Bauen

Außenansicht - Straßenfassade. (Visualisierung: Bauwerk Capital GmbH & Co. KG)

06.05.2015

Trogerstraße 19

Vom Automobilservice über Fotokunst hin zum Wohnen

Haidhausen und Bogenhausen – zwei beliebte Stadteile nahe dem Münchner Zentrum, die sich gut ergänzen: Der eine lebendiger Standort für Theater und Kultur mit einem vielfältigen Angebot an Cafés, Kneipen und Restaurants, der andere ungestörter Ort der Erholung am Übergang zwischen Urbanität und Villenviertel. An der Grenze zwischen beiden liegt die Trogerstraße, 1893 nach dem Tiroler Bildhauer Simon Troger benannt, der sich dort einst sein Atelier eingerichtet hat.
Die wechselhafte Geschichte der Trogerstraße ist in zahlreichen Fotoaufnahmen, Artikeln und Beiträgen im Münchner Stadtarchiv detailliert dokumentiert. Zweiter Weltkrieg, Hausbesetzungen in den 1970er- und 1980er-Jahren, Münchens kontinuierlich wachsende Bedeutung als Metropole: Die Trogerstraße ist natürlich nicht von den verschiedensten einschneidenden Ereignissen des 20. Jahrhunderts verschont geblieben, die ihre Spuren im Wandel der Zeit hinterlassen haben. Eine vielfältige Nutzungsgeschichte hat auch die Hausnummer 19 hinter sich – von den Anfängen als „Garage am Friedensengel“ über den Autoverleih Ludwig Haubenthaler und die Autoreparatur-Werkstätte Johann Schinabeck bis hin zum Getränkeabholmarkt „Löwenbräu Biere“.
Am greifbarsten prägte das Anwesen das Wirken des Fotografen Hubertus Hamm, der sich 1985 dort sein Atelier eingerichtet hatte. Über die Jahre hat dieser neben zahlreichen Werbekampagnen und Kunstprojekten das Leben in der Trogerstraße 19 in Bildern festgehalten. Ende letzten Jahres hat er nun ein neues Quartier in der Hohenzollernstraße in Schwabing bezogen. „Ich werde viele Erinnerungen von der Zeit in der Trogerstraße im Kopf behalten. Der Standortwechsel ist für mich aber weniger ein Ende als vielmehr der Anfang an einem neuen, ebenso spannenden Ort.“
 Für die Geschichte der Trogerstraße 19 beginnt in naher Zukunft ein neues Kapitel. Denn: Am Standort entsteht in den kommenden Monaten neuer Wohnraum. Insgesamt 26 Wohneinheiten zwischen zwei und vier Zimmern sind dort geplant. Insbesondere das Vordergebäude des Neubaus, das direkt an der Trogerstraße liegt, geht dabei mit klassischen Elementen wie Satteldach, Erkern und Sockelzone behutsam auf die Anforderungen des Umfelds ein. Das rückwärtige Gebäude hingegen wird modern interpretiert: Flachdach, klare Formsprache und großzügige, raumhohe Verglasungen prägen dort das Gesicht des Standorts. „Im Fokus bei Architektur und Ausstattung steht die Lebensqualität der zukünftigen Bewohner“, sagt Jürgen Schorn, Geschäftsführer der Bauwerk Capital GmbH, die die Entwicklung begleitet und für die Vermarktung des Objekts zuständig ist. „Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen Individualität des Hauses und der angrenzenden Nachbarschaft herzustellen.“ Und so setzt sich der Wandel des Areals wie man ihn aus der Vergangenheit kennt auch in der Gegenwart und Zukunft weiter fort. (BSZ)

(Das Rückgebäude und das Umfeld zur Trogerstraße, der Wiener Platz - Visualisierun/Foto: Bauwerk Capital GmbH & Co. KG)

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