Bauen

Sauberen Strom von der Sonne gibt es nur, wenn schon die Montage qualifizierten Dach-Fachleuten überlassen wird. (Foto: Bayerisches Dachdeckerhandwerk)

14.04.2014

Wenn sauberer Strom schmutzig wird

Solaranlagen brauchen Fachleute und Wartung

Auch nach der Reduzierung der Einspeisevergütungen können
Solaranlagen nach wie vor eine sinnvolle und durchaus
lukrative Investition darstellen. Das gilt besonders für die
in der Fachsprache als Photovoltaik- bzw. PV-Anlagen bezeichneten
Anlagen, die zum Beispiel mit modernen Stromspeichersystemen
ausgestattet oder nachgerüstet werden.

Dennoch sind PV-Anlagen keine „Rundum-Sorglos-Pakete“,
die beim günstigsten Anbieter bestellt werden können
und danach wartungsfrei jahrzehntelang Strom produzieren.
Darauf weist der Landesinnungsverband des Bayerischen
Dachdeckerhandwerks hin.

So schleichen sich nicht selten bereits bei der Montage der
Module auf dem Dach folgenschwere Fehler ein, wenn hier
gewerkefremde Montagetrupps ans Werk gehen. Die Fehlerquellen
reichen von der ungeprüften und unzureichenden
Befestigung der Tragrahmen an der Dachunterkonstruktion
bis zu mangelhaft ausgeführten Durchdringungen von
Sperrfolien und Dämmschichten.

Wie die Erfahrung des Dachdeckerverbandes zeigt, wird
bei solchen fehlerhaften Montagen oft auch nicht die Windsogsicherheit
berechnet und beachtet.

Weitgehend unbekannt bei vielen Auftraggebern und Solarteuren
ist auch die Tatsache, dass zum Beispiel dachintegrierte Solarmodule
als Dacheindeckungen gelten. Damit sind für
diese Anlagen alle Kriterien des Fachregelwerks des Dachdeckerhandwerks
einzuhalten. Und die reichen von der
exakt definierten Befestigung der Module über möglicherweise
erforderliche Zusatzmaßnahmen im Unterdachbereich
bei Unterschreitung der Regeldachneigung bis zur gesetzlich
vorgeschriebenen Optimierung der Wärmedämmung
nach der geltenden Energieeinsparvorordnung (EnEV), sofern die Module mehr als 10 Prozent der Dachfläche,
auf der sie montiert sind, einnehmen.

Die PV-Anlage bedarf ebenso wie das gesamte Dach einer
regelmäßigen Überprüfung durch hierfür qualifizierte
Fachleute auf eventuelle Mängel, um im Schadensfall Versicherungsschutz
zu genießen. Dies gehört zu den Obliegenheitspflichten
des Betreibers der Anlage.

Im Rahmen der Überprüfung sollte auch darauf geachtet
werden, ob die Modulflächen Verschmutzungen aufweisen.
Je nach Standort und Dachneigung kann es zu Schmutzablagerungen
auf der gesamten Fläche oder entlang der Rahmen
kommen, die natürlich die Leistung reduzieren. Ist eine
Reinigung erforderlich, sollte auch dies Fachleuten wie
dem Dachdecker überlassen werden. Damit kann die Beschädigungen
der Module und angrenzender Dachbereiche
durch eine Begehung ausgeschlossen werden. Zudem ist
damit auch die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften der
gesetzlichen Unfallversicherung gewährleistet.

Wer seine PV-Anlage oder seine Solarthermieanlage zur
Warmwasserbereitung gemeinsam mit den Dach-Fachleuten
des Dachdeckerhandwerks plant, die Anlage von ihnen
montieren und regelmäßig warten lässt, kann mögliche Risiken
damit weitgehend ausschließen. Und eine risikoarme
Investition ist schließlich die beste Investition, damit umweltfreundlicher
Strom wirklich sauber bleibt.

Entsprechend qualifizierte Fachbetriebe nennt gerne jede
regionale Dachdecker-Innung. Ebenso sind die Anschriften
im Internet unter www.dachdecker.net zu finden. (Harald Friedrich)

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