als 11 300 Eurocopter-Hubschrauber in über 149 Ländern in Betrieb. Als Hersteller mit der weltweit größten Auswahl an Zivil- und Militärhubschraubern legt Eurocopter in seiner Geschäftsaktivität höchsten Wert auf Sicherheit.
In Deutschland beschäftigt Eurocopter insgesamt über 5000 Mitarbeiter. Am Standort Donauwörth, Sitz der Unternehmensführung von Eurocopter in Deutschland, befinden sich Endmontagelinien für zivile und militärische Hubschrauber, darüber hinaus werden Rotorblätter, bewegliche Baugruppen und Hubschrauber gefertigt; ebenso wie Flugzeugkomponenten wie Türen und Tore.
Forschung und Entwicklung sind zurzeit die Schwerpunkte am Eurocopter-Standort in Ottobrunn. Derzeit entsteht in Donauwörth ein einzigartiges Entwicklungszentrum, das zukünftig die beiden Standorte – Donauwörth und Ottobrunn – im nordschwäbischen Donau-Ries vereinen wird. In Kassel ist ein Wartungszentrum angesiedelt, darüber hinaus bietet dort die Training Academy eines der umfassendsten Schulungsangebote Europas für Piloten und technisches Personal. (BSZ)

(Der Neubau (rechts) liegt direkt neben dem Haupteingang - Foto: Eurocopter)

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