Bauen

Die neue Waschanlage für Regionalzüge. (Foto: DB Regio AG)

20.01.2012

Neues Verfahren fürs Schmutzwasser-Recycling

Neubau einer Außenreinigungsanlage für Regionalzüge in München-Laim

Die tragende Hallenkonstruktion des Neubaus der Außenreinigungsanlage für Regionalzüge in München-Laim besteht aus Stahlbeton-Fertigteilwannen mit Stahlstützen und Stahldachriegeln. Der Achsabstand der Stützen beträgt 3,75 Meter. Die Wand besteht aus an den Innenseiten der Stahlstützen liegend montierten Porenbetonplatten, die auf den Randaufkantungen der Gleiswannen gelagert sind. Die Stützen liegen somit außerhalb der Wandkonstruktion. Die Wandkonstruktion und die Gleiswannen werden mit einer säure- und alkaliresistenten Beschichtung vor dem Eindringen von Wasser und Reinigerlösung geschützt.
Die Decke besteht aus Porenbeton-Dachplatten und liegt auf den Stahlträgern auf. Die Stahlträger erhalten eine mehrschichtige Beschichtung. Das in den Gleistragwannen aufgefangene Waschwasser wird in Leitungen aus PE-HD gesammelt und über einen Medienkanal in den Pufferbehälter geleitet. Von dort erfolgt die Weiterführung in die Abwasserbehandlungsanlage. Im Bereich Vorkühlen und im Bereich Nachspülen wird das gering verschmutzte Abwasser gesondert gesammelt und in eigene Pumpenschächte eingeleitet. Das hier anfallende Wasser wird im Kreislauf der Abwassertechnik recycelt.
Die Waschhalle hat folgende Außenmaße: Hallenbreite (außen) rund 7,90 Meter; Hallenlänge 128,0 Meter. Die mittlere Höhe beträgt etwa 7,40 Meter. In der Halle wurden vier Fluchttüren ins Freie und vier Fluchttüren in das angrenzende Betriebsgebäude vorgesehen. An den Stirnseiten der Halle sind vierflügelige Falttore angeordnet. Die Konstruktion der Tore sieht die Möglichkeit des Einbaus einer Stromschiene vor.
Das Tragwerk des Betriebsgebäudes besteht aus Stahlstützen und Stahlriegeln. Der Tragriegel wird an der Stahlstütze der Waschhalle befestigt. Die Stützen gründen auf der Stahlbetonbodenplatte des Betriebsgebäudes. Die gesamte Tragkonstruktion ist hier innen liegend und wird nach Außen hin durch Außenwände und Dach aus Porenbetonplatten begrenzt. Die Innenwände sind in Leichtbauweise feuerbeständig ausgeführt. Der Fußboden wurde als Stahlbetonplatte ausgeführt und mit einer Industrieboden-Beschichtung versehen.
 Die Außenmaße des Betriebsgebäudes: 5,10 breit, 128,0 Meter lang und die mittlere Höhe beträgt 5,30 Meter.
Folgende Räume wurden realisiert: Heizungszentrale; Niederspannungsverteilung; WC/Dusche mit Flur; Steuerraum; Abwasservorlage; Abwasserbehandlungsanlage; Abstellung Gabelstapler; Chemikalienlager sowie eine 1. und 2. Lüftungszentrale.
Die seitlichen Sektionaltore erhielten Lichtöffnungen mit Kunststoffscheiben, um den Lichteinfall zu verbessern. Der Fluchtweg aus dem Betriebsgebäude erfolgt über Flure beziehungsweise direkt ins Freie.

Seit Dezember
2011 im Betrieb


Die Heizungsversorgung erfolgt mit Fernwärme. Im Betriebsgebäude wurde im Heizraum eine Fernwärme-Übergabestation eingebaut. Die Waschhalle erhielt eine Lüftung, welche die Temperatur in der Waschhalle im Winter auf mindestens +5°C hält. Auf dem Dach der Waschhalle sind sechs Dachlüfter zur Absaugung von Diesel-Abgasen angeordnet. Die benötigte elektrische Versorgung wird über eine neue Trafoanlage sichergestellt, die von DB Energie östlich der Waschhalle errichtet wurde.
Die Zufahrt zur Anlage erfolgt über die vorhandene Straße „Eisnergutbogen“. Direkt vor der neuen Außenreinigungsanlage wurde die Zufahrt und Ladefläche für Feuerwehr und Lieferverkehr über eine asphaltierte Straßenfläche hergestellt. An den westlichen und östlichen Gebäudeenden wurden Wendemöglichkeiten für die Feuerwehr errichtet.
Die Manipulationsfläche vor der Halle, auf der wassergefährdende Stoffe umgeschlagen werden, erhielt ein doppeltes Entwässerungssystem (Entwässerung in die Rigole/Regenwasser beziehungsweise in den Pufferbehälter). Während der Anlieferung werden die normalen Straßenabläufe verschlossen und die in den Pufferbehälter mündenden Straßenabläufe geöffnet.
Für die Reinigung und das Recycling der anfallenden Wasch- und Spülwässer wurde von der Roediger Vacuum GmbH erstmalig ein neues Verfahrenskonzept eingesetzt. Es ist besonders flexibel und hinsichtlich der benötigten Aufbereitungshilfsstoffe sehr effizient. Diese Neuentwicklung für kleinere Waschanlagen, wie sie im Regionalverkehr üblich sind, ist außerdem in der Anlagentechnik vereinfacht worden. Daraus resultieren Vorteile bei den Betriebs- und Investitionskosten sowie bei der Bedienerfreundlichkeit.
Die Wassertechnik beinhaltet trotz Vereinfachungen alle üblichen Funktionen: Klärung und Recycling von Spülwässern zur Reduzierung des Frischwasserbedarfs, Abtrennung von Schmutzstoffen aus den Waschwässern, Neutralisierung der gereinigten Waschwässer, Entwässerung des abgetrennten Schlamms sowie Ansetz- und Dosierungstationen für die erforderlichen Aufbereitungshilfsstoffe. Die Anlage wurde im Dezember 2011 in Betrieb genommen. (BSZ)

(Die Reinigungsanlage von außen - Foto: DB Regio AG)

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