Bauen

Der Neubau des Institutsgebäudes für die Uni Bamberg. (Foto: Pressestelle der Universität Bamberg)

12.10.2012

Vom Fabrikgelände zum Hochschulstandort

Neues Gebäude für die Universität Bamberg auf dem ERBA-Gelände

Neue Möglichkeiten für 5000 Studenten und 260 Universitäts-Mitarbeiter der Universität Bamberg: Die Bamberger Klappan Gruppe hat nach nur 15 Monaten Bauzeit, am 29. Juni 2012, den Neubau der Universität Bamberg fertiggestellt. Im Beisein von Vertretern des Freistaats und der Universität erfolgte die Übergabe des sechsstöckigen Gebäudes auf der ERBA-Insel in Bamberg. Der Neubau auf einem über 4100 Quadratmeter großen Grundstück gleich neben dem Gelände der Landesgartenschau wird ab dem Wintersemester 2012/2013 die neue Heimat für die Fakultäten Wirtschaftsinformatik und angewandte Informatik (WIAI), Kunst- und Musikpädagogik sowie weitere Einrichtungen der Universität.
Neben Lehr- und Seminarräumen entstanden in dem Gebäude zwei große Hörsäle für 120 und 200 Personen, ein Musiksaal – ausgelegt für rund 160 Personen –, rund 20 weitere Seminarräume zwischen 20 und 100 Personen Fassungsvermögen, eine Bibliothek und eine Cafeteria/Mensa – mit 200 Quadratmetern Fläche. Daneben wurden noch 265 Büroarbeitsplätze für das wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Personal geschaffen.
Die Gesamtfläche liegt bei knapp 18 000 Quadratmetern. Die feierliche Einweihung fand am 10. Oktober 2012 statt. Bei dem Neubau handelt es sich um einen Bestellbau im Auftrag des Hauptmieters, des Freistaats Bayern. Die Pläne waren nach den Wünschen und Vorgaben der Universität Bamberg entstanden.
Acht Meter hoch und ausgestattet mit Regieraum, Empore und einer transparenten Glasfassade bildet der neue Musiksaal das imposante Herzstück des Uni-Neubaus auf der ERBA-Insel. Das imposante 6-geschossige Gebäude ist 20 Meter hoch und 110 Meter lang. In der unter dem Neubau liegenden öffentlichen Tiefgarage gibt es 476 Stellplätze.
„Wir stehen hier in einem neuen Stadtteil Bambergs. 199 Tage nach Grundsteinlegung haben wir einen weiteren Meilenstein im Bau geschafft“, erklärte Marcus Bauer, Geschäftsführer der Campus Bamberg Projekt GmbH & Co. KG, während des Richtfests am 6. Oktober 2011. Im April 2010 hatte er im Auftrag der Universität Bamberg zusammen mit Ludwig Weichselbaumer, stellvertretender Geschäftsführer des Staatsbetriebs Immobilien Freistaat Bayern, den Mietvertrag für ein neues Universitätsgebäude auf der ERBA-Insel unterschrieben.
Die Campus Bamberg Projekt GmbH & Co. KG fungiert bei diesem Bestellbau als Bauherr und Vermieter. Der Staatsbetrieb Immobilien Freistaat Bayern ist für die vertragliche Gestaltung der Anmietung zuständig. Der Begriff „Bestellbau“ erkläre sich aus dem Vorgang, wie die Universität zu solch einem Gebäude komme, sagte die Kanzlerin der Universität, Dagmar Steuer-Flieser, im Rahmen des Richtfests: „Man nennt dem Freistaat Bayern seine Wünsche, bestellt quasi den Bau mit all dem, was man sich so wünscht, und schon wird er geliefert.“ Dass dieser Vorgang nur in der Theorie so „extrem einfach“ sei, zeige allerdings die Tatsache, dass zwischen der Idee, das alte Fabrikgelände der ehemaligen Baumwollspinnerei ERBA zu nutzen, und dem heutigen Rohbau viele Jahre vergangen sind.

Befreiungsschlag für die Uni


Die ERBA-Insel, das früher brachliegende Sorgenkind Bambergs, mausert sich seit einigen Jahren Schritt für Schritt zu einer blühenden Landschaft mit wachsender Bedeutung für Universität und Stadt: Der Zuschlag für die Landesgartenschau beförderte beispielsweise auch die Idee eines Bestellbaus für die Universität. Andersherum steigert der universitäre Neubau die Attraktivität der Stadt insbesondere für zukünftige Studierende.
Für Oberbürgermeister Andreas Starke bedeutet das ERBA-Projekt gemeinsam mit dem Neubau auf dem Marcusgelände eine Verstärkung des Universitäts- und Bildungsstandorts Bamberg: „Entlang der Regnitz entsteht zwischen ERBA und Innenstadt eine Achse, auf der sich die Universität sehr nachhaltig und zukunftssicher entwickeln kann.“
Der neue Bestellbau galt bereits in der Vergangenheit mehrfach als Befreiungsschlag für die Universität. Die kontinuierlich steigenden Studierendenzahlen stellten gerade die Gebäudeplanung vor eine große Herausforderung. Am 5. Oktober 2011 schrieb sich der 12 000ste Student ein: „Es geht voran“, freute sich daher auch vor einem Jahr Kanzlerin Steuer-Flieser über die Fortschritte beim Neubau. Es sei schön zu erleben, wie jedes Jahr die Raumnot und Platzmisere der Universität Bamberg ein Stück weiter abgebaut und verkleinert werde.

2000 zusätzliche Plätze


Mit dem Richtfest werde ein großer Schritt getan, um eine noch bessere, selbstverständliche Lern- und Vorlesungssituation zu erreichen. Steuer-Flieser zeigte sich besonders zufrieden über die zusätzlichen 2000 neuen Hörsaal- und Seminarraumplätze und über die neuen wissenschaftlichen Büroarbeitsplätze, wodurch die Universität in der Lage sei, viele der Kleinanmietungen aufzugeben. „Das ermöglicht intern eine enge wissenschaftliche Zusammenarbeit, ohne dass die Universität dabei ihren Charakter und Charme verliert.“
Insgesamt wurden rund 31 Millionen Euro investiert, die zum größten Teil in Aufträge mit Unternehmen aus der Region flossen. Bei einer Geschossfläche von knapp 18 000 Quadratmetern stehen der Universität 9250 Quadratmeter als Hauptnutzfläche zur Verfügung. Die Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (WIAI), die am Standort Feldkirchenstraße 21 zu Hause war, wird rund 3800 Quadratmeter nutzen. Weitere 1700 Quadratmeter werden von den Fächergruppen Musikpädagogik und Kunstpädagogik genutzt, die sich auf einen neuen Musiksaal, Zeichensäle, Werkstätten, zahlreiche PC-Arbeitsplätze, Cafeteria, Mensa und viele Leseplätze in der neuen zweigeschossigen Teilbibliothek 6 freuen können.  (Maike Bruns)

(Fassadendetail; im Ziegelsteingebäude befinden sich die Studierendenwohnungen; Blick in die neue Teilbibliothek - Fotos: Pressestelle der Universität Bamberg)

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