Bauen

Der neue Hangar 6 am Flughafen Nürnberg. (Foto: FAI rent-a-jet)

16.03.2012

VIP-Airline lässt sich in Franken nieder

FAI rent-a-jet eröffnet Hangar 6 am Flughafen Nürnberg

Die deutsche Bedarfsfluggesellschaft FAI rent-a-jet eröffnete letztes Jahr ihren neuen Hangar 6 samt Funktionsgebäude am Flughafen Nürnberg. Das Unternehmen mit Sitz in der fränkischen Metropole hat zehn Millionen Euro in den Neubau investiert, der eine Nutzfläche von über 6000 Quadratmetern umfasst Mit der Inbetriebnahme des Hangars Ende April 2011 wurde die Fluggesellschaft darüberhinaus im Mai 2011 ihre Flotte um einen weiteren Langstreckenjet des Typs Global Express (Listenpreis des Herstellers Bombardier 40 Millionen Euro) erweitert. Damit verfügt FAI rent-a-jet über 20 Flugzeuge, die weltweit in den drei Kerngeschäftsfeldern der 1986 gegründeten Airline eingesetzt werden: Executive-Charter, Flüge im Auftrag der Vereinten Nationen sowie Patiententransporte per Ambulanzjet – eine Sparte, in der FAI Flight Ambulance International Weltmarktführer ist.
„Der Bau von Hangar 6 ist eine Punktlandung und unser starkes Bekenntnis zum Standort Nürnberg“, sagte FAI-Gründer und Chairman Siegfried Axtmann, der als Bauingenieur auch für Entwurf und Planung des Projekts verantwortlich zeichnete, anlässlich der feierlichen Eröffnung. Bereits seit 1989 ist FAI am Flughafen Nürnberg tätig und hat bislang das operative Geschäft aus einem kleineren, gemieteten Hangar heraus betrieben. „Wir haben am Flughafen Nürnberg zehn Millionen Euro investiert, weil er für uns eine zentrale Basis in Europa darstellt und mit seiner täglich 24-stündigen Bereitschaft die hohe Flexibilität gewährleistet, die unser Geschäft fordert. FAI verzeichnet ein beträchtliches Wachstum. Mit dem neuen Hangar haben wir ideale Voraussetzungen geschaffen, um dem steigenden Bedarf unserer Kunden, gerade im Executive-Charter und Aircraft-Management, zu entsprechen“, so Axtmann.
Das positive Wirtschaftsklima in Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Ländern treibt die Globalisierung voran und stärkt somit den Luftverkehr. Davon profitiert FAI, denn sowohl die Nachfrage nach Executive-Charter-Flügen wie auch nach Patiententransporten ist hoch. Die weltpolitische Sicherheitslage sorgt für eine stetig wachsende Nachfrage an Fluglogistik für die Friedensmissionen der Vereinten Nationen. „Wir ergänzen unsere Flotte um einen zweiten Global Express Langstrecken-Jet für den Einsatz im High-end VIP-Charter. Durch dieses neue Flugzeug sowie die steigende Nachfrage in diesem Bereich schaffen wir am Standort Nürnberg noch einmal zehn neue Arbeitsplätze“, erklärte Axtmann bei der Eröffnung. Insgesamt verfügt die Fluggesellschaft dann über 164 feste Mitarbeiter.
Der FAI-Gründer und Chairman weiter: „Ich danke den Geschäftsführern des Flughafens Nürnberg, Karl-Heinz Krüger und Harry Marx, für ihre herausragende Kooperation bei der raschen Verwirklichung dieses Projekts.“ Bereits im Vorfeld der Eröffnung hatte Katja Hessel (FDP), Staatssekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Infrastruktur, Verkehr und Technologie, sowie Mitglied des Aufsichtsrats des Flughafen Nürnberg, die gute Zusammenarbeit zwischen FAI und dem fränkischen Airport bei der Realisierung des Hangar 6 hervorgehoben.
Im Frühjahr 2010 hatte die Flughafen Nürnberg GmbH der FAI Asset Management GmbH ein 10 000 Quadratmeter großes, an das Vorfeld angrenzendes Areal in Erbpacht übertragen, auf dem FAI den Hangar 6 samt Funktionsgebäude errichtete. Das Projekt umfasst eine Nutzfläche von insgesamt rund 6000 Quadratmetern, verteilt auf 2500 Quadratmeter Hallenfläche, 1500 Quadratmeter Werkstätten und Lager sowie 2000 Quadratmeter Büros.
Das Gebäude ist mit einer 100-kWp-Solaranlage ausgerüstet, die mehr Solarstrom in das Netz einspeist als der laufende Bodenbetrieb verbraucht. Dieser CO2-neutrale Betrieb ist bisher auf deutschen Flughäfen einzigartig. Durch den Einsatz ausschließlich batteriebetriebener Flugzeugschlepper und durch Elektro-Wagen für Personentransporte auf dem Vorfeld leistet FAI einen weiteren Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emission.
Die Anforderungen an Immobilien haben sich in den letzten Jahren nachhaltig geändert. Dies gilt nicht zuletzt auch für anspruchsvolle Funktionsgebäude wie den neuen Hangar 6 am Nürnberger Flughafen.

Hoher
Qualitätsstandard


Funktionalität, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit stehen an erster Stelle. Entstanden ist der Hangar 6 in Goldbeck-Systembauweise. Die verwendeten Bauteile sind technisch ausgereift, aufein-ander abgestimmt, wirtschaftlich optimiert und zeichnen sich durch einen hohen Qualitätsstandard aus. Dieser wird durch die industrielle Vorfertigung der Stahl-, Aluminium- und Betonbauelemente in modernen Produktionsbetrieben der Goldbeck Gruppe sichergestellt.
Trotz der systematisierten Her-angehensweise bestehen große gestalterische Freiheiten, um sich exakt den Gegebenheiten und der beabsichtigten Nutzung anzupassen. So wurden die besonderen Anforderungen hinsichtlich Hallenbreite und Höhe, als auch einer Torbreite von 39 Metern genau umgesetzt. Weiterhin ist eine ausgereifte Gebäudetechnik installiert, welche äußerst effizient arbeitet.
Das Team der Goldbeck Niederlassung Nürnberg realisierte das Projekt für den Bauherrn komplett schlüsselfertig – von den ersten Planungsgesprächen, über die Erstellung des gesamten Tragsystems bis hin zum Innenausbau und der Gebäudetechnik.
Im Hangar 6 werden künftig alle 20 Jets von FAI gewartet. Die Flotte des Unternehmens besteht aus 14 Learjets, zwei Global Express, einer Bombardier CRJ 200 LR, einer Falcon 900 und zwei Challenger 604. Sechs dieser Flugzeuge sind für diverse Friedensmissionen der UN auf dem afrikanischen Kontinent im VIP- und MedEvac-Einsatz. Hierzu betreibt FAI Stationen in Dakar, Abidjan, Entebbe, Nairobi und El Fasher. Flight Ambulance International verfügt damit über die weltweit größte zivile Flotte von 14 Ambulanzjets, die speziell für den Transport von Intensivpatienten ausgerüstet sind und ausschließlich diesem Zweck dienen.
„Ambulanzflug ist ein ad-hoc-Geschäft, oft an schwierigen Destinationen“, sagt Axtmann. „Um profitabel zu fliegen, ist es deshalb wichtig, die Stationierung von Flugzeugen exakt zu planen. Wir haben seit Februar 2011 einen Ambulanzjet vom Typ Learjet 55 in Dakar stationiert, der das Gebiet Nordwestafrika und Kanarische Inseln bedient. Ab Mai werden wir einen Learjet 60 am Abu Dhabi City Airport AI-Bateen stationieren.“ Flight Ambulance International erwartete für 2011 ein stabiles Wachstum für den Ambulanzflug. Pro Jahr führt das Unternehmen über 600 Ambulanzflüge für Regierungsorganisationen und Versicherungen durch. Dazu kommt die Zahl der UN-Einsätze, die aus vertraglichen Gründen nicht veröffentlicht werden.
In der Geschäftsreisefliegerei und somit bei den VIP-Flügen ist FAI auf das Hochpreissegment „Wide-Body Jet“ spezialisiert, welches mit Falcon 900 EASy, Challenger 604 sowie dem Flotten-Flaggschiff Global Express bedient wird. Der Kundenkreis besteht aus Königshäusern, Regierungen, Konzernen und vermögenden Privatpersonen. Zu den am meisten angeflogenen Destinationen gehören unter anderem die Malediven, die Seychellen, Moskau, Dubai, Nizza, London, Paris, New York, Samedan und Olbia.
„Mit unserem zweiten Global Express Langstrecken-Jet begegnen wir der hohen Nachfrage im High-end VIP-Charter. FAI bedient in diesem Segment den Top-Luxusmarkt mit entsprechend herausragendem Service wie zum Beispiel inflight cooking. Wegen des hohen Investitionsbedarfs in das Fluggerät gibt es hier weniger Anbieter, während gleichzeitig eine steigende Nachfrage seitens der höchst anspruchsvollen Kundschaft zu verzeichnen ist. Deshalb erwarten wir in diesem Segment weiterhin ein überdurchschnittliches Wachstum für unser Unternehmen“, erklärt Axtmann.
Als weiteres strategisches Standbein plant FAI mit der Eröffnung des Hangar 6 den Ausbau der Sparte „Aircraft-Management für Besitzer von Businessjets“. Hier übernimmt FAI im Auftrag des Kunden Wartung und Bereederung sowie auf Wunsch auch die aktive Vermarktung des Flugzeugs auf dem Chartermarkt.
Während FAI mit der Errichtung des neuen Hangar 6 die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellt, hat das Unternehmen mit 250 000 Euro den Bau einer Tagesklinik im Senegal alleine finanziert. FAI-Gründer Axtmann: „Unsere Ambulanzflüge führen uns häufig an Orte großer Not und zu Menschen, denen eine medizinische Grundversorgung fehlt. Es ist uns als Unternehmen von Herzen ein Bedürfnis, hier zu helfen. Darum haben wir den Bau der Klinik in Kolda unterstützt. So wissen wir, dass unsere Hilfe direkt dort ankommt, wo die Menschen sind, die sie brauchen.“ (BSZ)

(An Büroflächen stehen 2000 Quadratmeter zur Verfügung; zehn Millionen Euro wurden in den Neubau investiert; einer der 20 Jets von FAI - Fotos: FAI rent-a-jet)

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