Bauen

25.03.2011

Verlust von Qualität und Ästhetik

14. Bayerischer Mauerwerkstag in München

„Poroton-Ziegel sind in Bezug auf Nachhaltigkeit die Nummer eins unter den Wandbaustoffen.“ Mit diesen Worten begrüßte der geschäftsführende Gesellschafter von Schlagmann Poroton, Johannes Edmüller, seine Gäste, rund 500 Architekten, Tragwerksplaner und Verarbeiter, beim 14. Bayerischen Mauerwerkstag in München. Er begründete seine Aussage unter anderem mit dem erklärten Ziel, bis 2020 in seinem Unternehmen Ziegel komplett CO2-frei zu produzieren.
„Schlagmann ist auf dem besten Weg dorthin. Bereits heute kommt der zur Produktion benötigte Strom, der rund ein Drittel der verwendeten Energie ausmacht, zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen, wie Wasserkraft und eigenen Photovoltaikanlagen, so Edmüller.“
Josef Poxleitner, Leiter der Obersten Baubehörde (OBB) im Bayerischen Innenministerium, bescheinigte in seinem Grußwort dem Ziegel als innovationsfreudigem Baustoff das Prädikat Nachhaltigkeit unter ökonomischen, ökologischen und sozialverträglichen Aspekten. Durch den weiteren Verlauf des Mauerwerkstags zog sich der Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit wie ein roter Faden und fehlte folglich in keinem der Vorträge der durchweg renommierten Referenten.

Wärmebrückenfreie Bauweise


Zu Beginn der Vortragsreihe warf Johann Reiß vom Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP), Stuttgart, die Frage auf: „Ist Fensterlüftung verboten?“ Er nahm das Thema Gebäudelüftung unter dem Gesichtspunkt des hygienischen Wärmeschutzes unter die Lupe und erörterte die Bedeutung der Fensterlüftung im Hinblick auf die Vermeidung von Feuchte- und Schimmelpilzschäden. Zur effektiven Vermeidung von Schimmel wies Reiß nachdrücklich auf einen guten Wärmeschutz und eine wärmebrückenfreie Bauweise hin und befand mechanische Wohnungslüftungsanlagen als nicht notwendig.
Der Architekt Stefan Forster beklagte in seinem Vortrag „Massive Wand versus Thermohaut“ den baukulturellen Verlust in Deutschland, in dessen Folge kein Bewusstsein mehr für Qualität und Ästhetik vorhanden sei. Er ging auf das vieldiskutierte Thema Nachhaltigkeit unter dem Aspekt des Primärenergiebedarfs und der Ästhetik von Gebäuden ein. Darauf bezogen verglich er verschiedene Wandkonstruktionen, um eine jeweilige Optimallösung aufzuzeigen. Wie sind die Konstruktionen der Zukunft im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz zu wählen? Dieses Kernthema vertiefte Manfred Hegger, Professor an der TU Darmstadt, mit konkreten Praxistipps zum Entwerfen energieeffizienter Außenwandkonstruktionen – bis hin zur Detailausbildung.

Auf Homogenität
der Baustoffe achten


In seinem Resümee forderte Hegger unter anderem auf, bereits bei der Planung das Verwertungspotenzial von Bauteilen zu berücksichtigen. Bei der Materialwahl appellierte er, verantwortungsvoll Deklarierungen (EPDs) der Hersteller anzufordern, auf eine Homogenität der Baustoffe zu achten und vor allem die Lebensdauer des Gebäudes mit in Betracht zu ziehen. (BSZ)

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