Bauen

Der Bayerische Bauindustrieverband fordert, schnell Flüchtlingsunterkünfte und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. (Foto: Bilderbox)

08.10.2015

Steuerliche Anreize für privates Kapital

Schnell Flüchtlingsunterkünfte und bezahlbaren Wohnraum schaffen

„So schnell wie möglich brauchen die Flüchtlinge dauerhafte Unterkünfte. Dazu muss sich Deutschland bewegen. Denn mit unseren üblichen Vorschriften, mit den uns vertrauten gründlichen und langwierigen Genehmigungsverfahren, mit den hohen Naturschutz- und Energieauflagen dauert es zu lange“, so Thomas Schmid, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Bauindustrieverbandes. Drei Prinzipien müssen gelten, so Schmid: Erstens, keine Abstriche bei der Standsicherheit der Gebäude und beim Brandschutz. Zweitens, sehr wohl vernünftige Einschränkungen beim Lärmschutz, bei den energetischen Anforderungen und bei der geforderten Wohnfläche pro Person. Drittens müssen die bürokratischen Abläufe, die Auftragsvergabe und das Genehmigungsverfahren, massiv beschleunigt werden. „Es geht darum, möglichst bald und möglichst schnell bauen zu können“, so Schmid.

Schnelle Genehmigungsverfahren

Konkret fordert die Bayerische Bauindustrie, alle bestehenden Beschleunigungsmöglichkeiten im Vergaberecht zu nutzen. Dazu zählen die Beschränkte Ausschreibung, die Freihändige Vergabe, das Nichtoffene Verfahren sowie das Verhandlungsverfahren. Die Ausschreibungen müssen vor allem so gestaltet sein, dass sie industrielle Fertigungsmethoden wie Fertigteilbauweisen oder die industrielle Vorfertigung von Bauteilen ebenso zulassen wie die Modulbauweise. „Schnelles Bauen gelingt am besten mit industriellen Bauverfahren“, so Schmid.
Zudem sollte man jetzt nicht nach den höchsten Weihen des energetischen Bauens, der ENeV 2014, streben, so Schmid: „Vorübergehend ist es zumutbar, wenn wir nach dem bereits hohen Standards von 2009 bauen. Ebenso brauchen wir Flexibilität bei den Lärmschutzanforderungen und bei der maximalen Raumbelegung. Große Familien sollen schließlich zusammen wohnen können“, so Schmid. Diese gewaltige Aufgabe sei nur zu schaffen, wenn neben öffentlichen Mitteln auch massiv privates Kapital dafür eingesetzt wird, so Schmid: „Ich schlage vor, dafür die steuerliche Förderung des Baus von Flüchtlingswohnheimen genauso auszugestalten wie sie derzeit für Sanierungsgebiete und Baudenkmäler gilt, nämlich zehn Prozent AfA auf zehn Jahre. Zusätzlich muss zur Ankurbelung des Baus bezahlbarer Mietwohnungen die lineare AfA auf vier Prozent verdoppelt werden.“ (BSZ)

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